Wizz-und-weg

So, Wizz Air ist also weg. Schön. Schön, schön. Aus diesem Anlaß fiel es den Lübecker Nachrichten ein, mal ein wenig aus der Perspektive der Anwohner zu berichten, unter dem Motto „da knallen doch jetzt die Sektkorken“. Überraschung: die Freudenfeiern blieben aus, denn die Problematik hat sich längst verlagert – von Billigfliegern hin zu ebenso luxuriösen wie lauten Business Jets, und zu endlosen Platzrunden einmotoriger Flugmöhren bis hin zu kreischenden Lufthansa-Übungsjets. Derweil jubelt die Monopolpresse über einen potentiellen Investor, über dessen Pläne bislang so gut wie nichts bekannt ist.

Ich kann mich nicht erinnern, daß die LN irgendwann mal einen Bericht dieser Art im Blatt hatten (über die Lauenburger Lokalausgabe kann ich allerdings nichts sagen). Anders als z.B. der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag: „Leben im Getöse über Groß Grönau“, 20. August 2009.

In gewisser Weise hätten sich die LN ihren Beitrag („Tschüs, Lübeck“, Druckausgabe, Lokalteil HL, 16. April 2016, S. 11) auch sparen und stattdessen folgende Grafik abdrucken können, denn die sagt fast alles.

Flugbewegungen-2015
Flugbewegungen am Flughafen Lübeck-Blankensee nach Jahren. Grün: alle, rot: Flugzeuge über 25 Tonnen, blau: Flugzeuge unter 25 Tonnen. Quelle: Statistisches Bundesamt.

Wie man sieht, schwankt die Zahl der Flugbewegungen insgesamt nicht sehr stark. Bei den Maschinen über 25 Tonnen handelt es sich mehrheitlich um die Flieger von Ryanair und Wizz Air. Bei den Flugzeugen unter 25 Tonnen dominieren klar die einmotorigen Flugmöhren unter 2 Tonnen (nicht dargestellt). Seit 2004 hat es eine komplette Umkehr im Verhältnis von schweren und leichten Flugzeugen gegeben. Sportflieger sind darin übrigens nicht enthalten, die Statistiken verzeichnen lediglich gewerblichen Flugverkehr.

Aber auch die kleineren Flugzeuge sind auch nicht unbedingt leiser. Zum LN-Bericht gibt es auch ein Video, in dem nicht nur eine Wizz-Air-Maschine zu sehen – und vor allem zu hören – ist, sondern auch ein kleineres Flugzeug, das in wenigen Metern Höhe über Groß Grönau donnert, oder besser: heult.

Die Registrierung kann man ganz gut entziffern, wenn man einen Schnappschuß aus dem Video vergrößert und aufhellt: D-ILHB. Wenn Sie vermuten, daß die Buchstabenfolge LH nicht ganz zufällig ist, haben Sie recht. Es handelt sich um einen Cessna 525 CitationJet CJ1+ von Lufthansa Flight Training.

Eine kurze Überprüfung bei Flightradar24.com bestätigt, daß das Flugzeug am 15. April gegen 14 Uhr mehrfach in der Umgebung von Blankensee auftauchte:

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Nein, der ist natürlich nicht so geflogen wie angezeigt. Aufgrund der niedrigen Flughöhe gibt es nur wenige Datenpunkte, die die Software einfach interpoliert hat. Für den Nachweis der Anwesenheit zu einem bestimmten Zeitpunkt taugt das aber ohne Weiteres.

Passagiere weg, Flugbewegungen bleiben

Oft wurde, auch hier, geschrieben, es sei an der Landewiese nun nichts mehr los. Was den bisher angegeben Hauptzweck angeht, die immer wieder vorgeschobene Daseinsbegründung Linien- und Charterflug, ist das richtig. Die Abfertigung von Passagieren und Gepäck in großem Maßstab fällt flach. Die Parkplätze, vielleicht der einzige Gewinn abwerfende Bereich, werden leerstehen.

„Wir suchen jetzt einen Laden in der Innenstadt“, sagt Matthias Freitag bedrückt. Er ist Inhaber des Reisekontors Lübeck, das im Flughafen sitzt. „Hier ist es für uns nur interessant, wenn Flieger landen.“ Viele andere Geschäfte stehen schon leer. Die Autovermietung ist weg. Und auch der Sicherheitsdienst vor Ort stellt seine Arbeit ein.

Lübecker Nachrichten, Druckausgabe, Lokalteil HL, 16. April 2016, S. 11

Die Leerstände gab es schon länger, von drei Autovermietern waren zwei ebenso vor geraumer Zeit verschwunden – und der letzte wickelte sein Geschäft über das Reisebüro von Herrn Freitag ab, das nun ebenfalls dichtmacht.

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Die Zahl der Flughafen-Mitarbeiter sinkt um 17 auf nur noch 31. In dieser Hinsicht, das ist richtig, ist nichts mehr los. Ganz anders sieht die Sachlage bei den Flugbewegungen aus, wenn man 2015 heranzieht. Es gab 6.588 Flugbewegungen, davon 872 von schweren Maschinen – sehr wahrscheinlich zu mindestens 95% Linienflüge von Wizz Air.

Es macht keinen großen Unterschied, wenn die jetzt wegfallen, es bleiben 5.716 Flugbewegungen. Nicht alle so laut, aber deswegen nicht unbedingt weniger störend. Und vor allem heißt das, daß der Flughafen auch weiterhin abgesehen vom Lärmschutz auch andere Umweltschutzauflagen erfüllen muß, die mit dem Flugbetrieb zusammenhängen. Und das wird Geld kosten.

Deus ex Euroimmun?

Damit sind wir vorerst wieder bei Prof. Stöcker von Euroimmun, der sich relativ unverbindlich als Retter der Landewiese ins Gespräch gebracht hat. Obwohl er praktisch nichts Konkretes angekündigt hat, waren die Reaktionen überschäumend. Manche verehren oder vergöttern ihn sowieso grundsätzlich (vielleicht die, die an seinem Tisch essen? Ich meine ja nur die berühmte Euroimmun-Kantine, in der der auch schon frühere Flughafen-Geschäftsführer gespeist haben sollen.)

Aber selbst unter Flughafenskeptikern gibt es eine – meines Erachtens fehlgeleitete – Haltung unter dem Motto „laß ihn mal machen, er will doch nur spielen“. Oder aber er wird als kleineres Übel zu anderen Flughafen-Interessenten empfunden. Wieso eigentlich? Was liegt bislang auf dem Tisch?

Offiziell nichts, nur Hörensagen der Lübecker Nachrichten.

Dem Vernehmen nach würde er den Flughafen zunächst auf Sparflamme betreiben, um die Kosten gering zu halten. Es wäre eine kleine, regionale Lösung. Sein Ziel: Die Betriebsgenehmigung erhalten und den Ausbau des Airports sichern. Das heißt: Das Planfeststellungsverfahren rechtskräftig abschließen, denn das hängt seit Jahren in der Luft.

Klar ist aber, dass der Airport die nächsten fünf Jahre vor allem Geld kostet. Derweil könnten private Flüge für Geschäftsreisende ausgebaut werden oder Charterflüge für Reiseanbieter. Linienflüge würde es erst wieder in ein paar Jahren geben können. …

Nach LN-Informationen geht Stöckers Konzept dieses Mal nicht von Zuschüssen aus.

Lübecker Nachrichten, Druckausgabe, Lokalteil HL, 15. April 2016, S. 9

„Dem Vernehmen nach“, „Nach LN-Informationen“. Ah ja. Und der Verzicht auf Zuschüsse schließt andere Forderungen an die Stadt wohl kaum aus.

Daß allerdings die Lübecker Nachrichten das allgemeine Meinungsbild korrekt wiedergegeben haben, wage ich zu bezweifeln. Man hat vor allem Wirtschaftsvertreter befragt, aber daß die alle in der zähen Soße ihrer eigenen Netzwerke schmoren, ob sie sich nun IHK oder Kaufmannschaft oder HanseBelt nennen, ist Allgemeinwissen. Die Leute sind alle die selben. Eine Vertreterin der Grünen darf einen einzigen negativen Satz äußern. Meinungsvielfalt nach Art der LN:

LN-bias
Grün: Lobgehudel; Rot: Kritik

Sachverständige Äußerungen von Leuten, die sich mit Flughäfen auskennen, sucht man in dem Beitrag vergebens.  Auch das ist wohl kein Zufall. Wen ich mich recht erinnere, hat man bei den LN praktisch nie externen Sachverstand in Sachen Landewiese zitiert, man beruft sich lieber auf den inzestuösen, selbstreferentiellen Geschäftsklüngel der Hanselstadt™. (Ein klassisches Beispiel findet sich hier.) Allesamt, einschließlich Bürgermeister, sind Flughafenexperten, is‘ klar.

Wie hieß es hier schon mal?

Nur habe ich den Verdacht, daß immer der selbe Wirtschaftsklüngel (oft genug setzen sich dabei immer die selben Leute wechselnde Verbandshüte auf) längst die Lufthoheit über den Frühstücktischen, auf denen die Lübecker Nachrichten liegen, erlangt hat – immer in Symbiose mit einer Zeitung, die von eben der selben Akteure Anzeigen lebt, teilweise auch selbst als Teilhaber eines Reisebüros (!) wirtschaftlich tätig ist, und ansonsten eher der Verbreitung von Kochrezepten, Promiklatsch, Lifestyle-Blabla, Horoskopen, Fernsehprogrammen und ganz generell konsumfördernden Wohlfühl-Gedönses anstatt von echten Nachrichten dient – und dann auch noch zuvörderst Autos, Reisen und Immobilien anpreist.

Stöck-Air-Pott

Zurück zu Prof. Stöcker. Was kostet es wohl, wenn er jetzt die Landewiese nicht nur rettet, sondern auch die Betriebsgenehmigung als Flughafen (im Gegensatz z.B. zu einer Zurückstufung zum Verkehrslandeplatz) behalten und sogar einen Ausbau betreiben will, der schon laut uraltem Planfeststellungsbeschluß 60 Mio. erfordern wird?

Man weiß ja bislang nicht einmal, ob Prof. Stöcker die Landewiese aus eigener Tasche finanzieren will, oder aus der Kasse seines Unternehmens Euroimmun. Das aber ist trotz stetigen Wachstums keineswegs ein Gigant; der Jahresüberschuß lag 2014 bei etwa 22 Mio. Euro. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Alleine für den Weiterbetrieb der Landewiese durch die Stadt als Verkehrslandeplatz, falls sich kein Investor fände, hatte der Herr Bürgermeister im Jahr 2014 einen Verlust von 1 Mio. Euro pro Jahr angesetzt. Diese Zahl kann man natürlich nicht so übernehmen für den Stöck-Air-Pott, denn erstens fehlt in dieser Zahl die Pacht für das Flughafengelände, die ein externer Investor der Stadt zu zahlen hätte – 300,000 Euro pro Jahr. Darunter geht‘s nicht, denn ein Verzicht wäre eine unzulässige Betriebskostenbeihilfe. Da wären wir also bei 1,3 Mio. Euro pro Jahr.

Aber einen Verkehrslandeplatz will Prof. Stöcker ja gar nicht, den Berichten zufolge, sondern den status quo als Flughafen erhalten. Da kann man schon mal locker von 2 Mio. Euro pro Jahr ausgehen. Weitere Zahlungen, die für den angeblich geplanten Ausbau notwendig wären, lasse ich jetzt mal weg. Die juristischen Risiken (Klagen gegen den Planfeststellungbeschluß, Verfahren wegen unzulässiger Beihilfen vor der EU-Kommission) will sich der Herr Professor auch noch ans Bein binden, obwohl er das bei seiner ersten Bewerbung vehement ausgeschlossen hat?

Alles das ist bislang ungeklärt, und daher ist es voreilig zu meinen, der „regionale“ Kandidat sei der Erlöser schlechthin oder auch nur das kleinere Übel. (Wie „regional“ waren eigentlich die Herren Thiede und Matthießen von der Lauenburger CDU, die so laut vom chinesischen „Investor“ Chen schwärmten?)

Es liegen längst nicht alle Karten auf dem Tisch, und nach altbewährter Manier werden sie erst in einer kurzfristig anberaumten Sondersitzung der Lübecker Bürgerschaft aufgedeckt werden. Ich tippe mal auf erste Hälfte Mai. Wenn Sie da ein abgekartetes Spiel vermuten, sind Sie nicht der einzige.

10 Antworten auf „Wizz-und-weg“

  1. Guten Morgen Herr Klanowski,
    mit Interesse lese ich Ihre Beiträge und die dazu gehörenden Bewertungen.
    Teils finde ich diese recht gut, manche jedoch auch an der Wahrheit vorbei.
    Falls Prof. Dr. Stöcker im Mai LBC übernehmen sollte, muß er von allen Seiten
    eine echte Chance bekommen. Und das erwarte ich auch von Ihnen.
    Sehen Sie es doch mal sportlich:
    Auch nach einer Niederlage (LBC bleibt) sollte der Unterlegene dem Gewinner
    die Hand reichen können. Das wäre ein Gebot der Fairness.

    1. Sehr geehrter Herr Wilkens, gemessen an dem, was Sie und Ihre Gesinnungsgenossen in den letzten Jahren zum Flughafen Lübeck geäußert haben, sind Sie ja wohl eher zu den Verlierern zu rechnen. Wenn nicht die öffentliche Hand immer wieder trick- und fintenreich mit Mitteln ausgeholfen hätte, wäre der Flughafen Lübeck schon lange Vergangenheit. Ich erinnere auch nur an Ihr Zitat: „Infratil ist ein global player, die wissen, was Sie tun!“ Haben Sie ja auch, nur anders, als Sie es meinten. Und das mit den echten Chancen kann ich langsam nicht mehr hören. Was war denn an den bisherigen Chancen nicht echt?
      Die Antwort ist ganz einfach, Herr Wilkens: Es gibt keinen Bedarf für einen Verkehrsflughafen Lübeck! Wissen Sie, wie viele CAT II Anflüge es bisher gegeben hat? Rechnen Sie mal aus, was jeder einzelne gekostet hat – siebenstellig! Und nicht nur das habe ich vorhergesagt, aber wenn Kommunalpolitiker meinen, es besser zu wissen als wettergegerbte Kapitäne und Flugzeugbauer, dann ist das eben das Ergebnis. Das Ding steht auch noch auf der falschen Piste, und solange in Hauptanflugrichtung nicht mal ein normales CAT I Minimum (200 Fuß Wolkenuntergrenze – 550 m Sicht, aktuell 250 Fuß Wolkenuntergrenze – 800 m Sicht) etabliert werden kann, bleiben alle, die Durchblick haben, eben auch weg.
      Was gerade passiert ist ganz einfach: ein Lügengebäude bricht zusammen. Jahrelang hat man den Leuten erzählt, es müsste ausgebaut werden, damit neue Linien angeboten werden KÖNNTEN. Viele Linien kamen und gingen – ohne Ausbau. Und obwohl der Wendehammer nie gebaut wurde (wozu auch, auf der vorhandenen 60 m breiten Bahn drehe ich Ihnen bequem einen A 380 um), kommt es weder zum Stau am östlichen Bahnkopf, noch litt die Verkehrsabwicklung darunter.
      Und was Herrn Prof. Stöcker angeht, bin ich nach all dem, was ich bis jetzt zu seinem geplanten Engagement gelesen habe, sehr skeptisch. Wenn er in das Verfahren zum Planfeststellungsbeschluß eintreten will, muss er kräftig Geld auf den Tisch legen. Tut er es nicht, muss die Hansestadt kräftig zurückzahlen, denn der Ausbau light wurde fahrlässigerweise „auf eigene Gefahr“ unternommen. Kein rechtssicherer Plan – Rückbau!
      Letzte Frage, sind Sie sich sicher, dass Prof. Pannen vor Ende Mai abschließt? Derartige Ankündigungen hören wir seit Monaten.
      Noch sind Sie auf sportliche Betrachtungsweise angewiesen, denn Ihre Prognosen der letzten Jahre waren bis dato ausnahmslos alle falsch.
      Frisch zurück auf der Erde,
      Claus Cordes

      1. Sehr geehrter Herr Cordes, ich habe versucht, sachlich meine Meinung darzustellen.
        Dabei geht es mir nicht um die Vergangenheit des Airports, sondern viel mehr um seine
        Zukunft. Und wenn Prof. Dr. Stöcker LBC tatsächlich übernimmt, zähle ich mich wirklich
        nicht, wie Sie ausführen, zu den Verlierern.
        Dagegen erwecken Sie bei mir den Eindruck, als wenn Sie mit LBC noch irgendeine Rechnung
        offen haben, die erst beglichen ist, wenn der Flughafen umgepflügt ist.
        Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche.
        M.f.G
        von Bad Schwartau nach Bad Schwartau

        1. Herr Wilkens,
          wenn Sie hier doch so sachlich diskutieren, würde ich gerne von Ihnen erfahren, wo hier Beiträge an der Wahrheit vorbeigehen? Ich bin gespannt auf Ihre Antwort und mir sicher, dass Sie einen derartigen Vorwurf auch entsprechend begründen können!

          Was Herr Stöcker angeht, muss er erstmal beweisen, dass er ohne neue Steuermittel(Fördermittel) auskommt. Denn das hat uns doch „die“ Politik versprochen. Chancen hat dieser Flugplatz in den letzten Jahren/Jahrzehnten übrigens genug bekommen. Es ehrt Sie ja, dass Sie trotz aller Versprechen immer noch an eine rosige Zukunft glauben. Bei mir war es damit nachdem Ausstieg von Infratil vorbei.

          Herr Cordes und Herr Klanowski haben jahrelang sachlich bezüglich des Flughafens diskutiert/argumentiert und viele hochgejubelte neue Meldungen(Flugschule, neue Linien, Frachtflug, Lübeck Airlines, Gesundheitstourismus, usw., usf.) sachlich demontiert. Letztlich hatten sie mit all ihren Vorhersagen bezüglich dieser Jubelmeldungen recht.

          Aber wer weiß… vielleicht schafft es ja Stöcker einen Bedarf für Linienflüge und diesen Regionalflughafen zu erzeugen? Bin gespannt, wie er das anstellen möchte. Und wenn er es ohne öffentliche Mittel macht, soll er es machen.

          Ich sehe übrigens keine Niederlage der Kritiker, denn die hatten ja wie oben beschrieben mit ihren Vorhersagen in den letzten Jahren GRUNDSÄTZLICH immer recht. Und auch Herr Klanowski hat in mehreren Beiträgen angekündigt, dass irgendwie weitergewurschtelt wird. Wie es aussieht, hat er auch damit wieder recht. Ich persönlich hätte mir aber eine Ende mit Schrecken gewünscht.

          Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

        2. Darf ich den vorangeganenen Dialog in zwei klassischen Zeilen zusammenfassen?
          Wolfgang Wilkens: „Das ist nicht recht, man muß dran glauben!“
          Claus Cordes: „Muß man?“

        3. Vielen Dank, der Start ist in hinreichend labil geschichteter Kaltluft unter Zwischenhocheinfluß sehr gut gelungen, allerdings nicht von Bad Schwartau aus. 543 km Streckenflug im Segelflugzeug : Waldeck – Kyffhäuser Denkmal – Lüdenscheid – Waldeck. Nur schweinekalt war’s da oben.

          Aber jetzt im Ernst, wie kommen Sie darauf, dass ich erst froh bin, wenn der Flughafen umgepflügt ist? Ihre Gesinnungsgenossen kamen irgendwann vor 20 Jahren auf die blödsinnige Idee, den Flugplatz derart aufzublasen, dass er jetzt von einer Pleite in die nächste rutscht. Wenn jemand dafür sorgt, dass er umgepflügt werden wird, sind es die vorlauten Möchtegernaviatiker und sonstigen „Flughafenexperten“ in Stadt und Land, die – unterstützt von willfährigen Claqeuren und einer inkompetenten Lokalpresse – seit Jahren den unbeschreiblichsten Blödsinn absondern und umsetzen- die Ergebnisse spiegeln das wider. Seit Jahren predige ich wie Dädalos, dass der Ikarus nicht zu hoch fliegen soll – aber nein, der Bengel hört nicht und fliegt wieder und wieder auf die Nase.
          Gerne extra nocheinmal für Sie : es gab und gibt keinen Bedarf für einen Verkehrsflughafen Lübeck !

    2. Seit 15 Jahren steckt der Flughafen mehr oder weniger in der Krise und macht Verluste. Jetzt, wo es nicht weitergeht, will Herr Stöcker den Flughafen „retten“. Ob er auch die Verluste übernimmt, wenn er den Flughafen kauft ? Wohl kaum, und genau das muss jetzt genau geklärt werden. In der Vergangenheit hatte er ja bekanntlich div. Forderungen gestellt.

    3. Werter Herr Wilkens,

      ich sehe mich nicht in einem sportlichen Wettbewerb mit Gewinnern und Verlierern. Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen – das hier ist ein Blog und kein Fußballspiel. (Wenn es eines wäre, würde ich Sie allerdings auf zwei Tatsachen hinweisen wollen: 1. das Spiel ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter es abpfeift; und 2. Sie sind nicht der Schiedsrichter.)

      Ansonsten schließe ich mich den Herren Cordes und Sählandt an, die mir dankenswerterweise die Worte aus dem Mund genommen haben. Daß die als heiliges Kalb verehrte Landewiese in Wahrheit ein totes Pferd ist, kapieren jetzt hoffentlich auch die, die viel zu lange versucht haben, es zu reiten. Das ist dann hoffentlich ein Gewinn… ein Erkenntnisgewinn.
      Schönen Abend noch.

  2. Es ist klar, dass die politischen Entscheider in Lübeck und vermutlich auch in der Landesregierung unter allen Umständen die Betriebserlaubnis des „Airports“ erhalten wollen. Man denkt da langfristig und scheut sich auch nicht, den Flughafen zu diesem Zweck in ein künstliches Koma zu versetzen, aus dem man ihn dann später einmal bei Bedarf wieder aufwecken kann. Wie schön, wenn man da mit einem regionalen Strohmann, äh, Entschuldigung, ich korrigiere mich: Unternehmer gemeinsame Sache machen kann: wunderbar.
    Eine ziemliche hoffnungslose Situation, wird das Ganze sich doch noch weiter zu Gunsten des „Airports“ entwickeln, sollte bei Landtags- und/oder Bürgerschaftswahlen die CDU ans Ruder kommen.
    Was tun?

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