Same procedure as least year

Die Fakten ganz kurz vorweg. Wenn Sie am 1. Januar gegen 15 Uhr ein ziemlich lautes Flugzeug gehört haben, das in Lübeck-Blankensee abhob: es war die Fokker 70 der niederländischen Regierung mit der Kennung PH-KBX. Gelandet war die Maschine bereits am 30. Dezember, aber nicht in Lübeck, sondern in Hamburg (laut flightradar24.com). Am Neujahrstag kam sie lediglich zu einer Zwischenlandung nach Lübeck, um Passagiere aufzunehmen und fast sofort wieder abzudüsen – Ziel: Amsterdam.

Soweit die Fakten. Der Rest ist reine Spekulation zur allfälligen Unterhaltung.

Diese Flüge haben eine gewisse Tradition, besuchte doch die damalige Königin der Niederlande, Beatrix, öfter mal deutsche Verwandte über das Jahresende. Ob sie auch diesmal an Bord war, wird vielleicht eine höchst überflüssige Pressemitteilung des Flughafens erklären, die aber nicht so glamourös ausfallen dürfte wie die früheren.

Selbst die Lübecker Nachrichten… ach nee, das Wort „selbst“ streichen wir lieber. Nochmal also: Natürlich erzählten die Lübecker Nachrichten 2012 so ein verschwurbeltes PR-Machwerk nach – samt Foto mit Quellenangabe „Flughafen“.

Mit einer Fokker 70 schwebte einen Tag vor Silvester die niederländische Königin Beatrix überraschend auf dem Lübecker Airport ein. Auf Niederländisch begrüßte VIP-Betreuerin Karin Reuter die Monarchin … Bereits zum dritten Mal sei sie über Blankensee geflogen, um Verwandte und Bekannte in Deutschland zu besuchen, sagt die langjährige Flughafen-Angestellte.

So so, überraschend war das? Wo es bereits das dritte Mal war? Manchmal scheint Lokalredakteur Kai D. nicht so ganz stringent formulieren zu können. Aber Hauptsache, man hat ein paar Zeilen geschunden und von der Landewiese ein nettes Foto zum kostenlosen Abdruck bekommen.

Es würde diesmal aber nicht so gut klingen, denn gelandet ist die Maschine zunächst, wie gesagt, in Hamburg. Vielleicht war man sich in den Niederlanden nicht sicher, ob die Lübecker Landewiese geöffnet hat oder überhaupt noch existiert.

Foto: Emiel Ketelaar / Lizenz: CC BY 3.0

Ob Prinzessin Beatrix – so ihr offizieller Titel nach der Abdankung – vielleicht noch die Zeit gefunden hat, die berühmten nach ihr benannten fiktiven Medaillen am Flughafen zu verteilen, sollte sie tatsächlich hier vorbeigeschaut haben, weiß ich nicht. Kandidaten gibt es viele, aber natürlich stünde der ebenso noble wie selbstlose Investor Prof. Winfried Alexander Stöcker ganz oben auf der Anwärterliste für sein Engagement für die Gammelpiste. Ach nee, Entschuldigung, das heißt jetzt ja „Traditionsflughafen“.

Egal: Frohes Neues Jahr! Auch 2017 erwartet uns viel Blödsinn aus der Ecke, vermutlich mehr als 2016.