Allmachtsgefühle

Selten hat jemand das Prinzip Stöcker besser auf den Punkt gebracht als neun Professoren, die die Lübecker Uni-Präsidentin in einem offenen Brief aufgefordert haben, dem Euroimmun-Gründer und jetzigen Flughafenbetreiber aufgrund seiner Weihnachtsansprache seine Honorarprofessur zu entziehen.

Herr Stöcker ist … ein kühl berechnender Geschäftsmann, der sich durch seine Position in einer unreflektierten Allmacht fühlt.

Lübecker Nachrichten, 21./22. Januar 2018, Druckausgabe, Lokalteil HL, S. 12

Ein Satz zum Einrahmen. Schade nur, daß man seine Hybris erst jetzt zu erkennen scheint. (Siehe Friedrich Schiller, Der Ring des Polykrates.)

Zu vermuten war das jedoch schon lange, auch ohne seine jüngsten, von vielen als politisch inkorrekt interpretierten Äußerungen. Einige Beispiele aus den letzten Jahren finden Sie hier.

Umso unverständlicher, daß er trotzdem jahrelang von Lokalpolitikern fast jeder Couleur hofiert wurde, die er überdies regelmäßig verhöhnte – was jene jedoch mit geradezu flagellantischer Wollust zu dulden schienen.

Wird jetzt endlich Schluß damit sein?

Eine Antwort auf „Allmachtsgefühle“

  1. Zugegeben, die Herren Professoren haben es wirklich schöner ausgedrückt, aber genau das war es, was ich in meinem Kommentar damals meinte. Herr Dr. Stöcker hatte großen Erfolg in seinem Fachgebiet und als Chef einer profitablen Firma höchstwahrscheinlich eine Position erreicht, in der ihm selten widersprochen wird. Das könnte, eventuell gepaart mit anderen Schrulligkeiten des Alters, zu einer Verschiebung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung führen, oder?
    Aber der Flughafen wird bestimmt ein Erfolg – hier irrt er sicher nicht…

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