Leben nach der GDPR bzw. DS-GVO

Um vorläufig wenigstens die bisherigen Inhalte dieses Blogs weiterhin im Internet verfügbar zu machen (achteinhalb Jahre Arbeit schmeißt man nicht einfach weg), habe ich etliche Änderungen vorgenommen. Dazu gehört auch eine erweiterte Datenschutzerklärung – bitte lesen Sie sie!

Sie wissen vielleicht, daß das Programm, unter dem dieser Blog läuft, sich WordPress nennt und extrem weit verbreitet ist.  Umso erstaunlicher, daß es die Macher lange Zeit nicht für nötig erachtet hatten, das Programm gegen den Brüsseler Datenschutzwahn zu wappnen. Erst in den letzten Wochen gab es verzweifelte Anstrengungen dazu.

Noch schlimmer ist die Lage bei Plugins, Programmteilen also, die von Drittanbietern stammen. Da blieb mir nach Lage der Dinge nichts weiter übrig, als diese Plugins zu deaktivieren, da ich nicht weiß, inwieweit sie DS-GVO-kompatibel sind.

Besonders betroffen sind das Kontaktformular (komplett gestrichen) und die automatische Benachrichtigung bei der Veröffentlichung neuer Artikel. Sie wird ebenfalls gestrichen; sämtliche bisher registrierte Email-Adressen werden gelöscht, nachdem dieser Artikel veröffentlicht wird. Sie werden also keine Benachrichtigungen über neue Beiträge mehr erhalten.

In beiden Fällen war das Problem, daß ich jetzt verpflichtet bin, auf jeder derartigen Seite ein Kästchen einzurichten, das Sie jedesmal anklicken müssen, um der Speicherung Ihrer Daten zuzustimmen. Ja, für so doof hält Sie die EU, daß Sie sich das nicht selbst denken können! Siehe weiter unten – ja, Sie können weiterhin Kommentare abschicken, aber erst, nachdem Sie das EU-Idioten-Kästchen angeklickt haben!

In der Datenschutzerklärung muß ich sogar angeben, daß ich Ihre Adresse speichere, wenn ich eine Email von Ihnen erhalte und darauf antworten möchte! (Das habe ich dann auch pflichtgemäß getan.) Was für ein Kindergarten. Idiocracy – falls jemand den Film kennt.

Zudem habe ich alle Plugins deaktiviert, die möglicherweise die Dienste Dritter nutzen. Das betrifft aber nichts Wesentliches, lediglich einige Tabellen und Umfragen; einige Artikel sehen evtl. etwas zerschossen aus. Leider mußte ich die Druckfunktion ebenfalls deaktivieren, da sie auf die Dienste Dritter zurückgriff. Im Moment bleibt Ihnen leider nichts anderes als Strg-P zum Ausdrucken von Beiträgen.

Ach ja, und den total idiotischen Hinweis auf Cookies habe ich auch noch eingebaut. Man hat ja sonst nix zu tun! Und der ganze Datenschutz-Schrott, den sich natürlich außer Abmahnfirmen niemand durchliest, ist inzwischen auf sechs A4-Seiten angewachsen. Und das für einen komplett nicht-kommerziellen Blog? HALLO?! Geht’s noch?

Alle Texte stehen aber unverändert und rechtskonform weiterhin zur Verfügung. Das war das unmittelbare Ziel.

Wie es weitergeht? Das hängt sehr davon ab, ob man unter den obwaltenden Umständen noch einen funktionalen, privaten und werbefreien (!)  Blog ohne wesentlichen bürokratischen Reibungsverlust und ohne Inanspruchnahme der Dienste von Rechtsanwälten betreiben kann. Auf Dauer bin ich da sehr skeptisch.

2 Replies to “Leben nach der GDPR bzw. DS-GVO”

  1. Sollte es demnächst ein DS-GVO-kompatibles Plugin für Email-Benachrichtungen geben, werde ich das installieren. Interessenten würden sich neu anmelden müssen.

    Das alte war nicht kompatibel; ich hätte persönlich bei jedem Empfänger anfragen müssen, ob man weiterhin interessiert und mit der Speicherung von Email-Adressen einverstanden sei.

    Der Postillon ist garantiert so schweinereich, daß er sich so etwas programmieren lassen oder kaufen kann. Ich bin es nicht.

Kommentare sind geschlossen.