Ein Mann, der Kaufhaus kann

Warnung: der folgende Text ist keine Satire. Alles ist wahr. (So einen Schwachsinn könnte nicht mal ich mir ausdenken.)

Der langjährige, allseits bekannte und beliebte Ex-Landewiesen-Geschäftsführer Hon.-Prof. Dr.-Ing. Jürgen Friedel steht jetzt in den Diensten des Poltergeists vom Blankensee, Prof. Dr. med. Winfried Stöcker. Zum Glück nicht als Geschäftsführer eines Flughafens in der Nähe (grusel), sondern als Projektleiter eines Kaufhauses in Görlitz, also im fernsten Osten nahe der polnischen Grenze. Weit, weit weg. Puuh… Glück gehabt.

Und natürlich ist auch die ehemalige Flughafen-SprecherinSchweigerin Stefanie Eggers wieder mit von der Partie. Das Duo Friedel/Eggers verweigerte mir seinerzeit hartnäckig jederlei Auskünfte, solange ich nicht persönlich bei Herr Friedel zum Rapport antanzen würde. Einmal mit Profis arbeiten…!

Nun interessieren mich die Aktivitäten des Herr Prof. Dr. med. Stöcker außerhalb von Lübeck-Blankensee nicht sonderlich, aber ich mache mal eine Ausnahme. Zu diesen Aktivitäten gehört, warum auch immer, ein Warenhaus in Görlitz, in das der Herr Professor 20 Mio. Euro aus seiner Privatschatulle pumpen will. Wszystko jedno. Es sei ihm von Herzen vergönnt, etwas Sinnvolleres zu tun als eine marode Landewiese in Lübeck aufzubrezeln oder noch mehr Bäume in bzw. am Blankensee abzuholzen.

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Warenhaus in Görlitz. Foto: Pilettes/Manecke, Lizenz: CC BY-SA 2.0 DE, CC BY-SA 3.0

Eine Bürgerinitiative gibt es auch. Sie vermeldet:

  • Als 150. Mitglied begrüßen wir Frau Lei Zhu, Ex-Ehefrau von Professor Stöcker, die sich um die architektonische Seite des Kaufhausprojekts kümmert. …
  • Und zu guter Letzt freuen wir uns, dass uns mit Dr. Theophana Prinzessin von Sachsen ein Mitglied des sächsischen Hochadels mit ihrer persönlichen Mitgliedschaft beehrt.

Küß die Hand, Hoheit. Derweil denkt Stöckers

junge, hübsche Lebensgefährtin Qiangian Chen … über eine Ecke für chinesische Produkte im Kaufhaus nach.

Lübecker Nachrichten, 26./27. Januar 2014, S. 50

Die Sächsische Zeitung berichtete kürzlich:

Die große Beteiligung von Görlitzern und Touristen sei schön, sagt Projektmanager Jürgen Friedel, der mit für die Neugestaltung des Kaufhauses verantwortlich ist. Sicher seien diese Wünsche schon hilfreich, aber noch nicht entscheidend. Man befinde sich noch immer in der Phase des Sammelns.

Der große Sammler und Planer

Ach ja… das hat Herr Friedel auch in Lübeck immer wieder von sich gegeben, ohne daß dann etwas passiert wäre (außer seinem Abflug am 1. Oktober 2013).

Das nächste Jahr wird im wesentlichen das Jahr der Planung sein … wir wollen aber eben auch ’ne Masterplanung machen, das heißt, was wird jetzt auf dem Gelände passieren … dafür müssen jetzt die Rahmenbedingungen geschaffen werden…

airliners.de, 10. Dezember 2012

Etwas merkwürdig ist die Geschichte, denn wie man hört, pflegen Friedel und Stöcker ein freundschaftliches persönliches Verhältnis, und das nicht erst seit kurzem. Das ist nicht zu kritisieren, wenn es denn wahr wäre. Nur stand Friedel seit dem 1. Januar 2013 auf der Gehaltsliste des „Investors“ Amar, und die Herren Stöcker und Amar waren dem Vernehmen nach nach einer ersten (und einzigen) Begegnung Erzfeinde.

Eine klare Meinung von Amar hat indes Euroimmun-Chef Winfried Stöcker, der ihm auch begegnet ist: „Ich habe mit dem Herrn gesprochen, er schien mir sehr unbedarft und kam mir eher wie ein Strohmann vor.“ Sein Urteil: „Ohne echte Motivation – für mich kein Partner.“ Stöcker würde sich nicht weiter am Flughafen engagieren, „wenn er in die Hände“ Amars komme.

Lübecker Nachrichten (online), 28.11.2012

Was für eine Seifenoper! Geht das jetzt täglich so weiter? Ich fürchte, ja.

Danke an Jens für den Hinweis.

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6 Gedanken zu „Ein Mann, der Kaufhaus kann“

  1. Sehr geehrter Herr Klanowski,

    Ihre zuverlässig erscheinenden Kommentare zu (fast) jedem Ereignis am Flughafen Lübeck verfolge ich – mal mehr, mal weniger – amüsiert, und (heute) mit Erstaunen.
    So sehr mir hier und da auch das Lachen vergeht – Ihre Bemühungen, neueste Recherchen unterhaltsam zu verbreiten, stehen außer Zweifel.
    Ziemlich (konsequent) vernachlässigt sehe ich dabei übrigens die Seite der Mitarbeiter, aber ich schätze, das ist für Sie entweder a) uninteressant oder b) relativ unmöglich zu recherchieren?! Nebenbei: Schade eigentlich.
    Und abgesehen davon, dass ich mich (oft) frage, was genau eigentlich manche Kommentatoren mit ihrem doch (oft) sehr unsensiblen Geschreibsel bezwecken (nutze hier jetzt auch mal die Gelegenheit etwas großflächiger um mich zu hauen), fällt mir zu Ihrem heute (mit Sorge) eigentlich nur noch ein:

    What will you do, when it’s all over?

    Grüße von einer Mitarbeiterin des FHL

    1. Danke für Ihren Kommentar. Ich weiß allerdings nicht, was für Berichterstattung Sie in Sachen Flughafenmitarbeiter von blankensee.info oder anderen Medien erwarten. Natürlich hat mein Mitgefühl jeder, der seinen Arbeitsplatz unverschuldet verliert, ob bei Flender, Schlecker oder am Flughafen. Die meisten Leser würden das auch unterschreiben. Aber nützt das jemandem etwas, wenn ich das so sage?

      Ich hatte in der Vergangenheit den Eindruck, daß die Belegschaft sich immer ganz gut Gehör verschaffen konnte, sei es in der Bürgerschaft oder beim Bürgerentscheid. Das habe ich immer respektiert, auch wenn meine Interessen anders gelagert sind. Es vertritt halt jeder seine eigenen Interessen, das ist völlig normal und gehört für mich zur Demokratie, die dann letztlich den Interessenausgleich herzustellen hat.

      Ansonsten haben Sie natürlich recht; es ist für mich in der Tat ziemlich unmöglich, da zu recherchieren. Ich kenne keinen Mitarbeiter persönlich.

  2. Hallo Herr Friedel,
    vielleicht räumt es etwas von den Missverständnissen aus dem Weg, wenn ich berichten darf, dass auch ich Herrn Klanowski noch nie getroffen habe und wir in all den Jahren gerade ein einziges mal telefoniert haben. Und das, obwohl wir beim Thema Flughafen einer Meinung sind und in persönlichen Gesprächen keine Kontroversen zu befürchten hätten. Doch so unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die bevorzugten Mittel der Kommunikation. Die direkte Auseinadersetzung von Angesicht zu Angesicht ist nicht jedermanns Sache. Herr Klanowski hat seine Ausdrucksform im Schreiben eines Webblogs gefunden. Damit bereichtert er die Debatte wie kein anderer. Fundiertere und besser recherchierte Beiträge zum Thema finden sich nirgends sonst. Alles andere ist doch stark eingefärbt, oft dogmatisch, und beruht auf Abhängigkeiten zu bestimmten Lagern oder Parteien. Dazu zählt auch das, was Sie sagen und auch das, was ich sage. Daß Herr Klanowski strikt unabhängig ist und im Hintergrund wirken möchte, verdient unseren Respekt.
    Viele Grüße,
    K.Boie

  3. Guten Morgen, Herr Dr. Friedel,

    ich bin ein wenig überrascht, von Ihnen hier JETZT NOCH zu lesen, aber warum nicht, es waren sicher prägende Jahre Ihres Lebens.
    Eines möchte ich jedoch kurz anmerken: bei Flughafen Lübeck und Dunkelmännern denke ich nicht wirklich zuerst an Herrn Klanowski.

    Mit freundlichen Grüßen in Deutschlands östlichste Stadt, selbstverständlich auch an Frau Eggers,

    Claus Cordes

  4. Sehr geehrter Herr Klanowski,

    vielen Dank für Ihre humorvolle Darstellung. Ich bewundere Ihr Engagement
    und Ihre Energie. Einen Sachverhalt möchte ich allerdings gern richtigstellen:

    Es ist richtig, dass Frau Eggers und ich Sie seinerzeit mehrfach um ein persönliches Gespräch gebeten hatten. Den Ort, ob am Flughafen, bei Ihnen oder auf ganz „neutralem“ Boden und die Zeit konnten Sie bestimmen, ich wollte Sie sogar zu einem gemeinsamen Essen einladen.

    Zu unserem Bedauern wollten Sie lieber im Dunkeln bleiben und aus der
    Hecke schießen. Damit – und das hatte ich Ihnen damals auch schon gesagt –
    sind Sie der einzige, der uns nicht die Chance auf einen persönlichen Austausch geben wollte. Alle anderen Interessierten konnte ich persönlich kennenlernen und beantwortete alle Fragen möglichst umgehend. An Dunkelmänner gebe ich keine Auskünfte – auch heute nicht. Aber das hatte Sie damals auch nicht bewogen mir einmal in die Augen zu schauen. Schon etwas seltsam – verstehen kann ich Ihr Verhalten bis heute nicht.

    Soviel zur Klarstellung!

    Viele Grüße, Jürgen Friedel

    1. Gerne bestätige ich Ihre Einladung. Das mit dem „Rapport“ habe ich etwas flapsig formuliert, ich bitte um Nachsicht. Das war jedoch der subjektive Eindruck, den ich hatte.

      Sie erinnern sich doch? Es ging um eine ganz einfache Frage: läuft das ILS Cat. II? Ein „Ja“ oder „Nein“ per Email hätte genügt. Ich hab’s nun mal gerne effizient.

      Ich konstatiere also mutuelles Unverständnis, da sind wir uns wohl einig; allerdings nicht ohne anzumerken, daß ich keineswegs aus dem Dunkeln schieße, sondern mit meinem Namen (siehe Impressum) für alles geradestehe, was ich hier schreibe.

      Auf meine Unabhängigkeit bin ich, der kein Mitglied einer Partei oder eines Vereins ist, und der sich ebensowenig mit Flughafengeschäftsführern zum Essen trifft, sogar stolz.

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