Landewiese unter dem Stern der KPCh

Die Lübecker Landewiese steht jetzt gewissermaßen unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas. Der Investor hat jetzt seine erste, wie soll ich sagen, Duftmarke gesetzt und am Flughafen das rote Fünf-Sterne-Banner gehißt. (Kein Witz.)

flaggenIch höre gewisse Leute schon jubeln, was für ein toller Vertrauensbeweis das doch sei und was für eine Super-Investition. Das toppt ja sogar die himmelblau angepinselten Hallen des Vor-Investors.

Der große Stern auf der Flagge symbolisiert übrigens die Führung der kommunistischen Partei, also: was soll da noch schiefgehen?

Daneben befindet sich noch eine Flagge, die aus der Ferne an den Dannebrog erinnert, bei näherem Hinsehen aber wohl eher eine Art Firmenflagge sein soll.

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Bei der Betrachtung des Firmenlogos im Internet drängt sich allerdings der Verdacht auf, daß die Flagge falsch herum hängen könnte, denn eigentlich sollte das Logo so aussehen:

logoTss, tss. Man darf aber auf eine milde Strafe für den Verantwortlichen für diesen eigentlich unverzeihlichen Fauxpas hoffen.

Ob die Beschäftigten jetzt – unabhängig davon – generell zu Arbeitsbeginn zu einem Fahnenappell antreten müssen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ebensowenig, ob sie zu dreitägigen  paramilitärischen Übungen verpflichtet sind. Ausreichend Gelände und Zeit hätte man ja.

Ansonsten: tote Hose.

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In Sachen Sandkrughof in Schnakenbek, den die Flughafenbetriebsgesellschaft PuRen Germany – angeblich als Firmensitz – erworben hat, hat ein Leser netterweise nachgefragt, warum das Anwesen im Internet immer noch zum Verkauf angeboten wird. Die Antwort: es wird erst aus dem Angebot genommen, wenn die vertraglich vereinbarte Zahlung des Kaufpreises erfolgt ist. Die erwarte man aber in diesen Tagen.

15 Replies to “Landewiese unter dem Stern der KPCh”

  1. Herr Weegen… So ein Thema für sich. Wenn jeder Interessent mit dem ich spreche eine Boeing bei mir kaufen würde, wäre ich schon vielfacher Multitrilliarder. Bin ich aber leider nicht. Nur weil ich mit jemanden spreche heißt es doch nicht das ich auch mit ihm in einer ernsthaften Verhandlung stehe ! Meine Güte… Mal sehen ob zumindest einer irgendwie hängen bleibt.

    1. Das hat mit Herrn Weegen gar nicht viel zu tun. Die selben Textbausteine haben alle seine Vorgänger auch schon perfekt drauf gehabt. Und wo bleiben denn jetzt die drei „home carrier“? Daß aus aus all dem nie viel wurde, stört mich allerdings nicht. Ebensowenig verwundert es mich. Ganz generell gesprochen habe ich den Eindruck, daß in der Luftfahrtbranche kaum Geld verdient wird, jedenfalls nicht von Flughäfen und Fluggesellschaften (Subventionsheuschrecken sind ein Sonderfall). Ausnahme: Experten und Berater und Flughafen-Geschäftsführer, die jedem viel erzählen, der etwas hören will. Davon gibt’s jede Menge, und die verdienen wohl ganz gut. Alles sehr merkwürdig, oder?

    1. Der Investor ist die juristische Person Puren Germany GmbH, nicht Herr Chen. (Diese überflüssigen Personalisierungen sind eine Spezialität der Mainstream-Medien und wenig zielführend, wenn es mal Probleme geben sollte – siehe den Fall des Vorinvestors Amar.) Meine Formulierung schließt somit sogar den Fall ein, daß dankbare Flughafenmitarbeiter die Flaggen in Eigeninitiative gehißt haben, sind sie doch Angestellte der PuRen Germany GmbH. Oder anders ausgedrückt: ohne Zustimmung dieser Flughafenbetriebsgesellschaft werden dort garantiert keine Flaggen gehißt. Ich habe kein Problem damit, halte es aber eine übertriebene bis alberne Symbolik, die ich erwähnenswert fand.

      Und ja, selbst deutsche Flaggen in hiesigen Schreber- oder Vorgärten halte ich für albern. Man mag einwenden, es handele sich um den Ausdruck einer Identifikation mit dem Staat – aber der ist an sich ein abstraktes Gebilde. Wichtiger wäre doch eine Identifikation mit den Menschen, die in diesem Staat leben, die ihn doch erst ausmachen, und dieses Ziel erreicht man besser auf andere Art und Weise. Das muß nicht mal soziales Engagement oder gemeinnützige Arbeit sein, oft genügt schon ein wenig Rücksichtnahme auf seine Mitmenschen. Und das gilt auch für Lärm, insbesondere Fluglärm. Puh, das war jetzt das Wort zum Sonntag…

      1. Hmmm!!! – So langsam könnte man eine gewisse ‚überpolitische‘, ja geradezu außerirdische Panik in der Kommentargebung feststellen?! Sprich: auch LEICHT gaga-zitter-blubb-bla?!! (siehe auch: Rücksichtnahme, gell?).
        Nur zur Beruhigung (nicht mitbekommen?) – zwischendurch hingen wieder die kapitalistischen Flaggen: 1. Deutschland / 2. Schleswig-Holstein! Und diese 3 x so groß! Ist dann nicht alles wieder gut?!!
        Aber generell: B I T T E nicht ALLES immer so schwer nehmen! (auch wenn dieses Forum davon lebt)!
        Das Leben ist SCHÖN!!! : )

      2. Haben Sie einmal im für diese Frage zuständigen chinesischen Flaggenrecht und internationalen Flaggenrecht nachgeschlagen, oder ist das einfach naiver Kinderglaube? Es kann sogar sein, dass Herr Chen persönlich verpflichtet und verantwortlich dafür ist, eine chinesische Flagge aufzustellen.

          1. Tarjo,
            Sie sind gut, was hat das Chinesische Flaggenrecht denn mit einer deutschen GmbH zu tun, der PuRen GmbH?
            Wenn alle Unternehmen, an denen chinesische Unternehmen beteiligt sind, dann die chinesische Flagge aufhängen müssten, würden Sie staunen.
            Lassen Sie die Kirche doch mal im Dorf, irgend jemand freut sich über den chinesischen Investor und will ihm mit der Flagge eine Freude machen, nicht mehr und nicht weniger.
            Provozieren Sie bitte nicht noch diplomatische Verwicklungen.

        1. Tarjo,
          vielleicht sind Sie bei den Flaggenverordnungen aus Versehen in das Seeschiffahrtsrecht gerutscht, da müssen natürlich alle Schiffe durch ihre Flagge kenntlich sein.
          Ich gebe Herrn Klanowski recht, es ist sicher ungewöhnlich, ein neues Konzept für den Flughafen durch Hissen von zwei Flaggen zu untermauern, ein Konzept, dass immer noch nicht erkennbar ist.
          Aber das ist doch Sache des neuen Investors.
          Mich würde mehr interessieren, ob nun die Belegschaft die Hände in den Schoss legt und auf die Ankunft der wenigen neuen Flüge im nächsten Jahr wartet, oder ob Herr Weegen weitere Erfolge aus dem Hut zaubert, denn es hieß ja, dass er mit zehn neuen Fluggesellschaften im Gespräch wäre.
          Das waren seine eigenen Aussagen.
          Zählen sollten nur Erfolge.

  2. Herr Chen und die PuRen Gruppe „zeigen Flagge“, sind persönlich sichtbar und das ist gut so. Der Flughafen Lübeck ist nach langen Zeiten des Herunterwirtschaftens nun in den Händen von jemandem, der in der Lage ist Flagge zu zeigen, auch gut. Wenn das dann nun die chinesische Flagge ist, dann ist es halt Fakt, dass alle anderen gnadenlos versagt haben. Dass der Herr Chen nun eine gewisse Dankbarkeit seinem Land, auch bis hin zur KP Chinas, haben wird, ist auch nicht erstaunlich, haben sie ihm doch den Aufbau eines Unternehmens mit über 500 Mio Kapital ermöglicht – ob so etwas bei uns möglich wäre? Ich habe meine Zweifel.

    Der Flughafen Lübeck ist jetzt zum Einen Privatsache und zum Anderen Teil von China, so what?

    1. Nein, der Flughafen Lübeck ist nicht ausschließlich Privatsache eines Investors, so oft Sie das auch behaupten mögen. Er ist auch nicht exterritorial. (Natürlich kann man dort so viele Flaggen hissen, wie man will, mir erscheint das nur recht albern.)

      Ansonsten wie immer: Don’t feed the trolls.

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