Nachtrag: Keine Entwarnung für Segelflieger

Wieder einmal hat der Hauptausschuß der Lübecker Bürgerschaft getagt und sich mit dem Problem der geplanten Segelflug-Vergrätzung befaßt, wie HL-Live berichtet. Dabei wurde deutlich, daß dem Aero-Club von Lübeck, der sein Gelände im Süden der Landewiese Ende März verlassen soll, juristisch die Hände gebunden sind.

In den Verträgen der Stadt mit dem Flughafenbetreiber findet sich bekanntlich eine Klausel, die als bestehende Verpflichtung PuRens die angemessene Wahrung der Interessen der Sportflieger einfordert.

Es könnte also lediglich die Stadt als Eigentümer des Geländes, das an den Flugplatz-Betreiber PuRen verpachtet ist, aktiv werden. Die aber will bekanntlich nicht, wie von mir vorhergesagt:

[I]ch wette, daß die Stadt nicht juristisch gegen den Investor vorgehen wird, ganz egal was er macht. Schon gar nicht wegen der Segelflieger. Wer wettet dagegen?

Herr Saxe (Bürgermeister) und Frau Grau („Flughafenkoordinatorin“, was immer das für ein Job sein mag) haben das seitdem bestätigt.

Ausschussmitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wie auch der Linken forderten die Verwaltung auf, Gespräche mit dem Flughafenbetreiber zu forcieren. Man solle auch PuRen mit einer Erwartungshaltung zur Vertragserfüllung begegnen, zu welcher auch die grundsätzliche Bereitschaft zur Verhandlung gehöre. In den Austausch mit der chinesischen Gesellschaft zu treten, dürfte sich angesichts bisheriger Erfahrung jedoch schwierig gestalten. Bisher gab die PuRen GmbH auf Anfragen an, man wolle sich weder äußern, noch sehe man eine Notwendigkeit zur Diskussion.

HL-Live, 24. Februar 2015

PuRen, muhaha… wie schrieb airliners.de schon im November?

Das reine Flughafengeschäft leitet seit dem 1. November Peter Steppe.

airliners.de, 11. November 2014

Also der ebenso heißgeliebte wie erfolglose Ex-Geschäftsführer der Landewiese (1993-2005), auch bekannt als Meister der Salamitaktik, der mit Brausekopf-Taktik das erste Planfeststellungsverfahren zum Flughafenausbau mit Karacho an die Wand gefahren hat, und inzwischen Gebrauchtflugzeughändler in Hamburg.

Geschäftsführer der Landewiese ist mit Herrn Matthießen jemand, der nach eigenem Bekunden keine Ahnung von Luftfahrt hat, und laut Gesellschaftervertrag nicht mal ohne Zustimmung seiner chinesischen Aufpasser entscheiden darf.

Und was liest man in der hiesigen Monopolpresse bisher über diese offensichtliche Flughafen-Farce? Nichts, außer offiziellen Verlautbarungen.

Difficile est satiram non scribere.

2 Antworten auf „Nachtrag: Keine Entwarnung für Segelflieger“

  1. Ihrem Schluss, dass den Segelfliegern juristisch die Hände gebunden sein, kann ich nur in Bezug auf den Satz (…sollen in angemessener Form gewahrt werden…) zustimmen.
    Ansonsten verstößt PuRen gegen eine ganze Reihe von Regeln.
    On verra !

    1. Genau so hatte ich das auch gemeint – im Bezug auf den Vertrag PuRen/HL. Über alles andere könnte ich nicht mal spekulieren. Es bleibt mir nur, die öffentlich sichtbaren Auswirkungen zu beschreiben.

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