Steht ein heißer Sommer bevor?

Wer in diesem Jahr ein nachrichtenarmes Sommerloch an der lübschen Landewiese erwartet hatte, könnte erfreut oder enttäuscht werden (je nachdem): im Moment ist es jedenfalls nicht in Sicht. Jetzt ist es amtlich: der Flughafen zahlt die vertraglich vereinbarte Pacht für Grundstück und technische Anlagen nicht, und der Geschäftsführer gibt es auch noch zu.

Zwar fanden sich entsprechende Andeutungen jüngst in den Lübecker Nachrichten, aber die weitere Recherche überließ man dann dem Hamburger Abendblatt. (Ist doch irgendwie peinlich, daß man in den Blättern des Umlandes viel interessantere Artikel über die Landewiese lesen kann als in der hiesigen Monopolpresse.)

Laut Hamburger Abendblatt versucht „Investor“ Chen,

die Pacht für das stadteigene Flughafengelände zu drücken. „Es gibt Gespräche darüber, ob mögliche Brandschutzmaßnahmen der Pacht gegengerechnet werden“, bestätigt Nicole Dorel, Pressesprecherin der Stadt Lübeck. Nach Informationen von Andreas Zander, CDU-Fraktionschef in der Lübecker Bürgerschaft, gehen die Pachtzahlungen in Höhe von jährlich rund 400.000 Euro derzeit nur noch „zum Teil“ ein.

Hamburger Abendblatt, 1. Juli 2015, Druckausgabe, S. 12

Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: da geht es um mögliche Brandschutzmaßnahmen, aber die Pacht kürzt man schon mal eigenmächtig. Übrigens sind es nicht 400.000 (das ist eine theoretische Zahl), sondern de facto nur 300.000 Euro pro Jahr – die Pacht für die technischen Einrichtungen in Höhe von 100.000 Euro wird derzeit auf die Pacht fürs Gelände „angerechnet“, ist also rein fiktiv.

Den Ober-Brüller, den Mega-Schenkelklopfer, den besten Witz des Jahres (oder seines gesamten Wirkens an der Landewiese) liefert laut Abendblatt Flughafen-Geschäftsführer Dr. Peter Josef Steppe: Er

versucht nicht, den Streit um die Pacht zu dementieren. „Sollte es einen Dissens zwischen der Hansestadt Lübeck und Puren Germany geben, werden wir dies in hanseatischer Manier zwischen den Vertragsparteien lösen“, lässt er mitteilen.

Ob man in China, der Heimat von Yongqiang Chens „Puren Group“, diese „hanseatische Manier“ überhaupt kennt, wird in Lübeck zunehmend bezweifelt.

Das selbe dürfte auf Dr. Steppe zutreffen. Dessen Verhalten veranlaßte selbst einen gestandenen CDU-Bürgermeister einer Nachbargemeinde (im Hauptberuf Staatsanwalt) dazu, jeden Raum zu verlassen, sobald ihn Dr. Steppe betrat (Lübecker Nachrichten, 17./18. Oktober 2004).

Das sind alte Geschichten, aber es geht munter im selben Stil weiter. Man erinnere sich an die linke/fiese/üble Nummer, die der Flughafen, wieder unter der Leitung von Dr. Steppe,  kürzlich mit den Segelfliegern abgezogen hat – wo war da die „hanseatische Manier“? Die Hanselstadt™ gab klein bei, obwohl der Flughafen die fadenscheinigen Begründungen, warum er ausgerechnet das Gelände der Segelflieger für eigene Zwecke benötigte, öfter wechselte als so mancher seine Unterwäsche (und die Stadt glaubte alles).

Zunächst war es ein Sendemast, der verlegt werden „mußte“, dann brauchte man Abstellraum für Flugzeuge, dann für die Unterbringung von Flugschülern… eine detaillierte und lesenswerte Darstellung der Ereignisse finden Sie übrigens auf der Seite des Aero Club von Lübeck.

Man braucht keine Kristallkugel

Ich will nicht angeben… na gut, Sie haben mich ertappt. Ich will doch angeben. Am 24. Februar 2015 war hier zu lesen:

…ich wage die Vorhersage, daß die Episode mit den Segelfliegern erst das Vorspiel ist.

Aber ehrlich, diese Vorhersage war kein Kunststück. Wie auch diese aus dem selben Beitrag nicht:

Mal sehen, wann der Stadt der ganze Zirkus um die Ohren fliegt. Ich denke, schon in einem halben Jahr sehen wir sehr viel klarer.

Immerhin ist die Politik offenbar aufgewacht.

Lübecker Politiker wollen nun nachfragen. Am 14. Juli tagt der Hauptausschuss. „Da wollen wir vom Bürgermeister Bernd Saxe wissen, was mit den Pachtzahlungen ist“, sagt der CDU-Fraktionschef Andreas Zander

laut Hamburger Abendblatt. Ach, der Herr Zander…

CDU-Fraktionschef Andreas Zander hält den zukünftigen Flughafen-Eigentümer für seriös. Er scheine ein finanzkräftiger Investor zu sein, der ein ernsthaftes Interesse am Lübecker Flughafen habe, so Zander.

NDR, 11. Juli 2014

Es gab natürlich auch Nörgler, damals.

Die Linken lehnten das Geschäft ab. „Es gab die gleichen Versprechungen wie bei Amar“, sagte Fraktionschefin Antje Jansen, „aber alles ist ein bisschen dubios.“ Es habe nicht genug Informationen über den neuen Eigner gegeben.

Lübecker Nachrichten online, 10. Juli 2014

Unzufrieden äußerte sich Grünen-Fraktionschef Thorsten Fürter. Für ihn wurden „konkrete Nachfragen nach Wirtschaftsdaten nicht beantwortet“.

NDR, 11. Juli 2014

Man konnte sie auch nicht beantworten, denn wie wir heute wissen, fand praktisch keinerlei Überprüfung des Investors oder seiner ohnehin extrem schwammigen Pläne statt; weder vom Verkäufer der Landewiese (Insolvenzverwalter Pannen: Risikoprüfung liege nicht in seiner Verantwortung) noch von der Stadt (Senator Schindler: Der [Investor] wird sich das schon durchgerechnet haben).

Supi! Und nun?

„Die Stadt muss Härte zeigen, eine Reduzierung der Pacht können wir uns nicht gefallen lassen“, sagt Thorsten Fürter, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Er weiß: „Wenn Zahlungen runtergeschraubt werden, könnte das an finanziellen Probleme [sic] liegen.“

Hamburger Abendblatt, 1. Juli 2015, Druckausgabe, S. 12

Aber dann müßten die anderen ja zugeben, daß sie sich geirrt haben – oder haben irreführen lassen. Nur mal so zum Spaß: bei einer Splittergruppe in der Lübecker Bürgerschaft sprießen immer noch eitel Blütenträume. (Aber bitte ganz leise sein, wir wollen sie doch nicht aus dem Schlaf reißen.)

„Die Fraktion der Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck“ (BfL) ist weiterhin zuversichtlich, dass sich der Flughafen Lübeck-Blankensee weiterentwickeln und sicher in die Erfolgsspur gelenkt wird.“ Das erklärt der flughafenpolitische Sprecher der BfL-Bürgerschaftsfraktion, Lars Ulrich.

HL-Live, 1. Juli 2015

Er plappert traumwandlerisch sogar den nachweislich komplett falschen Blödsinn von 5.000 Flugschülern pro Jahr nach. Daß Herr Ulrich in seiner eigenen Flughafen-Scheinwelt lebt bzw. schläft, bewies er bereits im Januar 2014:

Die Fraktion der Wählervereinigung „Bürger für Lübeck“ (BfL) steht zum Lübecker Flughafen und blickt für den Airport optimistisch in die Zukunft. „Das erneute Genörgele über eine angeblich nicht ausreichend zufriedenstellende Entwicklung des Flughafens ist uns völlig unverständlich, die Motivation scheint aber klar: Persönliche Interessen und ideologisch verblendete Flughafenfeindlichkeit“, erklärt der flughafenpolitische Sprecher der BfL-Fraktion, Lars Ulrich.

Zur Erinnerung: der damalige „Investor“ bereitete vermutlich schon damals seinen Abflug vor. Auf jeden Fall hätte ein bißchen Lektüre sowie ein Spaziergang entlang der Landewiese gereicht, um zu sehen, daß da etwas fundamental schiefläuft (Jahresrückblick 2013: Teil 1, Teil 2, Teil 3).

„Hart an der Fälschung“

Zurück in die Gegenwart. Ganz nett ist im Hamburger Abendblatt auch die Videokritik (hier die PuRen-Videos auf Youku):

Ein … Werk zeigt den Flughafen mit Hilfe geschickter Schnitte so, wie er seit Jahren nicht mehr ist: Startende und landende Flugzeuge, eine volle Abflughalle, Hochbetrieb im Tower. Am Ende rückt die Flughafenfeuerwehr mit ihren beeindruckenden Fahrzeugen aus.

Werbung darf vieles, aber dieses Video ist hart an der Fälschung.

Wohl wahr. Und irgendwie war der vom „Investor“ Chen anfangs installierte Landewiese-Geschäftsführer Markus Matthießen wohl auch nicht so ganz echt:

Fast ein Jahr lang hat er als Geschäftsführer für Chen gearbeitet, Ende Mai hörte er auf. Chen brauchte einen Deutschen, um den Flughafen weiterbetreiben zu können. „Ich war von vornherein als Übergangsgeschäftsführer gedacht“, sagt Matthießen. Gesagt hat er das bei seinem Einstieg im Jahr 2014 nicht.

Hat er nicht. Aber es war offensichtlich. Um nochmal anzugeben, das letzte Mal für heute:

Dieser neue Geschäftsführer ist niemand anders als der CDU-Chef des Kreises Lauenburg, Markus Matthießen. Diese Personalie, denke ich, kann man recht schnell wieder vergessen. Er wurde vermutlich nur deswegen installiert, um auf die Schnelle überhaupt jemanden präsentieren zu können, der zudem in der Gegend bekannt ist.

blankensee.info, 11. Juli 2014

Die wesentlich interessantere Frage, auf die ich keine Antwort habe: war es von Beginn an geplant, den netten Herrn Matthießen durch den Mann fürs Grobe, Dr. Steppe, zu ersetzen? Der ist zwar auch lokal bekannt, aber eher im negativen Sinne durch seine Tätigkeit als Flughafen-Geschäftsführer von 1993 bis 2005. Allerdings bedurfte es erst des damaligen Investors Infratil, den forschen Herrn Doktor abzusägen – die Stadt war zuvor als Alleineigentümer des Flughafens trotz explodierender Verluste zu blöd und/oder leichtgläubig.

Damit verbunden ist die Frage, welche Rolle Dr. Steppe bei der Übernahme der Landewiese durch Herrn Chen gespielt hat – und bei den Ereignissen zuvor, denn in Lübeck treibt er sich seit spätestens 2011 wieder herum. Er bzw. seine Firma „Aviation & Aircraft Assets GmbH“ (AAA) haben seitdem so ziemlich alle (teilweise sogar konkurrierende) Akteure in Blankensee „beraten“, bis er selbst dann im April – überraschend, wie er behauptet – von Herrn Chen als Geschäftsführer der Landewiese berufen wurde.

 

8 Antworten auf „Steht ein heißer Sommer bevor?“

  1. Im Gegensatz zu Harald bin ich der Auffassung, daß die Politiker die Hauptschuld an der jetzigen, erneuten Schieflage trifft:
    • Wer hat denn Herrn Amar den kollektiven Zuschlag gegeben, ohne daß eine belastbare Finanzierung und ein tragfähiges Konzept vorlag? Die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft = die Politiker.
    • Wer hat denn im Juli 2014 trotz bereits damals bestehender, gravierender Bedenken und selbst von Herrn Saxe zugegebener „dürrer Faktenlage“ Herrn Chen den Zuschlag gegeben, ohne daß ein belastbares Konzept zur Fortführung des Flughafens vorlag? Die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft = die Politiker.

    Und jetzt komme mir bitte keiner, der die ganze Schuld dem Insolvenzverwalter in die Schuhe schieben will. Herr Pannen hätte nichts an Herrn Chen verkaufen können, wenn nicht die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft dem Einstieg von Herrn Chen in die Amar’schen Verträge mit der Stadt zugestimmt hätten. Ohne Pachtvertrag mit der Stadt kein Flugbetrieb auf der Blankenwiese.

    Natürlich hat aber auch Herr Pannen seinen Anteil an dieser Fehlentscheidung, aber er ist doch fein raus. Er konnte einen erheblichen Betrag zur Masse und damit zur Befriedigung der Gläubiger der Yasmina verbuchen und – viel wesentlicher – nach relativ kurzer Arbeit mit diesem komplexen Insolvenzfall floß ein erhebliches Sümmchen als Honorar auf sein Konto. Für Herrn Pannen war Herr Chen ein Glücksfall, was scherte ihn da noch die Zukunft des Flughafens. Allenfalls noch die der Mitarbeiter, aber die hat Herr Chen ja für ein Jahr übernommen. Also alles gut?

    Nein, ist es nicht! Denn als die Pläne des „Investors“ Chen mehr und mehr bekannt wurden, hat keiner der Politiker nachgefragt. Speziell unser Herr Wirtschaftssenator Schindler gibt einen phantastischen Ritter von der traurigen Gestalt ab! Wie kann er sich vor den Karren des Investors spannen lassen und diesen in China ohne genaue Kenntnisse von dessen Plänen werbewirksam unterstützen!? Originalton im Video zu hören: „Machen Sie es wie Herr Chen, investieren Sie in Deutschland!“ Und als Wirtschaftssenator (!) ohne Kenntnisse der Pläne läßt er sich noch nicht einmal die Rede von Herrn Chen (zumindest inhaltlich) übersetzen? 2000 Flugschüler – „So?“ Später 5000 Flugschüler. „Hhmmm!“ Besser kann man sich nicht als Vollpf….. outen – und das im deutschen Fernsehen. Alle haben es gesehen und vor Entsetzen gelacht! Was, das ist Lübecks Wirtschaftssenator? Oh Gott, die arme Stadt!

    Haralds Frage 3 ist ebenfalls hoch interessant. Bei der Vorstellung der PuRen IFA in China kann man im Hintergrund einen Teil der Präsentation sehen, auf der Herr Steppe als „President“ der IFA angekündigt wird. Als „President“, also oberster Repräsentant der IFA, mußte er von der irren Zahl der Chen’schen Flugschüler wissen. Und als in der Luftfahrt Bewanderter hätte er realistischerweise wissen müssen, daß dies nicht umsetzbar ist. Dann als „President“ dort für die IFA zu werben, könnte vor einem deutschen Gericht – sollte die Sache knallen und das wird sie – durchaus als Beihilfe zum Anlagebetrug ausgelegt werden.

    Bleibt noch Haralds Frage 5 nach dem allseits so beliebten „Notgeschäftsführer“ und jetzigen „Head of Business Development“ der PuRen Germany. Was war eigentlich seine Rolle beim Einstieg des „Investors“ Chen? Das sollte vielleicht einmal untersucht werden. Und wer als „Head of Business Development“ nichts besseres zu tun hat als sein altes Sparprogramm aus Amar’schen Zeiten wieder aufzulegen und dafür zu sorgen, daß die Regale im Duty Free Shop leer werden (weil nicht in ausreichender Menge Ware nachbestellt wird), dafür aber den Preis der (Penner-Ware) Schokoriegel im Flughafen-Shop um € 0,20 erhöhen will, der wird den Flughafen dann sicher zu neuen Höhen führen. Neuen Rekordhöhen beim Bilanzverlust natürlich! Was dachten Sie denn?

  2. @ Harald
    Klar fährt die Sache vor die Wand, die nächste Pleite ist unausweichlich, denn wer solch krude Ideen verfolgt, hat – wenn überhaupt – ganz andere Ideen, wobei die nicht unbedingt auf den Betrieb eines Flughafens abzielen müssen.
    Fakt ist: Blankensee als Verkehrsflughafen läuft nicht !
    Infratil war der in meinen Augen einzige seriöse Investor, der sicherlich ehrlich vorhatte, Lübeck hochzupusten. Dass man dabei anderen Nutzern gegenüber sehr grob auftrat (insbesondere die Herren Seidenstücker und Wilson taten sich da hervor und zogen so manchen (Fluglotsen) mit) mag dem anderen (wirtschaftlichen ) Kulturkreis geschuldet sein, aus dem diese Herren stammen. Aus dieser Zeit resultieren auch die Spannungen am Flughafen. Nicht alle Piloten haben sich alles gefallen lassen, denn das Gebaren einiger Verantwortlicher war schlicht unverschämt!
    Aber Infratil hatte einen sehr komfortablen Vertrag mit der Stadt und hat am Ende der „Probezeit“ die Reißleine gezogen.
    Dann war die Stadt wieder am Ruder und der Bürgerentscheid wurde, das darf man sicher so feststellen, mit „nicht ganz sauberen Argumentationen“ „gewonnen“.
    (Winterschäden auf dem Rollweg „C“, weil es auf den Straßen der Stadt gerade auch so aussah….das waren aber tatsächlich die für den Untergrund viel zu schweren Flugzeuge !)
    Ich habe dem einen oder der anderen damals zum „Pyrrhussieg“ gratuliert,und genau das war es ja auch.
    Der für die Interimszeit von der Stadt eingesetzte Geschäftsführer ist mir heute noch ein Rätsel. Er hatte offenbar mehr Interesse an „Rahmenveranstaltungen“, erinnert sei an den Komplettblödsinn eines Strandkorbrennens auf der Piste.
    Die beiden folgenden Investoren wirkten durch ihr Auftreten und ihre Planungen vom ersten Tag an auf mich unseriös, und dieser Eindruck hat sich im ersten Fall bald bestätigt, im zweiten Fall warte ich drauf.
    Fazit: ES GEHT NICHT, WEIL ES KEINEN BEDARF GIBT !

    Seit Jahren warne ich : Ikarus flieg‘ nicht zu hoch ! Sonst fällst Du auf die Fresse. Dieser Zusammenhang ist auch in der Flugmechanik sehr leicht beweisbar. Aber was weiß denn ich …..

    Am Ende wird Lübeck wohl ganz ohne Flughafen oder Flugplatz dastehen, dabei hätte man bei Zeiten einen kleinen und funktionierenden Landeplatz daraus machen können, der die Stadt aus der Luft erreichbar bleiben lässt.
    Aber das war den Herrschaften wohl nicht mondän genug.

    Ich habe die Anfangszeit des „Aufstiegs“ ja auch miterlebt, und weiß, wer der Stadt diesen Floh ins Ohr gesetzt hat. Das war übrigens derselbe, der Parchim als Frachtflughafen entdeckt hat. Seine unbestreitbaren Verdienste um den Luftsport ersparen es ihm, dass ich an dieser Stelle seinen Namen nenne.

    Der absolute Knaller sind aber die – wie soll man sie bezeichnen – , die sich immer noch als Claqeure abstruser Ideen betätigen. Wie kann man so lernresistent sein ? Ein letztes aktuelles Beispiel war vor zwei Tagen auf hl-live zu bestaunen.

    Die nächsten Wochen werden spannend, bald werden die Absetzbewegungen beginnen,und man wird bei den Verantwortlichen dieses fiskalen Megadisasters die „Reise nach Jerusalem“ spielen. Mal sehen,wer am Ende ohne Stuhl dasteht. Ich hätte da einen persönlichen Favoriten, aber der hat erwiesenermaßen ein ganz dickes Fell ….

    1. @claus cordes
      ich kann Ihnen in allen Punkten absolut recht geben.
      Ausnahme: Amar
      Ich war früherer Vertrauter von ihm und besitze sicher einiges an Hintergrundwissen.
      Daraus kann ich sagen, dass er sehr blauäugig war und verschiedenen Leuten am Flughafen blind vertraut hat. Ich habe ihn mehrfach gwarnt, aber sein Vertrauen basierte darin, den Leuten Zeit zu geben, sich zu beweisen.
      Daraus resultierten „Strandkorbrennen auf der Runway“, Konzert Glenfiddle, und auch eine sehr großzügige Spende an den Lübecker Fußballverein.
      Ich nenne gern den Namen und stehe dafür gerade: Friedel und seine Werbedame ,Frau Eggers, verkauften Amar diese Events als Superwerbung für den Incomingtourismus.
      Amar machte jeweils gute Miene zum bösen Spiel, bis es ihn seine eigene Existenz gekostet hat.
      Er hat leider zu wenig, bis keine Kontrolle über das Personal ausgeübt. Wenn z.B. eine leitende Angestellte bis Juni 2013 hunderte von
      Überstunden angehäuft hat, aber monatelang keine Rechnung rausging,
      fragt man sich, was die Dame während ihrer Überstunden getan hat.
      Das Gleiche gilt für verschiedene andere Mitarbeiter.
      Herr Friedel war eigentlich eine Marionette, der mit Amars Geld umging, als käme es von Aladin.
      Weegen war von Anfang an in die Vertragsverhandlungen involviert, hetzte auch gegen Friedel, um dann als neuer Geschäftsführer alle Schotten dicht zu machen.
      Ihn würde ich den „Schweiger“ nennen.
      Wie er an seine jetzige Position gekommen ist, ist mir schleierhaft.
      Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass am LBC ein ziemlicher Klüngel besteht.
      Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man die Mentalität der Chinesen unterschätzt und einige Leute eventuell gewaltig auf die Schnauze fallen werden.
      Herr Cordes, ich kann Ihnen nur beipflichten, LBC hätte ein kleiner, aber feiner Flughafen werden können, aber ich denke, dieser Zug ist nun auch abgefahren.
      Ich kann alle meine Behauptungen problemlos über E-mail Verkehre
      beweisen.
      An Spacey377:
      Natürlich ist kein Politiker jemals schuld, oder haben Sie schon mal erlebt, dass ein Politiker Schuld war, oder diese zumindest eingestanden hat? Ich denke, sie wissen, was ich meine.
      wie war das mit den drei Affen? Nichts hören, nichts sehen….

      1. Harald,
        danke für Ihre Darstellung.
        Daß Dilettantismus am Flughafen Lübeck keine Ausnahmeerscheinung ist, bekommt man recht schnell mit.
        Ich hoffe, Sie können sich darüberhinaus vorstellen, wie man sich als Luftsporttreibender vorkommt, wenn Herr Friedel einem Verträge kündigt und gleichzeitig einem nur mäßig erfolgreichen Fußballverein, dessen Vordere sich in dessen Zukunftsaussichten genauso geirrt haben (Stadionausbau) wie die Flughafenbetreiber, 25.000 € hinterher wirft.
        Ich stimme aber nicht mit Ihnen überein, was die Zukunftsfähigkeit der (öffentlich gewordenen) Pläne Prof. Amars angeht. Spätestens mit „Almania Airlines“ hat er den Boden der Realität verlassen. An diesen Plänen wurde aber auch deutlich, wie sehr die Öffentlichkeit durch interessierte Kreise BELOGEN wurde. Bei der Diskussion um den Bürgerentscheid wurde immer wieder angeführt, der Flughafen MÜSSE ausgebaut werden, damit neue Linien eröffnet werden KÖNNTEN. Diese Behauptung wurde auch für den Nichtsachverständigen als falsch erkennbar,als Ryanair nach Faro flog, spätestens aber als plötzlich von Air Maroc und Casablanca, von der agyptischen Charterlinie und Flügen ans Rote Meer und von Amars Kumpel mit Airline und Flügen nach Dubai die Rede war. EK fliegt täglich HAM – DXB mit B 777, den will ich sehen , der da gegenanstinken kann.
        Insofern lasse ich auch die Variante, Amar hätte sich an anderer Stelle verhoben und deswegen den Flughafenbetrieb an die Wand gefahren nicht gelten. Seien Pläne waren untauglich und weltfremd.

        1. Ich will hier die alten Geschichten nicht ausführlich aufrollen, außer uns dreien und vielleicht spacey377 interessiert das vermutlich niemanden. Erstmal: was die technischen Aspekte angeht, hat mich (als Laien) Herr Cordes überzeugt. Aber das ist nur ein Teilbereich, und kurioserweise finden wir von dort sehr schnell in die Gegenwart zurück.

          Wer war denn der Geschäftsführer von Al Almania? Ach ja, Dr. Steppe, der selbe Geschendorfer „Fachmann“, der schon kurz zuvor (laut Lübecker Nachrichten, 3. Februar 2012) den späteren Erzfeind von Amar, Prof. Stöcker, in folgender Angelegenheit beraten hat:

          „Wir haben Überlegungen angestellt, zusammen mit anderen Unternehmen ein Flugzeug zu kaufen und zwei Mal am Tag München und Frankfurt anzufliegen“, berichtet der Euroimmun-Chef. … Mit Friedel und dem früheren Airport-Geschäftsführer Peter Steppe habe er diese Überlegungen durchgerechnet.

          Daraus wurde nichts, weil wahnwitziger Unfug, und auch nicht aus Al Almania – die Firma wurde liquidiert. Aber wer ist jetzt gerade zum Geschäftsführer der PuRen Airlines des chinesischen „Investors“ ernannt worden? Dr. Steppe? Nein? Doch! Ohh!! Das ist nun also mindestens sein dritter Versuch.

          Ich glaube, wenn hier jemand ebenso fixe wie absurde Ideen hatte bzw. hat in Bezug auf einen „home carrier“, dann war es fast nie einer der „Investoren“. Das wurde ihnen vermutlich, und auch bei Chen bin ich mir nicht sicher, eher von außen aufgeschwatzt. Man kann ahnen, vom wem.

          Und man kann auch ahnen, daß die Investoren selbst – allesamt ortsfremd – diesen Berater aus lübscher bzw. „hanseatischer“ Quelle anempfohlen bekamen. Andernorts hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert; hier zwar auch nicht, aber er ist bekannt. Das reicht in der Hanselstadt™ offenbar als Empfehlung.

  3. Die Vermutung liegt zwar nahe, dass es bald wieder kräftig scheppert. Aber es muss nicht so kommen. Dass die Pacht nicht in voller Höhe gezahlt wird mit der Begründung, es seien Mängel aufgetaucht, ist doch eine weit verbreitete Trickserei. Dahinter muss kein Geldmangel stecken. Und heißt es nicht auch, dass die Leute aus Fernost ein Geschäft gerne zu späterer Zeit nachverhandeln? Die Stadt wird jedenfalls wieder den Kürzeren ziehen und nachgeben.

    1. Bei der eigenmächtigen Pachtkürzung handelt es sich, denke ich jedenfalls, um Muskelspiele, um zu zeigen, wer hier Herr des Verfahrens ist. Nicht um Finanzknappheit – das würde nicht ins Bild eines um chinesische Anleger heischenden Investors passen, der wohl Geld durchaus für ein, zwei Jahre Betrieb der Landewiese reserviert hat in der Hoffnung, von Anlegern mit unrealistischen Versprechungen auf 5.000 Flugschüler pro Jahr ein Vielfaches an Einnahmen zu generieren. Kurzfristig geht das wohl auch gut. Auf Dauer natürlich nicht; irgendwann wachen die Anleger auf. Aber wir in Lübeck haben ja einen langem Atem, was die Landewiese angeht, oder?

  4. Dass das Ganze vor die Wand fährt, dürfte sehr wahrscheinlich sein.
    Für den Fall stellen sich nun mehrere Fragen:
    1.Wer hat Anteil an der (negativen) Entwicklung?
    Alle Politiker nehme ich davon aus, denn sie wollen sich, auch in völliger Unwissenheit und Unkenntnis nur interessant machen.
    2.Herr Chen, was hatte er vor?
    3. Einige höhere Flughafenmitarbeiter, sind sie im Bilde?
    4. Ein lauenburgischer Politiker, hat er ein schlechtes Gewissen?
    5. Ein ehemaliger Geschäftsführer, danach „Notgeschäftsführer“ ?
    6. Leute aus dieser Region, die sich in China in einem Video präsentierten?
    Langsam wird alles unglaubwürdig, ja, man muss doch auch die Politik wieder einbeziehen, wenn die an 5.000 Flugschüler glauben.
    Es sollte nun schnell Spreu vom Weizen getrennt werden, falls von den Betroffenen noch jemand diesen Begriff kennt.

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