Verkaufsangebot für Sandkrughof verschwunden

Das „traumhafte Anwesen mit 4 Häusern in Elblage“ ist aus dem Angebot von immonet entfernt worden. Dabei handelte es sich um den Sandkrughof in Schnakenbek, dem angeblichen* Firmensitz der PuRen Germany, der insolventen Betreiberin der Lübecker Landewiese.

Das Objekt wurde vom Anbieter entfernt, so liest man, wofür es etwa zweieinhalb Erklärungen geben kann.

1.a) Der Sandkrughof wurde für die zuletzt geforderten 890.000 Euro verkauft (nachdem sich die ursprüngliche Forderung auf 1.100.000 Euro belief).

1.b) Der Sandkrughof wurde für einen noch geringeren Betrag verkauft.

2) Das ursprüngliche Verkaufsangebot wurde von der PuRen Germany, vertreten durch den Geschäftsführer Dr. Steppe, als Notverkauf bei immonet eingestellt. Zuständig ist aber inzwischen der Insolvenzverwalter, und der hat sich entschieden, die Immobilie anderweitig zu vermarkten.

Mein Tip: 1.b, denn in diesem Fall geht es wohl eher um Geschwindigkeit als um Pokern um den höchsten Preis. Damit kann man die Landewiese mindestens zwei Monate lang finanzieren und dann den Hanselmännchen™ einen neuen „Investor“ andrehen, so sich einer findet, der die städtische Betriebsfläche pachtet und technische Einrichtungen mietet.

Der Insolvenzverwalter muß nicht beurteilen, ob das für die Hanselstadt™ die beste Lösung wäre. Und wie schon erwähnt ist er vermutlich kein Flughafen-Experte – was man von ihm auch nicht verlangen kann.

Es wäre trotzdem interessant zu wissen, wer im Fall 1.a oder 1.b der Käufer ist. Ein zufälliger Schnäppchenjäger von irgendwo – oder womöglich jemand, den wir kennen und/oder der sich für die Landewiese interessiert?

Ist das wieder spannend.

*) Wieso angeblich? Lesen Sie mal den Beschluß des Amtsgerichts zum Insolvenzeröffnungsverfahren:

PuRen Germany GmbH (Registergericht: Amtsgericht Lübeck HRB 13960 HL), eingetragener Sitz: Sandkrug 15, 21481 Schnakenbek, tatsächliche Geschäftsanschrift:  Blankenseer Straße 101, 23562 Lübeck

Beitragsbild:RK 1504 0215 Sandkrug Schnakenbek“ von Reinhard KraaschEigenes Werk. Lizenziert unter CC-BY-SA 4.0 über Wikimedia Commons. Bearbeitet: beschnitten auf 825 * 510 Pixel.

8 Antworten auf „Verkaufsangebot für Sandkrughof verschwunden“

  1. Ich lach‘ mich tot, wenn der Interessent tatsächlich aus der Ukraine kommt! Denn auf Pannens Bemerkung, er käme nicht aus Rußland, entfuhr es mir spontan „… sondern aus der Ukraine!“. Das kommt im Endeffekt auf dasselbe raus!

    Ich hätte da vielleicht auch noch Interessenten / potentielle Investoren anzubieten aus Nigeria, Libyen, Somalia, dem Irak und Myanmar. Wie wär’s denn damit? Natürlich alles ganz seriöse Leute, die Geld haben wie Heu.

    Ob der Herr Pannen das im Auftrag der Stadt macht, sich mit solchen Interessenten / Investoren einzulassen? Hat jemand mal daran gedacht, daß der Herr Saxe vielleicht die Seiten gewechselt hat und jetzt zu den Flughafengegnern übergelaufen ist? Natürlich kann er das nicht so kundtun, daher der Auftrag an Herrn Pannen, den Flughafen über mehrere Insolvenzen zugrunde zu richten. Clever war der Herr Bürgermeister ja schon immer und Ränke schmieden ist ja sein tägliches Handwerk. Ist der Gedanke soooo abwegig?

  2. Das hat jetzt nichts mit dem Sandkrughof zu tun: Aber ich überlege, wie man der Stadt begreiflich machen kann, doch diese Gelegenheit zu nutzen und auf dem Flughafengelände ein internationales (Flüchtlingsdorf) zu errichten. Das Land würde mit Sicherheit auf die Rückzahlung von Subventionen verzichten und auch zu weiteren Konzessionen bereit sein. Zudem wäre das ein wirklich humanitärer Akt und eine Botschaft eines nicht nur über Flugrouten weltoffen sein wollendem Lübeck.

    Wo sind die Ansprechpartner? Grüne und Linke verhalten sich
    bislang merkwürdig ruhig!

    Jürgen Benecken

    1. Die Menschen sollten nicht irgendwo weit draussen vor den Toren der Stadt und fern vom gesellschaftlichen Leben untergebracht werden, sondern möglichst mitten drin, damit die Integration schneller funktionieren kann. Und deshalb auch nicht zentral in wenigen Großeinrichtungen sondern besser in vielen kleinen Einrichtungen. Es ist natürlich teurer und Wunsch und Machbarkeit gehen da leider auseinander. Aber der Flughafen wäre wirklich kein guter Ort. Ich hätte den Bornkamp favorisiert und wäre da ausnahmsweise mal mit der SPD konform gegangen.

      1. Da haben Sie recht! Mit internationalem Flüchtlingsdorf meine ich aber nicht ein Ghetto mit Mauern drumherum, sondern ein entsprechendes (durchmischtes) Wohnprojekt (z.B. mit Studentenwohnungen; etc.).
        Da nebenan der Ausbildungspark ist, finde ich das immer noch einen interessanten Gedanken.

        J. Benecken

        1. Ok, das ist eine Überlegung wert. Bloß wie sähe die Praxis wohl wieder aus? Die Stadt könnte das Gelände billig verpachten und die Dienste eines Betreibers teuer zurück mieten. Oder so ähnlich 😉

          1. Soo aus der Welt ist Blankensee ja nun auch nicht. Günstige Anbindung per Bus, Bahn, Autobahn und Bundesstraße. Einkaufsmöglichkeiten, die in maximal 15 Minuten per Bus oder Auto zu erreichen sind: Rewe, Edeka, Aldi, Lidl, Norma, Rossmann; ferner Bauhaus, ein Schuh- und zwei Klamottenläden, eine Buchhandlung (klein aber fein). Per Bahn ist das Mönkhof-Karree schnell erreichbar, weiter bis zum Hauptbahnhof dauert auch nur sechs Minuten länger. Sogar Breitband gibt‘s in Blankensee seit diesem Jahr \o/

            Weiteres Plus: Nähe Ausbildungspark. Knackpunkt wäre (im Moment), daß nur eine Grundschule in der Nähe liegt, jedenfalls ÖPNV-technisch. Trotzdem mal so ins Blaue phantasiert: warum statt Landewiese nicht bezahlbare Wohnungen für alle? Natürlich müssen auch die Flüchtlinge dauerhaft untergebracht werden. Man könnte das, wenn man will, als Integrations-Pilotprojekt betrachten. Eine Art Ghetto käme aber nicht in Frage.

            Finanzierung: der Herr Bürgermeister möchte bis 2020 5.000 neue Wohnungen. Die müssen so oder so finanziert werden, ob sie nun auf dem Flughafengelände entstehen oder sonstwo. Und, tja, wenn man wie der Herr Sozialsenator im Jahr 2025 von bis zu 230.000 Einwohnern ausgeht, stellt sich auch die Frage nach neuen Grundschulen etc. Dann wohl in der Nähe neuer Wohngebiete. Egal, wo die liegen.

            Verfügbare Flächen: 43 ha Flughafen, plus evtl. 11 ha am Ausbildungspark (ehem. geplante Glasfaserfabrik), plus 20 ha nördlich der Blankenseer Straße (evtl. Schule, Einkauf?) Ja, da müssen B-Pläne geändert oder aufgestellt werden. Auch das trifft auf andere Flächen genauso zu. Je eher man damit anfängt, desto schneller ist man damit fertig.

            Okay, soll kein Vorschlag sein. Schon gar kein fertiger. Aber über Alternativen kann man ja mal nachdenken.

          2. So, jetzt spinne ich noch mal ein bißchen weiter in Ergänzung zu meinem Kommentar von vorhin. Wie könnte eine Flächenaufteilung am Ex-Flughafen Lübeck aussehen? Reine Phantasie, und ich erwarte freudigst alle Ihre Bedenken und Einwendungen.

            Auf dieser Karte erscheint das Eigentum des städtischen Betriebs gewerblicher Art (BgA) Flughafen orange mit Schraffur. Die derzeitige Start- und Landebahn habe ich als blaue Linie angedeutet.

            Vom Herrn Bürgermeister hörte man, daß rund 43 Hektar des Flughafen-Geländes anderweitig nutzbar sein würden und nicht automatisch dem Naturschutz anheimfallen, sollte die Landewiese dichtgemacht werden. Ich habe versucht, mich anhand der Karte (und natürlich meiner Ortskenntnisse) in diese Aussage hineinzuversetzen und nutzbare Flächen zu raten – bitte beachten Sie, es ist wirklich nicht mehr als eine Vermutung. Heraus kam das rot umrahmte Gebiet, derzeit genutzt für das Terminal, das Vorfeld und Parkplätze. Im Süden wird es begrenzt von der Start- und Landebahn. Ich habe es auf der Karte ausgemessen und, so ein Zufall, ich kam auf 44 Hektar.

            Würde diese Fläche als Wohngebiet genutzt, kämen im Norden die violett eingefärbten Flächen an der Blankenseer Straße hinzu (rund 20 Hektar), die sich die Hanselstadt™ aus dem aktuellen Insolvenzverfahren für einen (!) Euro zurückholen könnte, z.B. für Einzelhandel, Gewerbe und eine Grundschule.

            Start- und Landebahn sowie Rollwege der Landewiese könnten zunächst sogar zur Erschließung des Geländes als Wohnfläche genutzt werden, müßten also nicht zurückgebaut werden.

            Zu untersuchen wäre zudem, ob man nicht wenigstens die Segelflieger in ihrem angestammten Areal belassen oder dort ein Sonderlandeplatz mit Graspiste eingerichtet werden könnte. Zur Verfügung stünde evtl. die grün umrahmte Fläche, deren Längsausdehnung etwa 1.000 m beträgt. Dazu müßte eigentlich nur die Betriebsgenehmigung des Flughafens entsprechend zurückgestuft und den Sportfliegern (um Himmels Willen nicht der Stadt!) übertragen werden.

            Hier die möglichen Einwände.

            1. Es gibt für einen Sonderlandeplatz nicht die nötige Infrastruktur, insbesondere fehlen Hallen. – Kann sein, aber im Rahmen des gigantischen Flughafenausbaus sollte die allgemeine Luftfahrt ja sowieso in den Süden, also genau auf dieses Gelände verlagert werden. Soweit nicht bereits verkauft, stünde auch die dunkelgrün eingerahmte Fläche im Süden (vormals geplante Glasfaserfabrik) zur Verfügung.
            2. Es gibt keine ordentliche Anbindung an die B207. – Falsch, es gibt sie, sie ist sogar seit Jahren vorhanden, derzeit aber aber gesperrt, weil sie niemand braucht.
            3. Lärmschutz. – In der Tat ein Problem, das sich aber vielleicht mit gutem Willen aller Beteiligten minimieren läßt (Beschränkungen nachts und am Wochenende insbesondere für Platzrunden; geänderte Anflugrouten).

            Bliebe der schwarz umrandete Teil des eingezäunten Flughafengeländes. (Schwarz nur deshalb, weil mir die Farben ausgegangen sind.) Sie würden ins Naturschutzgebiet Grönauer Heide eingehen – was allerdings nicht alle Naturschützer begeistert, weil die Stiftung, die das Gebiet betreut, nicht von allen als kompetent angesehen wird. Aber das ist ein anderes Thema.

            Die BgA-Flächen außerhalb der schwarzen Umrandung sind übrigens jetzt schon Naturschutzgebiet.

            Ja, ich weiß, jetzt mache ich ausnahmsweise mal einen auf Ponyhof. Aber wäre das nicht schön? Die Hanselstadt bekäme eine Fläche für, sagen wir mal 2.500 Wohneinheiten mit schon jetzt bester Verkehrsanbindung (insgesamt sogar besser als die des Hochschulstadtteils, behaupte ich mal kühn). Und alles auf einer Fläche, anstatt sich Dutzende andere Parzellen mühsam zusammensuchen und separate Bebauungspläne erstellen zu müssen.

            Klingt das nach einem UFO im Grünen? Einem ausgelagerten Stadtteil am A… der Welt? Wenn Sie dem zustimmen, müßten Sie den Hochschulstadtteil und den Bornkamp aber ähnlich beurteilen. Beide sind zudem anders als Blankensee für den Individualverkehr in Richtung Osten (→ Mönkhofer Weg → Ratzeburger Allee) abgesperrt, und die Busverbindungen spotten sowieso jeder Beschreibung.

            Auf die Luftlinie zum Zentrum Lübecks kommt es doch längst nicht mehr an. Von Blankensee ist man per Zug in 11 Minuten am Hauptbahnhof. (Natürlich müßte es mehr als eine Verbindung pro Stunde geben wie jetzt, aber waren da mal nicht Pläne für eine S-Bahn?)

            Weiter: Sport- und Geschäftsflüge wären unter Auflagen weiterhin möglich, eine Expansion der fliegerischen Aktivitäten hingegen nicht. Und das Naturschutzgebiet Grönauer Heide würde deutlich aufgewertet werden. Alle hätten was davon.

            Win-win-win oder was? Sympathischer als das hier allemal.

            Hallo Politiker, macht was aus meinen kruden Ideen. Oder wartet Ihr wirklich noch auf den Oligarchen aus der Ukraine? In dem Fall wünsche ich (pro forma, aber ohne Hoffnung) gute Besserung.

Kommentare sind geschlossen.