Exklusiv: die nächste Insolvenz an der Landewiese

Hereinspaziert, meine Damen und Herren, bei den diesjährigen Blankenseer Insolvenzwochen gibt es wieder jede Menge zu bestaunen. Besuchern unserer letzten Veranstaltung stellte sich bekanntlich die Frage, welches Unternehmen ist als nächstes dran? Die Wartungsfirma? Die Flugschule? Oder deren gemeinsames Mutterunternehmen mit (geplanten) eigenen Linienflügen? Jetzt wissen wir es.

Am 30. Oktober, 11.20 Uhr, fand das Insolvenzeröffnungsverfahren über das Vermögen der PuRen International Aviation Maintenance GmbH (Registergericht: Amtsgericht Lübeck HRB 14565 HL), Blankenseer Straße 101, 23562 Lübeck, eingetragener Sitz: Lübeck, vertreten durch die Geschäftsführerin Manli Li, statt.

Das ist insofern nicht überraschend, als daß das Unternehmen drei Beschäftigte hat, deren Gehälter vermutlich als Ausgaben Monat für Monat zu Buche schlagen. Entsprechende Einnahmen hat es wohl nicht gegeben. Das darf man locker aus der Tatsache der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (das zwangsläufig Resultat einer Überschuldung ist) folgern.

Gegründet wurde die Firma im Januar 2015, ihre Zulassung als Wartungsbetrieb erhielt sie im Juni. Respekt! So schnell hat an der Landewiese noch kein Unternehmen eine Pleite hingelegt.

Doch wie hieß es so schön im Januar?

Flüge nach Westchina, eine Pilotenschule und eine Wartungsbasis für Flieger – an Ideen zur Nutzung seines Flughafens in Lübeck Blankensee mangelt es dem chinesischen Inhaber Yongqjang Chen nicht.

Bergedorfer Zeitung, 24. Januar 2015

„2015 wird der Start und Anlauf für konkrete neue Projekte sein“, erklärt Airport-Chef Markus Matthießen. „Das sind neue Puzzlesteine für den Airport“, sagt der Flughafenleiter Peter Steppe.

LN Online, 13. Januar 2015

Aber selbst im Juni – der „Investor“ zahlte bereits keine Pacht mehr für das Flughafengelände – erging man sich in immer neuen, wirren Phantasien, die für jeden Beobachter mit gesundem Menschenverstand klar als solche erkennbar waren. Immerhin versah man sie in der hiesigen Monopolpresse mit Fragezeichen.

Flugzeugbau in der Hansestadt? Direktflug nach Peking? Die Spekulationen rund um den Besuch einer chinesischen Delegation kennen kaum Grenzen.

LN Online, 10. Juni 2015

Und mittendrin der Herr Wirtschafts(!?!)senator Schindler.

Anfang Juni verkündete Chen eine Erfolgsmeldung: Man habe eine Firma für Flugzeugwartung gegründet. Tatsächlich liegt für eine Wartungsfirma eine Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes vor. Allerdings gilt diese Genehmigung nur für vier kleine Maschinentypen, allesamt Zwei- und Dreisitzer. Offenbar sind für diese Sparte gerade einmal drei Mitarbeiter eingestellt. Der Wirtschaftssenator Lübecks, Sven Schindler (SPD), bestätigt gegenüber „Panorama 3“: „Ob tatsächlich Wartungsarbeiten oder die Herstellung von Flugzeugteilen realistisch sind, davon hat man uns nichts mitgeteilt.“ Schindler weiter: „Dieses eine Jahr ist sicherlich nicht so gelaufen, wie man sich das vorstellt. Aber wir haben darauf keinen Einfluss. Das ist die Unternehmensphilosophie eines Unternehmers, der hier am Standort eine Vision hat, die wir nur schemenhaft kennen.“

HL-Live, 23. Juni 2015

Wie in Goethes Erlkönig, gell?

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? —
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? —
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. —

Hier übrigens das Resultat des schemenhaften Erkennens:

Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Das ist das letztlich zu erwartende Resultat. Aber zurück in die jüngste Gegenwart:

Wesentlich konkreter sind indes Chens Pläne einer Flugschule auf dem Airport-Gelände. „Im Herbst werden 500 Flugschüler aus China erwartet“, so Schindler.

LN Online, 10. Juni 2015

Selbst diese Zahl, um eine Größenordnung kleiner als die 5.000, von denen „Investor“ Chen in China seinen leichtgläubigen Investoren vorschwärmte, war für jedermann erkennbar unrealistisch. Das hätte auch Herr Schindler als denkender Mensch sehen können und, als leitender Mitarbeiter der Verwaltung, wissen müssen.

Insolvenz-Lotto

Und da sind wir wieder beim Thema: welches der beiden verbliebenen PuRen-Unternehmen meldet als nächstes Insolvenz an? Die Flugschule, die ja zuletzt immerhin noch 12 Kunden im November erwartete? Oder PuRen Airlines, nicht nur Möchtegern-Fluggesellschaft, sondern auch Muttergesellschaft von Wartungsbetrieb und Flugschule – allesamt übrigens inzwischen in der Hand der mysteriösen Mehrheitsgesellschafterin und Geschäftsführerin Manli Li?

Um kurz in den Ironie-Modus zu wechseln: Ehrlich gesagt, ich glaube langsam, daß im November doch keine chinesischen Flugschüler in Lübeck-Blankensee auftauchen werden. Und wenn: hat die PuRen International Flight Academy noch soviel Geld, um ihnen den sofortigen Flug zurück nach China zu bezahlen, bevor die Knete endgültig ausgeht und die armen Jungs/Mädels hier festsitzen und frieren? Das könnte womöglich unangenehme Klagen wegen Betrug sowie Forderungen nach Schadenersatz nach sich ziehen. Ironie aus.

Wie weiter?

Das Märchenland ist mal wieder abgebrannt, diesmal noch schneller und radikaler als bei der Insolvenz 2014. Dabei hat von Anfang an jeder sehen können, daß der (chinesische) Kaiser Chen keine Kleider anhatte. Klar, ein paar Millionen konnte er auf den Tisch legen – das ist nicht der Punkt. Wie viele Millionen er bei Anlegern in China mit seiner Flughafen-Simulation Lübeck eingesammelt hat, weiß wohl nur er.

SPD-Fraktionschef Jan Lindenau ist insgesamt zwar noch skeptisch, die frühzeitige Zahlung signalisiere jedoch, „dass Geld vorhanden ist, um auch schwierige Situationen zu überbrücken“.

shz.de, 6. Juli 2014

Ja klar. Was zu beweisen war. Hat bestens geklappt, wie wir jetzt alle gesehen haben. (Immer diese ironischen Anfälle meinerseits.) Welche Schlußfolgerungen zieht man in der Hanselstadt™ daraus? Immerhin ist selbst Herrn Lindenau in Bezug auf den Flughafen schon mal aufgegangen, obwohl vor langer Zeit:

„Weder ein Privater noch die Stadt kann ihn wirtschaftlich betreiben“

Lübecker Nachrichten, Druckausgabe, 25. April 2014, S. 3

Sehe ich genauso. Wieso zieht man dann nicht die Konsequenzen, verwertet die Flughafenflächen anderweitig und hört auf, angeblichen „Investoren“ auch noch Geld in gewisse Körperöffnungen zu stecken? Das einzige, was am Flughafen wirtschaftlich betrieben werden könnte, ist eine Zweigstelle von Prof. Dr. Pannen Rechtsanwälte. Er ist der einzige, der in den letzten Jahren an der Landewiese mit Sicherheit Geld verdient hat. Viel Geld. (Übrigens: die Insolvenz der PuRen International Aircraft Maintenance GmbH bearbeitet er nicht – vielleicht ist der Fisch zu klein?)

Man wird die nächste Woche bezüglich weiterer Insolvenzverfahren abwarten müssen, und dann die nächste Sitzung des Hauptausschusses der Bürgerschaft am 10. November. Auf der Tagesordnung stehen derzeit (das kann sich ändern) die Beantwortung von Anfragen der CDU und der Grünen. Komischerweise nicht die der Linken nach der möglichen Zahlung von „Investitionszuschüssen“ an die beiden nunmehr so tragisch verflossenen Investoren:

Sind an die letzten beiden Inhaber des Flughafens Investitionszuschüsse seitens der Hansestadt Lübeck gezahlt worden? Wenn ja, in welcher Höhe und an wen?

Eine sehr gute Frage, denn daß man immer neuen „Investoren“ immer wieder einen Zuschuß in gleicher Höhe anbietet (weil das nun mal so erwartet wird), heißt ja nicht automatisch, daß der vom Vorgänger nicht schon angeknabbert wurde.

Egal – die Antworten erfolgen ohnehin im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. Ganz transparent, wie immer in der Hanselstadt™.

Die Frage wurde bereits beantwortet.

P.S.:

25 Antworten auf „Exklusiv: die nächste Insolvenz an der Landewiese“

  1. Oh, nein, nicht auch noch die vielversprechende Flugschule im November ! Dann werde doch glatt die 13 (?!?!) Fluglehrer arbeitslos ! Oder gibt es die gar nicht ? Sie waren doch schon eingestellt, 2 Schulmaschinen stehen schon zur Verfügung. Es sollten noch weitere Schulflugzeuge folgen, wieviele eigentlich (5, 50 oder 500 ?) waren geplant ? Die (5, 500 oder 5000 ?) Flugschüler kommen sonst ja gar nicht in die Luft. Bei den vielen Zahlen kommt man schon leicht durcheinander. Nun ja, erst mal Container reservieren für die Flugschüler, die unterzubringen sind, der Markt ist derzeit leergefegt.

    Was macht man am besten gegen einen geklemmten Nerv im Halswirbelbereich ? Hier täglich mitlesen, so viel Kopfschütteln ist gut für die Gesundheit ! Hatte mir jedenfalls geholfen. Danke.

    Ach ja, damit die Fluginformation vom Flughafen Lübeck nicht so leer erscheint, stehen da jetzt schon die Flüge ab März und April 2016 ! Heute finden keine Flüge statt.

    1. Vorsicht bitte mit der physiotherapeutischen Anwendung dieses Blogs. In maßvollen Dosen genossen ist nichts dagegen einzuwenden, z.B. zum Auflockern geklemmter Nerven per Kopfschütteln. Aber Achtung: es besteht bei übermäßigem Genuß die Gefahr eines schweren Schleudertraumas.

  2. Viel früher noch als J. W. v. Goethe wussten es schon die alten Griechen. Sehr frei: „Flieg nicht zu hoch Ikarus, sonst fliegst Du auf die Fresse!“
    Geschichte wiederholt sich doch!

    PS: wenn Ihre Rechenaufgaben über den Kommentarspalten in ihrem Schwierigkeitsgrad weiter zunehmen, schließen Sie wohl einen interessanten Teil des Auditoriums von der weiteren Teilnahme aus, Herr Klanowski!

      1. Wie dumm, arrogant und eingebildet muß man eigentlich sein,
        um solche geistlosen Äußerungen abzugeben.
        Von wem wissen Sie eigentlich, daß ich Antialphabet bin und
        nicht mal eine Hilfsschule besucht habe ?

        MfG
        W. Wilkens

        1. An Herrn Wilkens:
          der Schuss ging wohl nach hinten los:
          Ich habe extra gegoogelt, aber das Wort „Antialphabet“ ist nirgends zu finden, wie könnten Sie denn dann einer sein?
          Trotzdem schön, dass Sie zur Belustigung in diesem Blog beitragen.
          Sie hatten vor Kurzem übrigens in einem Ihrer Kommentare
          „Blog“mit „CK“geschrieben, macht aber nichts, denn im gleichen Kommentar schrieben Sie Intelligenz auch nur mit einem „L“.
          Schönen Sonntag noch.
          Zum Thema in diesem Blog scheinen Ihnen die Argumente ausgegangen zu sein, hatten Sie eigentlich jemals welche?

    1. Hallo Herr Cordes,

      bevor Sie bestimmten Lesern unterschieben wollen, daß sie die
      Grundrechnungsarten nicht beherrschen, sollten Sie vielleicht
      einen Grammatikkurs an der Volkshochschule buchen.
      Wer nicht die Wörter interessant und interessiert auseiander halten
      kann, sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
      M.f.G.
      W. Wilkens

      1. Sehr geehrter Herr Willens,

        darf ich Sie darauf aufmerksam machen, daß es „Analphabet“ heißt und nicht „Antialphabet“, das Wort Antialphabet gibt es im Deutschen nicht.

        Und es heißt auch nicht „Grundrechnungsarten“ sondern „Grundrechenarten“.

        Und wem nicht klar ist, daß Herr Cordes das Wort „interessant“ bewußt gewählt hat und daß es an dieser Stelle seines Textes sehr wohl angebracht ist, der kann den Sinn des Satzes offensichtlich nicht verstehen.

        Kommentar überflüssig! Jeder blamiert sich halt so gut er kann!

        In diesem Sinne – schönen Sonntag.

      2. Schön… Herr Wilkens ist wieder zum Bepöbeln hier. Sachliches hat er auch dieses Mal nichts zum Thema beizutragen. Auch das spricht wieder nicht für Sie. Übrigens spricht das auch nicht unbedingt für die noch letzten Fanboys der Landewiese. 🙂

      3. Ach Herr Wilkens, man muß Sie ja fast schon bedauern.

        Da mach ich gleich mal mit dem „ollen Herrn Jeheimrat“ weiter:
        „zuerst empfehl ich drum, collegium logicum“

        Ich habe nicht den sicher ehrenswerten und definitiv großen Kreis der interessierten Leserschaft gemeint, sondern einen für die interessierten Leser interessanten Teil der Leserschaft. Interessant deswegen, weil er es schafft, völlig uninteressante Kommentare zu verfassen, die nur deswegen für den interessierten Kreis interessant sind, weil sie ein völliges Desinteresse an einer inhaltlich sachlichen Diskussion belegen.
        Herr Wilkens, wenn Sie jetzt ins Trudeln geraten sind : Leistung auf Leerlauf, Knüppel neutral bis leicht gedrückt, Seitenruder voll gegen Drehrichtung, das Ende der Rotation abwarten und entschlossen, aber nicht ruckartig bis zum Erreichen der Normalfluglage abfangen.

        Also, erstens: Halten Sie sich mit Ihren Beleidigungen zurück, Ihre Einlassungen sind schlicht widerlich, und zweitens: tragen Sie doch endlich mal etwas zur Sache bei, das wäre aus Ihrem Mund sicher interessant, hihi, da schließt sich der Kreis.

        Und noch eins Herr Wilkens,
        es gibt einen Libanon und einen Antilibanon,
        einen Christen und einen Antichristen,
        einen Alphabeten und einen ANALPHABETEN !!!

        Apropos Antichrist, da sind wir schon wieder bei Goethe und seinem Doktor Faust. Dort spricht der Antichrist (Mephi):

        „drum besser wär’s, dass nichts entstünde,
        so ist denn alles, was Ihr Sünde,
        Zerstörung, kurz: das Böse nennt,
        mein eigentliches Element!!

        Fühlen Sie sich da angesprochen ?

        (ohne Textvorlage, deswegen ohne Gewehr!)

        Mit vorzüglicher Hochachtung,
        Herr Cordes

        PS: ich habe extra für Sie, Herr Wilkens, einen Rechtschreibfehler eingebaut, den das Fehlersuchprogramm des Herrn Klanowski aufgrund seines Algorithmus (das ist kein Algenkompott!) nicht finden kann. Finden Sie ihn ? Oder sind Sie beim Hinauslehnen schon aus dem Fenster gefallen?

        1. Man darf nicht immer alles so negativ sehen. Sehen wir das doch mal positiv! Vielleicht wollte uns Herr Wilkens nur auf den Pfad der geistigen Erneuerung führen und vor dem Wort Anal-phabet, der Deklination des Enddarms, schützen.

          Wobei mir nicht einmal im Neusprech des Doppelplusgut Denkens eine Erläuterung für Antialphabet einfällt, aber vielleicht liefert Herr Wilkens die ja noch freindlicherweise nach?

  3. Über die neueste Pleite ist wohl niemand erstaunt.
    Und noch etwas ist nachvollziehbar: Die Wartungsfirma hat einen anderen Insolvenzverwalter, Herrn Kötter aus Hamburg.
    Ich habe mal gelesen, dass es zur Aufgabe eines Insolvenzverwalters gehört, auch Geschäfte aus den letzten Monaten, die von der insolventen Firma getätigt wurden, zu überprüfen.
    Da könnte der Hase im Pfeffer liegen:
    Wenn Herr Pannen auch Insolvenzverwalter für die Wartungsfirma geworden wäre, hätte er in Interessenkonflikte kommen können, denn man darf wohl davon ausgehen, dass Geschäfte unter den beiden Unternehmen stattfanden. Mehr kann und darf man nicht mutmaßen.
    Ich stelle schon wieder die Frage, warum nicht ausnahmsweise mal ein Anwalt aus Lübeck als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde?
    Es bleibt immer wieder ein fader Beigeschmack, zumal in Hamburg mal ein Schiffsfonds in die Insolvenz ging. Eines der Schiffe wurde von Herrn Pannen insolvenzverwaltet, ein anderes von Herrn Kötter und ein weiteres von einem Partner der Kanzlei Kötter usw.
    Ich bin immer noch der Meinung, dass das ganze Theater am und um den Flughafen Lübeck von Fachleuten hätte aufgearbeitet werden müssen, die unabhängig sind und keinen Bezug zu Hamburg, der Stadt Lübeck und weiteren Beteiligten haben.
    So bleibt es ein Sumpf den wohl niemend mehr trockenlegen kann.
    zum Nachteil der Bevölkerung, Steuerzahler und der Belegschaft.

    1. Ist sicher richtig: hier geht es um Insolvenzverfahren zweier juristisch komplett unabhängiger Firmen, die aber sehr wahrscheinlich (da muß man sich gar nicht zurückhalten) Geschäftsbeziehungen unterhalten. So hat der Wartungsbetrieb vom Flughafenbetreiber die Halle H (die neben Parkplatz P3) gemietet und dafür Geld gezahlt, oder eben auch nicht. Ist ja immer so eine Sache mit Mieten und Pacht an der Landewiese.

      Insofern können nicht beglichene Forderungen der PuRen Germany an die PuRen International Aircraft Maintenance sogar Auslöser des Insolvenzantrags letztgenannter Firma sein (weil PuRen-Germany-Insolvenzverwalter Pannen gesagt hat, zahlt mal Eure Miete). Klar, daß er nicht beide vertreten kann; der Schlenker war auch eher ironisch gemeint.

  4. Wenn eine GmbH keine Mitarbeiter und keine Geschäftstätigkeit hat, reicht das Stammkapital noch eine Weile.
    Das die PuRen Airlines und die PuRen International Flight Academy
    von unseren Politikern als erfolgreiche Unternehmen dargestellt werden, nur weil sie noch nicht einen Insolvenzantrag gestellt haben,
    glaube ich nicht, aber man kann nie wissen.

    1. Die Flugschule hat mindestens einen Mitarbeiter, einen „Koordinator“ namens Thorsten Schüler, wenn man der früheren Selbstdarstellung des Unternehmens glauben darf (z.B. http://www.airliners.de/flugschule-flughafen-luebeck-lizenz/36625)

      Außerdem war die Rede von zwei Unterrichtsräumen, zwei Flugmöhren – äh, Trainingsflugzeugen (vermutlich mit Wartungsvertrag mit PuRen International Aircraft Maintenance), dreizehn Fluglehrern etc. Und die zwölf erwarteten Flugschüler wollte man auch noch irgendwo unterbringen, und dazu hätte man wieder Fläche pachten und/oder ein Gebäude mieten müssen. Das geht alles nicht ohne Geld ab. Und wenn man die Schüler partout am Flughafen unterbringen wollte, von wem hätte man dann gemietet/gepachtet? PuRen Germany.

      Man kann davon ausgehen, daß PuRen-Germany-Insolvenzverwalter Pannen bei den anderen PuRen-Unternehmen (die rechtlich selbständig sind!) derzeit Außenstände eintreibt, was in der Folge möglicherweise für deren Insolvenz sorgt. Das ist natürlich nicht sein Problem.

      Da kracht derzeit ein ganzes Kartenhaus zusammen. Die Insolvenz 2014 war dagegen fast schon langweilig, wäre da nicht der „Adam-Wagner-auf der-Flucht“-Faktor gewesen.

      Mal sehen, was uns nächstes Jahr blüht. Ist das ganze Theater noch steigerungsfähig?

      1. Die Problematik liegt bei Insolvenzen regelmässig nicht beim Eintreiben von Aussenständen, sondern beim „Zurückholen“ von in der Vergangenheit gezahlter Rechnungen. Folgeninsolvenzen, wenn nämlich ein Insolvenzverwalter seine juristische Atombombe Insolvenzanfechtung zündet und Zahlungen bis derzeit 10 Jahre in die Vergangenheit zurückholt, ist ein Firmenkiller mit hohem Droh- und Erpressungpotential durch den Verwalter und wird leider in der Öffentlichkeit nicht offen diskutiert. Ursprünglich war dieses Konstrukt mal gut gemeint und der Zusatz „unter gewissen Umständen“ kann durchaus plausibel erklärt werden, ist aber in der Anwendung durch die Handelnden absolut pervertiert. Es ist also überhaupt kein Wunder, dass der Wartungsbetrieb in die Insolvenz gehen musste und auch der Rest des Firmengeflechts wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nachfolgen. Bleiben das die einzigen Zuliefer-Firmen, die es erwischt, dann wäre das mindestens merkwürdig …

  5. Toll!

    Mit einem solchen Stück am Samstagmorgen in das Wochenende zu starten, was will man mehr?
    Fast wünschte man sich, die Posse um den Lübecker „Airport“ möge nie zu Ende gehen.
    Denn: was wäre ein Leben ohne den Blog von Herrn Klanowski? Frei nach Loriot: es wäre möglich, aber sinnlos.

    Vielen Dank für Ihre Arbeit, Herr Klanowski.

    Beste Grüße,

    Jan Torf

    1. Dem Kommentar von Claas Mehnert kann man nur zustimmen.
      ich fand in der Lokal/Provinzpresse nichts über die Insolvenz der Wartungsfirma.
      Na gut, eine Firma mit drei Beschäftigten ist nicht gerade erwähnenswert, wenn sie pleite geht.
      Aber dann wäre sie auch nicht erwähnenswert gewesen, als sie gegründet wurde, oder liege ich da falsch??
      Es geht doch um das Große und ganze: Dem aufstrebenden Weltflughafen Lübeck Blankensee.
      Und wie sagte Herr Steppe vor nicht so langer Zeit?: „Es sind alles Bausteine für den Erfolg des Flughafens „.. oder so ähnlich.
      Nun ist wieder ein Stein heruntergefallen.
      Aber noch eine Frage: „Wo sind denn nu die Pferde???“ In der Wartungsfirma scheinen sie ja auch nicht zu sein.
      Und in die Etagenwohnung von Frau Li passen sie wahrscheinlich auch nicht.
      Jetzt können sie ja nur noch in den Schulungsräumen der Flugschule sein, aber da müssen sie ja wieder weg, wenn die Flugschüler ankommen.
      Die armen Viecher!!!!!
      Am Besten sehen wir bald „Fliegende Pferde“……..

      1. Unser nächster Musikwunsch kommt von Harald, und er hätte gerne „Fliegende Pferde“ von Achim Reichel aus dem Jahr 1989. Biddeschön!

        Tip der Redaktion: „Der Spieler“ vom selben Interpreten (1983). Der Text (übrigens von Jörg Fauser) ist wie maßgeschneidert auf eine gewisse Hanselstadt™ an der See, in der es zufällig kaum anders zugeht als in einem Kasino. Und das kam sogar in die ZDF-Hitparade!

        Letztes Video für heute:

        Hitparade der Regionalflughäfen (extra 3 – 17.04.2011)

        Leider hatte es nicht für den ersten Platz gereicht.

        1. Fliegende Pferde….“sie kamen übers weite Meer, keiner weiß woher..“
          Das hat mich fasziniert. Und Lübeck ist da sehr gefährdet, weil der Strand sehr nah ist.
          Ruck Zuck sind die Pferde schon am Flughafen.
          Herr Klanowski ist übrigens schuld, denn wenn er immer von
          Lande“wiese“ schreibt, muss doch jedes Pferd denken, dass es dort etwas zu fressen gibt, oder?

          1. Die 500.000 Euro waren als Zahlung eingeplant. Ob sie tatsächlich geflossen sind? Nun, der Herr Bürgermeister wird es uns sicherlich sagen. Wurde das Geld nicht gezahlt, wird das garantiert der staunenden Öffentlichkeit als erfolgreiche Sparmaßnahme dargestellt werden. „Verwaltung spart halbe Million Euro ein“, hurra!

            Offizielle Antwort: Nein. Siehe http://regionalflughaefen.info/blankensee/?p=9475

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