„Letzte-Chance“-Wochen eröffnet… und eine weitere Pleite einer Regionalfluggesellschaft

Wie schön, jetzt geht das wieder los: Letzte Chance! Allerletzte Chance! Allleraller…. das Muster dürfte klar geworden sein. Bis zum nächsten Mal. Diesmal macht die Lübecker Kaufmannschaft die Dauerkonserve auf. Unterdessen hat die Fluggesellschaft Intersky Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Wie das zusammenhängt?

Zunächst zur Versammlung der Lübecker Kaufmannschaft. Deren unlängst aus unbekannten Gründen abgesägter ex-Geschäftsführer Nicolaus Lange stand lange Jahre auch dem Landewiese-Fanboy-Verein „Check-In“ vor, der überraschend im Herbst 2013 seine Selbstauflösung beschloß (mit der putzigen Begründung übrigens, die Rettung des Flughafens habe Erfolg gehabt. Nicht die erste Fehleinschätzung des Vereins, aber immerhin die letzte.)

Interessant wurde es beim Flughafen. Präses Weiß erwähnte die langjährige positive Begleitung des Airports durch die Kaufmannschaft und betonte, dass man auch die letzte Chance nutzen wollte, sich an der Genesung des Flughafens zu beteiligen. Bei schonungsloser Offenlegung und Transparenz aller Belastungsquellen würde man tatkräftig unterstützen. Hilfe und Mitsprache bei der Investorenauswahl wurde ausdrücklich angeboten, denn auch in den Reihen der Kaufmannschaft sieht man die derzeitigen Bemühungen um den Erhalt des Airport als ‚letzten Versuch.‘ Vorstellbar ist für den Präses auch eine Investorengruppe von interessierten Firmen aus der Region, die versuchen könnte, den Flughafen wirtschaftlich zu betreiben.

HL-live, 6. November 2015 [Hervorhebung P.K.]

Sinngemäß wurde das Bild der letzten Chance seit mindestens 2004 bemüht, wörtlich benutzt wurde die Phrase nachweisbar seit spätestens 2009. Immer war es die letzte Chance, und immer wieder hat man das eigene Gerede von gestern ignoriert. Das wird auch diesmal nicht anders sein.

Ich habe das ganze Letzte-Chance-Gelaber der letzten elf Jahre mal auf einer Seite zusammengefaßt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. (Übers Wochenende werde ich mir noch Videos ansehen und, wenn nötig, weitere Aussagen ergänzen.)

Hirngespinste

Zu dem Hirngespinst einer „Investorengruppe von interessierten Firmen aus der Region“ als Betreiber der Landewiese – das gibt es in Memmingen, der dortige „Allgäu Airport“ wurde uns ja gelegentlich als Vorbild vorgeführt. Die Gesellschafter sind aber alles andere als zufrieden, wollen einen (teilweise staatlich finanzierten) Ausbau. Auch von dubiosen Gutachten und Grundstücksgeschäften – dazu gibt es am 22. November einen Bürgerentscheid – ist die Rede. Nicht nur hier, nein – auch im Bayerischen Rundfunk.

Aber davon mal abgesehen: das Zauberargument der lokalen Wirtschaft, ob an der Ostsee oder im Allgäu, ist immer die Anbindung an ein Drehkreuz wie Hamburg, Frankfurt, Berlin oder München. Das hätten die Damen und Herren wahnsinnig gerne, auch wenn die, wie die Erfahrung zeigt, nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Zahlen sollen das regelmäßig andere, am besten der Staat.

Erinnern Sie sich?

Vom kommenden Frühjahr an will HLX die Strecke Lübeck – München zweimal täglich bedienen. Morgens und abends soll eine Boeing 737 mit etwa 150 Plätzen zwischen beiden Städten pendeln. Die Fluggesellschaft verlangt allerdings eine Anschubfinanzierung von mehr als zwei Millionen Euro – verteilt auf drei Jahre. Nach Angaben des Senators [Halbedel] kann die Stadt gemeinsam mit der örtlichen Wirtschaft rund 1,2 Millionen Euro aufbringen. Dabei bleibt eine Lücke von 800 000 Euro.

Lübecker Nachrichten, 20. Oktober 2006

Es wurde nichts draus (wobei interessant zu wissen wäre, wie hoch der Anteil der Wirtschaft gewesen wäre). Relativ egal, denn nach drei Jahren wäre ohnehin Schluß gewesen. Die anderen Rohrkrepierer, die später z.B. von Herrn Prof. Dr. Stöcker ventiliert wurden, spare ich mir jetzt einfach mal.

In Memmingen waren die innerdeutschen Flüge – Hamburg, Köln, Berlin – immer ein Argument für die dortige Landewiese. Die hat mal Air Berlin bedient, dann aber aufgegeben. Vermutlich mangels Rentabilität. Als Ersatz diente die österreichische Intersky. Noch im Mai 2015 hieß es:

InterSky baut in Memmingen neue Base auf

InterSky verstärkt in rund vier Monaten ihr Engagement in Memmingen. Ab 5. Oktober bedient die Regional-Airline vom Allgäuer Flughafen aus zwei Mal täglich Köln/Bonn und stationiert gleichzeitig eine Dash8-300Q fix in Memmingen. Mit dem Wechsel auf den Winterflugplan gibt’s am Wochenende zusätzliche Flüge nach Berlin und Hamburg.

Pressemitteilung Intersky, 18. Mai 2015

Die letztgenannten Verbindungen wurden ab März 2015 bedient. Intersky hat den Flugbetrieb am Freitagabend (6. November) eingestellt und wird am 9. November Insolvenz anmelden. Das Lokalradio plappert bloße Verlautbarungen nach:

Der Allgäu Airport bleibt trotz des plötzlichen Wegfalls der Fluggesellschaft InterSky auf Kurs. Das Jahresziel von 860.000 Passagieren werde dennoch erreicht, betonte Allgäu Airport Geschäftsführer Ralf Schmid in einer ersten Stellungnahme …

Allgäuhit, 6. November 2015

Immerhin muß er dadurch zugeben, daß diese ach so tollen innerdeutschen Verbindungen wohl doch nicht so nachgefragt und auch nicht so wichtig waren, wie das interessierte Kreise immer behaupteten oder vorhersagten. Das sollte man in Lübeck, insbesondere bei der IHK und der Kaufmannschaft, zur Kenntnis nehmen. Ebenso diese Tatsache.

Vergeßt es, Leute, ihr habt Eure letzten Chancen schon zu oft gehabt. Jetzt muß mal Schluß sein mit dem Wunschkonzert.

Beitragsbild: Maret Hosemann/pixelio.de

16 Antworten auf „„Letzte-Chance“-Wochen eröffnet… und eine weitere Pleite einer Regionalfluggesellschaft“

  1. Natürlich ist der Allgäu Airport ein sattes Zusatzgeschäft, ich sehe da aber trotzdem einige Unterschiede zu Lübeck:
    Zunächst einmal haben sich fast 80 Unternehmen an dem Flughafen beteiligt, sprühen werden sie nicht vor Freude, aber Verluste kann man ja auch abschreiben.
    Mir fehlt der Glaube, dass sich in Lübeck auch nur 8 Unternehmen an dem Flughafen beteiligen würden.
    Und der wichtigere Punkt:
    Bayern hat Geld, was man daran erkennt, dass Bayern mit fast
    5 Milliarden der größte Zahler im Länderfinanzausgleich ist.
    Schleswig Holstein gehört zu den Nehmerländern!!!!
    Allein aus diesem Grund habe ich Verständnis dafür, dass Bayern sich das teure Hobby „Memmingen“ leistet, jeder hat seinen „Spleen“, man muss es nur bezahlen können.
    Das alles trifft auf Schleswig Holstein und insbesondere Lübeck nicht zu.
    Im Übrigen wurde für die Region um Memmingen und ganz Bayern eine Statistik erstellt, die ganz interessant ist, da sie auch einige Zahlen ausweist, wieviel Geld Flugreisende, die über Memmingen
    ein-und ausreisen, in der Region ausgeben.
    Wurde für Lübeck so etwas jemals erstellt?
    Ich habe Herrn Klanowski den Link zu dieser Statistik gesendet, vielleicht kann er sie hier ja einbauen?
    Letzter Vergleichspunkt:
    In Memmingen wurde in den letzten Jahren doch eine ganze Menge investiert, wie sah und sieht das am Flughafen Lübeck aus?
    Ach, noch ein Punkt: Memmingen wird mit 98 Mitarbeitern betrieben, darunter Teilzeitkräfte und Lehrlinge, zur Abfertigung von 700.000 bis 800.000 Fluggästen.
    „UND MACHT TROTZDEM SATTES MINUS“,
    wie soll es da in Lübeck klappen????

  2. Klasse Letzte-Chance-Sammlung in dem verlinkten Artikel! Allein dort sind es 15 Zitate mit diesem Begriff. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich größer sein. Da die deutsche Sprache nach dem Komparativ (letzte Chance) und dem Superlativ (allerletzte Chance) eigentlich keine weitere Steigerung mehr vorsieht, hilft nur noch das Aneinanderreihen. Also bei 15 historisch belegten Chancen-Forderungen sollte der nächste Mensch bitte wenigstens 16x das Prefix „aller…“ voran stellen.

    Das sähe dann so aus: „Bitte noch eine allerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerallerletzte Chance für den Flughafen!“

  3. Das war ja wirklich vorhersehbar, dass irgendjemand die aller….letzte Chance beschwören würde. Das hat so etwas von der Zahl „unendlich“ – einer mehr geht immer noch, und wie der Name schon sagt……

    Ich will noch einmal kurz auf die Anbindung an die Drehkreuze eingehen. Es gibt bei Langstreckenflügen, und deswegen soll ja wohl angebunden werden, Hauptverkehrsströme. Diese verlassen die Drehkreuze zu bestimmten Zeiten und kehren ebenso zu bestimmten Zeiten wieder zurück, um dann nach etwa drei Stunden Umkehrzeit wieder abzufliegen. Es muss nicht immer so sein, aber überwiegend ist es eben doch genau so. Die Mühlen müssen in die Luft, am Boden sind sie zu teuer.
    Das hat aber eine große Bedeutung für den Zubringerverkehr. Letzte Landung aus der Fläche (Lübeck) am Drehkreuz etwa eine Stunde vor Abflug der ersten Langstreckenverbindung, Rückflug dann etwa eine Stunde nach der letzten Langstreckenankunft. Daraus ergibt sich tatsächlich eine Standzeit für die Zubringermaschine am Drehkreuz von mindestens drei Stunden, denn der Langstreckenknoten platzt ja nicht in einem Moment, sondern die Maschinen könne ja auch nur in Abfolge starten und landen. Dieses Muster findet zweimal täglich statt, d.h. ein reiner Zubringerflug könnte an einem Tag z.B. nur Lübeck-z.B.Paris-Lübeck-Paris-Lübeck fliegen, und das lohnt sich nicht. Ausserdem ergeben sich dadurch auch z.T. völlig unattraktive Umsteigezeiten von zwei bis drei Stunden in beide Richtungen. Die Dienstzeit der Besatzungen (Achtung: nicht die von bösen Gewerkschaften ausgehandelten, sondern die in europäischem Recht verankerten) erzwingen eine Ablösung der Besatzung nach einem Hin- und Rückflug, d.h. auch hier entstehen Kosten, die jede Konkurrenzfähigkeit ausschließen, es sei denn, man macht es so, wie einige „renommierte“ Gesellschaften, bei denen zumindest die Copiloten für ihre Einsätze bezahlen, denn sie sammeln ja Erfahrung!!! Oder man lässt sie in ICH-AGs arbeiten. Da sind in Koblenz wohl noch Verfahren gegen Mitarbeiter einer in Lübeck lange gefeierten Fluggesellschaft anhängig – wohl gemerkt gegen die MA, nicht gegen die Firma!
    Ein Charterflug Lübeck – Malle – Lübeck passt da dann auch nicht zwischen, ergo: ABHAKEN !
    Und was ist mit dem Geschäftsreisenden, der nur einen Tagestermin hat? Der muss evtl. länger bleiben oder früher zurück als er gerne möchte und hat keine Umbuchungsmöglichkeit.
    Letztes Argument: Man schaue ins Internet und buche Hamburg – Shanghai (um eine aktuellen Bezug zur jüngeren Vergangenheit herzustellen) und erkenne: den Zubringerflug zum Drehkreuz gibt es fast geschenkt. Auch deswegen ist eine Illusion oder hilfloses Gerede, eine Anbindung Lübecks an ein Drehkreuz zu fordern.
    Der Flughafen Schleswig-Holsteins heißt Hamburg_Fuhlsbüttel !

    Aber wie Sie schon sagten, die Begleitmusik zum Flughafen, die vom Koberg aus gespielt wurde, waren schon immer reichlich schräge Töne. Virtuosen waren da nicht am Werk.

    1. Ich war, das geht aus vielen meiner Beiträge hier hervor, durchaus positiv zum Flughafen eingestellt, zumal ich auch mal ein enger Vertrauter von Herrn Amar war.
      Er wollte aus dem Flughafen „Klein aber fein“ machen, mit entsprechender Infrastrucktur in unmittelbarer Nähe.
      Das ist gründlich daneben gegangen und die Gründe dafür müssen nicht wieder aufgewärmt werden.
      Zum jetzigen Stand kann man aber nur sagen: Was soll jemanden bewegen, außer Billigtouristen, den Flughafen zu nutzen?
      Um auf die Erklärung von Herrn Cordes einzugehen: Als Geschäftsflieger oder Reisender (über ein Drehkreuz zu entfernten Zielen), erwarte ich auch ein gewisses Maß an Komfort.Das kann ich in Lübeck nicht erkennen. Als Geschäftsreisender habe ich keine Lust, über Rucksäcke zu steigen und in einem Zelt, (Sommer warm-Winter kalt), auf meinen Abflug zu warten. Bei strömendem Regen muss es besonders angenehm sein, nass in der Maschine zu sitzen, Ziel eventuell Übersee oder auch Peking. Gibt es in Frankfurt oder München Trockenräume für solche Fälle?)
      Lieber laß ich mich von Brackelmann mit dem Trecker von Büttenwarder nach Hamburg Fuhlsbüttel fahren.
      Man kann hinter dem schlechten Service aber nur System vermuten, denn, als Amar die Kontrolle schon verloren hatte, waren unter Weegen plötzlich beide Möglichkeiten (für einen kleinen Imbiss oder eine Tasse Kaffee) mit fadenscheinigen Begründungen geschlossen. Nicht unwichtig dabei war das Bistro.
      Komisch ist, dass Weegen tatsächlich heute noch präsenter am Flughafen ist, als Steppe, wie kann das angehen?
      (…)
      Ich hatte schon mal angeregt, dass unabhängige Experten vielleicht eine Chance hätten, den Sumpf trocken zu legen.
      Aber das scheint von mehreren Seiten nicht gewollt.
      Interessant wäre zu wissen, wo Herr Pannen steht. Wenn er sich auf die Beratung von Herrn Weegen verlassen sollte, verliere ich den Glauben, aber es scheint irgendwie so zu sein.
      (Alles nur meine perönliche Meinung, nicht rechtlich verwertbar!!!)

    2. Liebe Blankensee-Info Fan Boys (hört sich doch gut an, oder ?)
      wenn Hamburg-Fuhlsbüttel der Airport für SH sein soll, wo bleibt
      denn dann der ‚Wahre Norden‘ ? Dann könnten wir doch eigentlich auch alle Schiffe nach Hamburg umlenken und den Nordstaat aus- rufen. Natürlich müßte das UKSH dann auch UKHHSH heißen (s. HSH
      Nordbank)

      Mit freundlichem Gruß
      W. Wilkens

      1. In Ihrem neuesten Kommentar sind erste Ansätze einer Besserung, zumindest auf formaler Ebene, erkennbar – jedenfalls insofern, als daß Sie Ihre Ausfälle ad hominem diesmal lediglich auf unbestimmte „Blankensee-Info Fan Boys“ beschränken. Nicht sonderlich komisch, aber wenn‘s Ihnen Spaß macht…

        Immerhin liefern Sie bei oberflächlicher Betrachtung etwas, was man bei größtem Wohlwollen als Versuch einer Argumentation werten könnte – ein Versuch, der allerdings genau das bleibt bzw. das Gegenteil seiner Intention erreicht.

        Sie erwähnen die HSH Nordbank. Nicht die Konstruktion der HSH als Landesbank zweier Länder hat das Unternehmen in die Katastrophe getrieben, nein, das war der Größenwahn der Manager, die endlich auch mal am ganz großen Rad drehen wollten anstatt sich mit dem schnöden Alltagsgeschäft zu befassen. Und das von der Politik praktisch unkontrolliert bzw. womöglich noch gefördert; das war der Fehler.

        Muß ich Ihnen die Parallele zur Lübecker Landewiese wirklich erklären?

        Es war doch genau die gleiche Masche, immer größer und immer teurer mußte es sein. Provinzheinis, die partout ganz oben mitspielen wollen. Der Schuster, der bei seinem Leisten nicht bleiben wollte. De Fischer un sine Fru. Durch Selbstüberschätzung induzierter Realitäts- und Kontrollverlust, bei der HSH wie bei der hiesigen Landewiese.

        Sogar die Konsequenzen aus der bitteren Einsicht, daß es eben doch nicht geklappt hat, ähneln sich. Siehe die Ausgliederung eines „bad airport“, der sich Betrieb gewerblicher Art (BgA) Flughafen bei der Stadt nennt und die Bilanz derselben pro Jahr mit 1,3 Mio. an Abschreibungen belastet, sowie der Übernahme sämtlicher Altschulden der Flughafen Lübeck GmbH (jährliche Belastung für die Stadt: 2,5 Mio. Euro Zinsen und Tilgung). All das zugunsten angeblicher Investoren, die regelmäßig den Rest geschenkt* bekommen, sich aber ebenso vorhersagbar als Nullnummern entpuppen. Und das hat die Hanselstadt™ Lübeck ganz alleine hinbekommen! Respekt!

        Dass Beispiel HSH ist für mich kein Argument, wieso Schleswig-Holstein und Hamburg nicht punktuell zusammenarbeiten sollten, wie sie es z.B. bei der gemeinsamen Medienanstalt und beim gemeinsamen Statistikamt machen; oder wieso man nicht Fuhlsbüttel als Verkehrsflughafen für Schleswig-Holstein ansehen sollte.

        Aber wenn Sie schon unbedingt einen eigenen Großflughafen für Schleswig-Holstein wollen, dann ist Lübeck gerade aufgrund seiner Nähe zu Hamburg der denkbar am schlechtesten geeignete Standort (Stichwort: Verkehrsschatten).

        Das Beispiel Hafen, das sie anführen, ist gar nicht mal schlecht: Hamburg → Nordsee; Lübeck → Ostsee. Zwei klar voneinander getrennte Märkte, die sich sich ganz gut ergänzen. Wo sehen Sie eine derartige Aufgabenteilung im Luftfahrtbereich? Es gibt sie nicht; beide Flughäfen bedienen im Wesentlichen das selbe Einzugsgebiet.

        Aber trotzdem danke für Ihren Kommentar.

        *) Geschenkt aus Sicht der Stadt, die keine Einnahmen daraus erhält; der Insolvenzverwalter verdient vermutlich jedesmal ganz gut daran.

      2. Der wahre absolute Norden ist Flensburg und von Flensburg ist man eher in Fuhlsbüttel als in Blankensee. Also ist für die nordischste Stadt Deutschlands ganz klar Hamburg der wahre Flughafen… Schön, dass Sie nun so sachlich „diskutieren“. 🙂 Kommt da sonst noch was wahres substanzielles.

        1. So ist das.

          Entfernung Flensburg, Bismarckstr. – Flughafen Hamburg: 152 km, Fahrtzeit: 1:32 ohne Verkehr (1:37 mit Verkehr)

          Entfernung Flensburg, Bismarckstr. – Flughafen Lübeck: 173 km, Fahrtzeit: 1:43 ohne Verkehr (1:53 mit Verkehr)

          Quelle: Bing Maps, Google Maps. Fahrtzeiten beziehen sich auf Autoverkehr. Noch Fragen?

  4. Also ich finde die Idee mit einem lokalen Konsortium ansässiger Firmen immer noch einen guten Ansatz, allerdings als kostendeckende Neuerfindung und Innovationswiese für die Zukunft. Es gab, solange ich dies Kasperletheater verfolge, immer wieder Konsortialansätze lokaler Interessenten und es erschliesst sich mir nicht, weswegen man nicht einmal Erfolg hatte den Betrieb zu übernehmen. Man könnte sogar auf die Idee kommen, es wäre politisch verhindert worden … oder?

    1. Natürlich wird man wieder einen „weißen Ritter“ aus dem Hut zaubern, oder zumindest einen hellgrauen oder eben nicht ganz schwarzen. Mein erster Kommentar berücksichtigt die Dinge, wie sie sind.
      Politisch sieht das allerdings ganz anders aus. Nach Angaben des vorl. Insolvenzverwalters hat Herr Chen 9 Mio € im Blankensee versenkt. Das ist bedauerlich für ihn. Die Stadt hatte aber die Leute in Lohn und Brot, brauchte keine Fördergelder zurück zu zahlen und musste nicht über Rückbau nachdenken. Ein wenig Pacht gab’s auch noch. Das ist doch als Bilanz schon ausreichend, wenn…..
      wenn man bedenkt, dass man eben in der mißlichen Situation schon drin war, indem man jahrelang einen in dieser Form und Größe unnützen Flughafen gepampert hat. Das Vergehen am Steuerzahler lag ganz am Anfang, als eine unselige Koalition beschloß, auch im Weltluftverkehr mitspielen zu wollen. Nun ist die Not groß und wie ein Junkie wird man nach immer neuem Gift greifen, was danach kommt, ist heute egal.
      Wie gesagt, der Sündenfall fand am Anfang statt, den Ausstieg hat man mit dem fatalen Bürgerentscheid, um den herum gelogen wurde, dass sich die Balken bogen, und dem unsinnigen „Ausbau light“ verpasst.
      Man hätte es nie machen dürfen, aber jetzt steht man mit dem Rücken an der Wand !

    2. HaraldM,
      welche Firmen könnten Sie sich denn in Lübeck vorstellen, die in Gemeinschaft so ca. 5 Mio pro Jahr stemmen (verlieren) wollen?
      Und das ganz sicher nicht nur für ein. zwei oder drei Jahre?

    3. Nee, eher umgekehrt. „Die Wirtschaft“ würde es ja gerne machen, nur nicht bezahlen! Man ist so verwöhnt (siehe Dräger und Finkenstraße), daß inzwischen die Stadt/die Allgemeinheit alles bezahlen darf, was die hiesige Wirtschaft mal eben gerne als Luxus hätte. Wenn Sie die Tatsache, daß sich die Stadt nicht darauf einläßt, als politische Verhinderung sehen, sei’s drum. Rechtliche Hürden für eine lokale Lösung hat es meines Wissens nie gegeben. Die feuchten Träume vom Großflughafen waren ohnehin auf fast allen Seiten die selben… und gleichermaßen unrealistisch.

      Bitte, ein lokales Konsortium kann ja gerne loslegen – mit einer beurkundeten Verlustübernahmerklärung für die Landewiese. Es gibt m.W. zwei Flugplätze in Deutschland, wo das tatsächlich so läuft. Ich sage nicht, wo, nachher kommt noch jemand auf dumme Gedanken und spielt das hier nach.

Kommentare sind geschlossen.