Sonntagslektüre

Schietwetter? Machen Sie es es richtig schön bequem mit einem Sonntags-Brunch, vielleicht ein wenig Prosecco – und diesem Text:

Deutschland im regionalen Flughafen-Wahn

Verschwendungssucht und lokalpolitischer Größenwahn: Regionalflughäfen belasten die öffentlichen Kassen von Jahr zu Jahr immer stärker

Telepolis, 22. November 2015

Wenn ich die letzten Jahre blankensee.info zusammenfassen sollte, würde so etwas wie dieser Artikel dabei herauskommen, der bereits zu Beginn auf den Punkt kommt:

Wenn die gewählten Repräsentanten eines demokratischen Staats große Bauvorhaben planen, ist immer höchste Alarmbereitschaft geboten; denn es geht ihnen so gut wie niemals darum, Bauten zu errichten, die der breiten Bevölkerung nützen.

Und weiter:

Am Anfang eines jeden Regionalflughafens stehen immer leere Versprechungen: Schon bald werden massenweise Touristen und Geschäftsleute kommen, und die Region kann mit einem mächtigen Wachstumsschub rechnen. Nur ist so gut wie nie etwas aus den hohlen Redensarten geworden.

Ja, kommt einem bekannt vor.  In dem Artikel kommt auch die Lübecker Landewiese vor, leider mit eher veralteten Zahlen. Aber es gibt ja noch knapp zwei Dutzend anderer Pleitewiesen im Land…

Und da waren doch so tolle Analysen?

Die Gutachten haben ja auch gar nicht den Zweck, eine realistische Schätzung über die wirklich zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung eines Flughafenprojekts darzustellen. Sie sind Instrumente, die es den planenden Politikern ermöglichen, ein Projekt durch die demokratischen Entscheidungsgremien durchzuboxen. Sie sind nur Hilfsmittel in der politischen Auseinandersetzung.

Oh, übrigens gibt es auch schon jede Menge schwachsinniger Kommentare, die man sich zur Belustigung auch durchlesen kann. Wie der hier: die Landewiesen seien nötig

Zum einen als Zubringer für Frankfurt, zum anderen aber auch um den innerdeutschen Fernverkehr abzuwickeln.

Innerdeutscher Fernverkehr, köstlich. Und alle fliegen sie aus der Provinz nach Frankfurt… so auch aus Lübeck, gelle? Darauf noch ein Schlückchen Prosecco.

19 Antworten auf „Sonntagslektüre“

  1. Wenn ich mir die Anschrift des Herrn Klanowski, dem Betreiber dieser Seite, anschaue, erkenne ich so dit und dat. So verfolgen er wohl nur eigene Interessen. Schließlich wohnt er direkt am Flughafen. Er hofft darauf, dass sich der Flughafen erledigt, um mehr Ruhe in seinem Haus zu haben. Alle Äußerungen von ihm sollte man vor diesem Hintergrund lesen.

    Eine Anmerkung. Den Flughafen gibt es schon erheblich länger, als Ihren Bungalow, Herr Klanowski.

    1. Hallo Herr Peters,
      Ihrem Kommentar kann man entnehmen, dass Sie neu in diesem Blog sind, sonst hätten Sie auch andere Schreiber hier kommentiert.
      Sie würden hier feststellen, dass Leute mit unterschiedlichsten Meinungen zum Flughafen und auch zur lübecker Politik zu Worte kommen.
      Niemand konnte bisher behaupten, dass Herr Klanowski nur um seiner selbst willen Kommentare veröffentlicht, oder nicht.
      Das erkennen Sie auch daran, dass Ihr Kommentar hier erschienen ist.
      Für mich und viele Andere ist Fakt, dass in diesem Blog auch mal Informationen erscheinen, die von den öffentlichen Medien totgeschwiegen wurden und werden.
      Ich möchte behaupten, dass hier noch der größte Wahrheitsgehalt dargestellt wird.
      Wenn verschiedene Kommentatoren verschiedene Interessen verfolgen, ist das doch normal.
      Und ich sehe immer, dass Herr Klanowski objektiv schreibt. Wenn er aus persönlichen Gründen gegen den Flughafen sein sollte, ist das doch sein gutes Recht.
      Beteiligen Sie sich doch einfach auch mit sachlichen Beiträgen hier,
      mich würde z.B. interessieren, welche Vorteile und Zukunftschancen Sie für den Flughafen sehen.
      Ich bin z.B. für einen kleinen und feinen Flugbetrieb am LBC, sehe die Chancen aber schwinden. Trotzdem wurden meine Kommentare positiv, wie auch negativ in diesem Blog immer veröffentlicht.

    2. Nein, so sehe ich dass nicht. Ich konnte bisher nicht erkennen, dass er komplett gegen den Flugplatz ist und für eine Schließung steht. Je kleiner die Flugzeuge, um so leichter kann man mit den Anwohnern die Platzrunde und die Ein- u. Ausflugsektoren aushandeln. Damit können alle leben. Und aus Kostengründen spricht alles für einen kleinen, feinen Verkehrslandeplatz. Bahn halbieren (max. 1000 m) reichen. Ich spreche da aus Erfahrung: Ich fliege seit 1973 in Uetersen, Segelflug, Motorsegler, F-Schlepp, Fluglehrer…….

      In Lübeck geht es hier im Blog in erster Linie um Geldverschwendung, ahnungslose Politiker, Fachleute die keine sind etc.

    3. [Ironie an] Oh je, Frau oder Herr Peters, Sie haben also mein super-mega-geheimes Impressum mit meiner Adresse gefunden. Mein düsteres Geheimnis scheint enttarnt… aber (mwahahaha) ich bin ja nicht blöd. Zum Glück habe nämlich nicht reingeschrieben, daß ich in Wirklichkeit Dr. Evil bin und an einem neuen Plan zur Erlangung der Weltherrschaft bastele. [Ironie aus]

      Wie wäre es übrigens, wenn Sie sich mal mit vollem Namen und Adresse vorstellen würden, damit die anderen Leser eine Ahnung von Ihrer Motivation bekommen könnten? Meine habe ich von Anfang an hier beschrieben. Das hätten Sie nur lesen müssen, wenn es Ihnen schon zu umständlich ist, auch mal im Archiv nachzusehen. Da empfehle ich übrigens die Artikel aus der Anfangszeit, in denen es sehr viel um die Vorgeschichte und die Grundlagen geht. Viel Spaß.

      1. Sorry Herr Klanowski, aber genau diese spottriefende, oberlehrerhafte Art ist es, warum hier nur eine Handvoll Leute überhaupt Beiträge veröffentlichen.
        Herr Harald hat ja wenigstens den Herrn oder Frau Peters über die Geschichte ihres Blogs freundlich aufgeklärt. Aber Sie vertragen es scheinbar nicht, wenn jemand keine Freude am Auskeilen empfindet.
        So und dann wünsche ich allen einen schönen Tag und klink mich mal wieder aus.

        1. Hallo Charlotte,
          ich kann mir vorstellen, dass Herr Klanowski als Gründer und Betreiber dieses Blogs auch eine ganze Menge Arbeit damit hat.
          Er sammelt ja nicht nur unsere Kommentare und gibt seinen „Senf“ dazu. Er investiert , glaube ich, auch ziemlich viel Zeit in Recherche, sonst würden nicht so viele unwiderlegbare Informationen hier auftauchen.
          Somit gestehe ich ihm gern eine gewisse Ironie oder auch mal Zynismus zu, denn Fakt ist, dass sich hier auch Insider äußern können, die von von den öffentlichen Medien zensiert werden, habe ich z.B. bei HL-Life erlebt.
          Mir ist auch bekannt, dass Leute, die es nie zugeben würden, regelmäßig hier mitlesen. Ob das deren Handlungen beeinflusst, können wir nicht wissen.
          Lassen Sie uns doch ein wenig Ironie und oberlehrerhafte Art geniessen, sonst wäre das Thema LBC doch nur noch ein Trauerspiel in mehreren Akten, dargestellt durch Akteure am Flughafen und der lübecker Politik.
          Angenehm fand ich es von Ihnen, dass Sie allen einen schönen Tag gewünscht haben, ich glaube, das werden alle gern zurückgeben.
          Tip von mir persönlich:“Keilen Sie doch auch mal aus“ das braucht man manchmal, wenn man das ganze Elend am und um den LBC herum sieht.
          Auch Ihnen und allen hier noch einen schönen Abend.

    4. Und unter welchen Aspekt sollte man Ihren Beitrag verstehen?

      *Ironie on*
      Wollen Sie nur günstig von Lübeck an den Ballermann fliegen? Oder ist Ihr Eigeninteresse, dass Sie Ihren Job am Flughafen behalten möchten?
      *Ironie off*

      Ernsthaft. Es ist doch vollkommen verständlich, dass man als Mensch der von irgendwas persönlich(in seinem Umfeld) negativ betroffen ist, sich vielleicht intensiver mit der Materie beschäftigt und mehr Elan aufbringt, um etwas dagegen zu unternehmen.

      Das ist doch nur rein menschlich. Würden Sie persönlich „Hurra!“ rufen, wenn in Ihrem Umfeld sich etwas negativ für Sie persönlich ändert? Ich denke nicht!

      Und wer den Blog hier regelmäßig liest, stellt eben fest, dass es wirtschaftliche Gründe/Fakten sind, die gegen den Flughafen sprechen oder gegen andere Regionalflughäfen. Persönlich kann ich aber sehr gut nachvollziehen, wenn Lärmschutz(etc.) für die Betroffenen eine wichtige Rolle spielen.

      Ich weiß ja, dass zur „Dolchstoßlegende“ der Lübecker Landewiese gehört, dass es die bösen Grönauer, Blankenseer und Krummesser waren, die verhindert haben, dass aus dieser Landewiese der nächste Großflughafen und DER Jobmotor für die gesamte Region wird. Schließlich ist ja bekannt, dass es nur an diesem Flughafen Proteste gab. An allen anderen Flughäfen sind die Anwohner TOTAL begeistert. Auch sonst gibt es nur in Lübeck Proteste gegen Infrastrukturprojekte. 😉

      Ansonsten durfte man sich in der Vergangenheit ja auch gerne als ÖKO-Faschist oder Fortschrittsverweigerer beschimpfen lassen, wenn man nicht unbedingt für diesen Flughafen bedingungslos war und auf Risiken hingewiesen hat, die sich ja letztlich auch bewahrheitet haben. Deshalb verzeihen Sie mir bitte die Spitze mit dem Ballermann.

  2. Was ist denn nun passiert ? Gerade „http://www.flughafen-luebeck.de“ angeklickt, dann kommt das:

    Dieser Account ist zur Zeit nicht erreichbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal.

    ……und als Suchergebnis bei google oder bing ? Nichts !

    Was ist da los oder nur eine technische Störung ? Man munkelt, dass ein „Investor“ bereits einen Rückzieher gemacht hat.

    1. Die Sache mit dem Internet erscheint mir relativ einfach erklärbar. Den Webauftritt hat man einem externen Dienstleister übertragen (welchem, verrät ein Blick in den Quellcode der Seite oder eine whois-Abfrage). Der Dienstleister hat nun offenbar den Stecker gezogen, und man darf vermuten, daß das mit ausbleibenden Zahlungen zu tun hat.

      Ansonsten wird in der Tat einiges gemunkelt, was zu folgenden Fragen führen könnte: was macht eigentlich Dr. Steppe? Wie viele Mitarbeiter hat der Flughafen derzeit bzw. am 31.12.? Was passiert, wenn’s mal schneit (wie letzten Sonntag)? Was wird aus den Segelfliegern?

      1. Ob der Dienstleister den Stecker gezogen hat, der nicht gerade für Zuverlässigkeit berühmte Dienstleister ein Problem hat, oder die geklöppelte, handgeflickte und schlecht gewartete Webseite ihren Dienst doch letztendlich einmal versagt hat, sei es dass der Dienstleister neue Serversoftware einspielt und die (ver)alte(te) Seite das einfach nicht kann, wird man nur posthum in der Autopsie erkennen, wenn es dann noch jemanden interessiert.

        Ist Dr. Steppe nicht schon längst wieder in Hamburg untergekommen und weg? Sitzt nicht eine bestimmte Person wieder und immer noch im Büro, mit dem gerüchteweise nicht einmal die als Retter notwendig würdenden Airlines reden wollen? Haben die Mitarbeiter die, in der Insolvenz normale und vorsorgliche, Kündigung bereits erhalten und wenn nein, warum? Was soll schon passieren, wenn es schneit? Dann wird Schnee geräumt und die Landebahn enteist, wie am Montag. Welche Segelflieger?

        1. Es hat am Sonntag geschneit. Und am Montag wurde geräumt, wo sowieso schon Tauwetter herrschte und vermutlich gar kein Schnee mehr da war? Interessant.

          Die interessantere Frage ist übrigens auch nicht, ob den Mitarbeitern vorsorglich gekündigt wurde (Antwort: weiß ich nicht), sondern ob es welche nicht schon vorher von sich aus getan haben.

    2. Zuletzt war die Web-Seite bzw. der ausliefernde Server offenbar von einem Wurm infiziert worden, so dass ein Haufen von Viagra-Links anstelle der eigentlichen Web-Seite ausgeliefert wurde – aber nur wenn die Seite vom Google-Bot abgerufen wurde. Google hatte deshalb auch seit längerem unter den Suchergebnissen zu „Flughafen Lübeck“ darauf hingewiesen, dass die Seite nicht ganz koscher sei.

      1. Das ist richtig, aber seit Monaten bekannt. Der zeitliche Zusammenhang zur Insolvenz erscheint mir plausibler, auch im Zusammenhang mit anderen offensichtlichen Sparmaßnahmen der letzten Zeit. (Ockhams Rasiermesser.)

  3. Der Hauptgrund für die Misere ist in dem Artikel doch schon genannt, die fehlerhafte Verkehrspolitik. Verkehrsplanung beruht zur Zeit in der Berliner Republik Deutscher Nation auf Kleinfürstentümern und nicht auf einer zentral duchdachten und durchgängigen Bedarfsplanung. Die Lokalpolitik weiß eben weder genau was sie an Verkehrsmitteln tatsächlich braucht, noch lässt sie sich von wirtschaftlichen Fakten in ihrer politischen Gestaltung abhalten. An der Stelle zeigt der Förderalismus eben eine seiner grotesken Fratzen.

  4. Beim lesen habe ich mir den langen Text hier „gespart“ und gleich auf „Telepolis, 22. November 2015“ geklickt, gelesen wie einen Wirtschaftskrimi. Gute Recherche, da fragt man sich, warum die EU die Vorschriften erst ab 2024 ändert. Hunderte Millionen € Steuergelder könnte eingespart werden, wenn die „Landesfürsten“ endlich mal anfangen würden, mit Steuergeldern sparsam umzugehen. Jetzt wirft man „schlechtem Geld“ (Verluste) noch gutes Geld (Steuergelder) hinterher. Motiv: Wenn das auffällt bin ich ja nicht mehr in der Politik tätig und andere sollen sich darum kümmern. Es ist kein Lübecker Problem, wenn von 22 „Flughäfen“ nur 6 rentabel wirtschaften. Alle anderen machen zusammen (richtig im Kopf addiert ?) rd. 176.000.000,00 € Verluste !!!!!! Lesen Herr Pannen und Herr Saxe hier mit ? Es wäre zu empfehlen !

    1. Das mit den neuen EU-Richtlinien ist auch recht spaßig. Nicht, daß die strenger wären als die bis dahin geltenden; eher ist das Gegenteil der Fall. Strenger ist nur die „knallharte“ Auflage, 2024 müsse mit dem Subventions-Irrsinn Schluß sein. Ich gehe jede Wette ein, diese Regelung wird spätestens 2023 geändert. Zum Vergleich kann man sich ansehen, wie lange die alte Regelung galt, bevor sie geändert wurde… ah ja, neun Jahre. Keine weiteren Fragen. Auch das sieht eher nach einem Vertagen in die Zukunft aus, und bis dahin heißt es: weiter geht’s!

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