Jahresrückblick 2015 (Teil 4)

DSC01597

Kurz nach der zweiten Insolvenz sah es ganz danach aus, als würde es so laufen wie bei der ersten. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde wieder mal Prof. Pannen berufen, der auch sofort wieder von Interessenten für die Landewiese zu reden begann.

Der weitere Weg erschien vorgezeichnet: die Mitarbeiter würden Insolvenzgeld bis einschließlich November bekommen, bis dahin würde der Flugbetrieb aufrechterhalten werden können. Also alles wie gehabt? Es würde ein exotischer Investor aus dem Hut gezaubert, der wahre Wunderdinge verspricht; eilig segnet eine weitgehend uninteressierte Bürgerschaft den Deal in einer Sondersitzung ab – die Zustimmung ist nötig, weil der Stadt sowohl das Flughafengrundstück als auch ein Teil der technischen Einrichtungen gehört.

Daß dann die Frist um einen Monat verlängert wurde, entsprach auch noch dem zeitlichen Ablauf der ersten Insolvenz. Nur: der exotische Investor blieb aus, obwohl die Zahl der Interessenten (was immer man im Detail darunter verstehen mag) inzwischen mal bei vier, mal bei fünf lag.

Weihnachten rückte näher. Eigentlich sollte in der Vorweihnachtszeit der nächste große Knaller zünden. Von Ende November bis Mitte Dezember wollte der schwedische Reiseveranstalter Scandjet 18 Flüge von verschiedenen schwedischen Städten aus nach Lübeck durchführen. Von wegen Weihnachtsstadt des Nordens und so, und mit zwei Stunden Zwischenstop am Getränkemarkt beim Rücktransfer zum Flughafen per Bus. Offenbar wurde aus dieser Sache dann doch nichts.

scandjet

Da der Betrieb der Landewiese bis Ende Dezember gesichert war, kann der Ausfall dieser Flüge kaum mit der Insolvenz in Verbindung gebracht werden, eher mit geringen Buchungszahlen.

Prof. Pannen teilte am 10. Dezember mit, er strebe einen Vertragsabschluß noch im Dezember an. Trotzdem sei ein Betrieb nunmehr bis Ende Februar gesichert, wobei die dafür erforderlichen Mittel vermutlich aus dem Verkauf des Sandkrughofs in Schnakenbek stammten.

Es habe nichts damit zu tun, dass kein Investor gefunden werden könne. Vielmehr liege es am bevorstehenden Weihnachtsfest. In zwei Wochen ist Heiligabend, da könnte die Zeit knapp werden.

Gute Nachricht? Ein Drittel der Mitarbeiter muß gehen

Ein besonderes „Weihnachtsgeschenk“ gab es für die Flughafen-Mitarbeiter: von 76 wurden 25 gekündigt, laut Presse seien das 25% der Belegschaft. (Brauchen die Volontäre bei dpa oder den Tageszeitungen eigentlich wirklich einen Taschenrechner, um zu berechnen, daß der Anteil näher bei einem Drittel als bei einem Viertel liegt?)

Natürlich verkaufte Prof. Pannen das als gute Nachricht. Es bestünde

„durch diese Entscheidung eine Option, auch noch im Januar 2016 den Verkauf des Lübeck Airport und seiner Assets zu realisieren und damit einen langfristiges Überleben des Flughafens zu sichern … Damit ist ein erster Schritt zur Sanierung des Flughafens getan“.

Mit der Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens am 1. Dezember ging die Verfügungsgewalt über die Reste der Landewiese an den Insolvenzverwalter über. Ausweislich des Eröffnungsbeschlusses waren die Geschäftsführer zu dem Zeitpunkt Yongqiang Chen und Dr. Peter Steppe, der sich aber schon längst, nämlich zum 1. November, einen neuen Job gesucht hatte (übrigens nicht in Lübeck und auch nicht als Geschäftsführer).

Indes berät dem Vernehmen nach der frühere (Not-)Geschäftsführer Siegmar Weegen den Insolvenzverwalter. Weegen arbeitete zuvor für ein von Dr. Steppe geleitetes Unternehmen in Hamburg und trat in Lübeck erstmals Ende 2012 öffentlich als Berater des damaligen Investors Amar auf. Seitdem hat er erstaunlicherweise zwei Investoren und zwei Insolvenzen überstanden. Keiner weiß, wie.

Manli Li übernimmt

Am Rande wurde nach der Insolvenz der PuRen Germany auch das gesamte Nebenimperium (PuRen Airlines sowie deren zwei Tochterunternehmen) umgestaltet. Die Gesellschaft für Flugzeugwartung und die Flugschule gründete den LN zufolge Dr. Steppe, der im Juli 2015 zudem Co-Geschäftsführer des Mutterunternehmens PuRen Airlines wurde. Von dem Posten verschwand er bereits am 20. Oktober wieder. Am 30. Oktober meldete der Wartungsbetrieb, die Puren International Aviation Maintenance GmbH, Insolvenz an. Dort, und bei der Flugschule, hatte inzwischen Manli Li die Geschäftsführung übernommen, die zuvor 51% der Anteile von den Chens übernommen hatte. Am 3. Dezember übernahm sie die restlichen 49% und setzte am 8. Dezember Herrn Chen als Geschäftsführer ab… und sich ein.

PuRen-Chart-neu
Alte Eigentümerstruktur des deutschen PuRen-Imperiums, Sommer 2015

Fazit: PuRen Airlines und Tochtergesellschaften stehen jetzt unter kompletter Kontrolle von Manli Li, weder die Chens noch Dr. Steppe haben noch irgendwelche Verbindungen zu den Firmen. Ob die Hamburgerin chinesischer Abstammung ein Eigeninteresse verfolgt oder im Auftrag handelt, ist nicht bekannt.

Die Tatsache, daß die Landewiese, wenngleich im Notbetrieb, derzeit noch weiter betrieben werden kann, ist offenbar dem Verkauf des Sandkrughofs zu verdanken, der einige hunderttausend Euro eingespielt haben dürfte, sowie natürlich der Verringerung der Personalkosten, die seit jeher der Knackpunkt in der Flughafenbilanz waren. (Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Vorgänge rund um den Sandkrughof im Jahr 2016 nochmal ein Thema werden werden.)

sandkrughof-anzeige2
Die letzte Verkaufsanzeige in Sachen Sandkrughof

Weitere Verschenkung wird vorbereitet

Unterdessen stellen zwei der Interessenten, die Prof. Pannen an Land gezogen hat, sonderliche Ansprüche und möchten das Flughafengelände von der Stadt nicht pachten, sondern „kaufen“ – und das heißt im Zusammenhang mit der Landwiese eigentlich immer „für einen Euro“.

Prompt erzählte Bürgermeister Saxe Unverständliches: das Gelände

stehe unter Naturschutz und könne nicht für andere Bebauung genutzt werden. Sollte der Flugbetrieb eingestellt werden, müsse die Stadt als Eigentümer alle Anlagen zurück bauen. Verkaufen kann sie die Naturschutz-Fläche dann wohl kaum noch. „Sie ist dann ökonomisch wertlos“, so Saxe.

So bereitet man eine Verschenkung vor, auch wenn die Aussage so vorne und hinten nicht stimmt. Das Grundstück zerfällt grob gesagt in zwei etwa gleich große Teile: einerseits das eingezäunte Gelände, auf dem sich der Flughafen befindet und das natürlich nicht zum Naturschutzgebiet gehört. Der Rest außerhalb des Zauns schon, aber dort gibt es praktisch keine Anlagen, die zurückgebaut werden müßten (das bißchen, was dort steht, holt jeder Altmetallhändler mit Kußhand kostenlos ab).

aufteilung
Flughafengelände (orange), darin rot, grün und schwarz markiert: eingezäunte Betriebsfläche außerhalb des Naturschutzgebiets – blau: Start- und Landebahn

Daß der Teil außerhalb des Zauns dank Naturschutz wertlos sei, wage ich zu bezweifeln – es gibt Stiftungen, die solche Gelände kaufen (ob es sonderlich sinnvoll ist, was sie dann darauf veranstalten, steht auf einem ganz anderen Blatt). Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein ist dem Vernehmen nach der größte Landeigentümer in diesem Bundesland.

Und der Rest, innerhalb des Zauns? Da könnte man selbstverständlich einen Nachnutzer darauf verpflichten, nicht mehr benötigte Gebäude zurückzubauen. Mit Naturschutz hat das jedenfalls nichts zu tun. Schon vor Jahren brachte die Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm in Lübeck und Umgebung (SGF) die Variante eines Verkehrslandeplatzes ins Spiel, wobei ein Teil des Geländes im Osten für einen Solarpark genutzt werden könnte. (Nein, die dort vorhandene Landebahn, die dann für einen Landeplatz nicht mehr benötigt werden würde, müßte man deswegen nicht wegknacken.)

Ausblick

Ich habe kurz bei der Firma nachgefragt, die damals den Teil Solarpark entwickelt hat: ginge das heute noch, wo doch Fördermittel für Solarenergie dauernd zurückgefahren werden? Antwort: ja. So etwas kann man heute auch noch machen.

Und muß man eigentlich immer nur an Gewerbeflächen denken? Könnte man ungenutzte Hallen eines Landeplatzes, statt sie abzureißen, nicht auch als Proberäume für Musiker, für Konzerte nutzen? Als Ateliers für bildende Künstler? Kulturzentrum Blankensee?

Es steht zu befürchten, daß sich auch 2016 die Betonköpfe der großen Parteien durch- und über den Bürgerwillen hinwegsetzen werden und irgendeinen Investor akzeptieren, denn Prof. Pannen anschleppt und dem man auch noch die letzten Reste des städtischen Eigentums verschenkt – ohne zu bedenken, was man zum Wohle der Allgemeinheit (und nicht eines „Investors“) daraus machen könnte. Dann allerdings ist es endgültig zu spät.

Die letzten drei Privatisierungsversuche (Infratil, Amar, PuRen) endeten allesamt in Katastrophen, zwei in Insolvenzen. Sämtliche Experten sind inzwischen der Meinung, daß es zu viele Regionalflughäfen in Deutschland gibt, und daß sich selbst die sinnvollen – Lübeck gehört m.E. aufgrund seiner Nähe zu Hamburg nicht dazu – nur mit Hilfe staatlicher Subventionen betreiben lassen.

Wieso diskutieren wir hier eigentlich noch weiter? Die Stadt will keine Subventionen zahlen. Das Land ebenfalls nicht. Private Investoren können es nicht reißen, meint auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Regionalen Flugplätze (IDRF), Ralf Schmid:

Das funktioniere aber nur mithilfe der öffentlichen Hand. „Man kann von einem Privaten kaum erwarten, dass er die Infrastruktur für eine ganze Region vorhält und das Risiko allein trägt.“

Passagier-Prognosepapst Prof. Dr.-Ing. Ulrich Desel tutete schon vor geraumer Zeit ins selbe Horn:

Verlustabdeckung durch die öffentlichen Hände sind oftmals notwendig, um zu überleben.

Na gut und schön, hier will die öffentliche Hand aber nicht einspringen. Das wäre doch schon das Ende der Diskussion. Was soll denn dieser ganze Quatsch jetzt noch, die Hoffnung auf den vierten deus ex machina?

10 Antworten auf „Jahresrückblick 2015 (Teil 4)“

  1. Sehr geehrter Harald,

    die Antwort, warum Lübeck nicht als Ausweichflughafen für Hamburg genutzt wird, ist recht einfach. Er wird nicht geplant! Und warum wird er nicht geplant? Auch ganz einfach! Wenn z.B. bei Gewitter der (angenommene Zahl) dritte Flieger nach Lübeck abdreht und dort gelandet ist, dauert es eine halbe Ewigkeit bis man dort wieder wegkommt, weil die notwendigen Abfertigungskapazitäten nicht vorgehalten werden. Nicht genug Treppen, Tankfahrzeuge, Ops-Mitarbeiter usw. usw. Bei der kurzen Entfernung Hamburg – Lübeck wären die dafür eingeplanten und vorgehaltenen Kraftstoffmengen wahrscheinlich so gering, daß bei der Nachricht „sorry, Lübeck cannot accept You anymore“ Bremen und Hannover schon unerreichbar weit weg wären. Also plant man gleich Bremen oder Hannover, wo alle Ressourcen in ausreichendem Maße vorhanden sind. Die etwas längere Flugzeit dahin verblaßt gegen die zu befürchtende lange Umkehrzeit in Lübeck oder das Risiko, nicht mehr angenommen werden zu können, weil z.B. keine Abstellposition mehr frei ist. (Irgendwann in 2004 oder 2005 mußte ein Wizzair A 320 mal auf der Piste warten, weil das Vorfeld mit drei B 737 vollgeparkt war). Daraus jetzt den Schluß zu ziehen, Lübeck müsse ausgebaut werden, ist natürlich auch falsch, denn die so geschaffenen Ressourcen würden ja nur sehr selten genutzt und sich damit nicht rentieren.

    Allenfalls als „planning-alternate“ kommt Lübeck infrage. Ein „planning-alternate“ ist ein Ausweichflughafen, von dem man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit annehmen kann, ihn nicht ansteuern zu müssen, weil z.B. in Hamburg bestes Wetter herrscht und beide Bahnen in Betrieb sind. Man muss aber generell einen Ausweichflughafen in petto haben, und wenn man davon ausgeht, ihn nicht nutzen zu müssen, kann man auch einen wählen, der einem nach der Landung Probleme bereiten würde. Wer weiß, ob Lübeck als solcher nicht schon hundertfach geplant aber eben nie genutzt wurde. Sinn eines „planning-alternate“ ist es, durch einen geringen „alternate-fuel“ die Gesamtmasse des Flugzeuges und damit den Kraftstoffverbrauch zu senken.

    Was mir der Tower des Zielflughafens nach dem Durchstarten sagt, ist übrigens nur „flight xyz, contact departure on frequency 123,45!“. Der Abfluglotse (für Lübeck und Hamburg ein Bremer Lotse) sortiert mich dann erstmal „aus dem Weg“ und fragt dann „what is Your alternate and do You intend to divert?“ Und außerdem interessiert es einen Fluglotsen außerhalb Lübecks herzlich wenig, ob der Flughafen Lübeck prosperiert oder nicht. In einer solchen Situation interessieren nur Sachargumente, worin sich Fliegerei übrigens grundsätzlich von Politik unterscheidet, da man die Konsequenzen eigenen Handelns ja auch unmittelbar mit“erlebt“. Und noch etwas. Wenn Probleme bei Anflug und Landung am Zielflughafen wahrscheinlich sind, haue ich mir den Bauch mit Sprit voll, denn eine halbe Stunde Warteflug (Standardannahme bei durchschnittlicher Gewitteraktivität) ist verglichen mit einem Ausweichen die einfachere Übung. Ich bin in meinen 33 Jahren Linienfliegerei übrigens so selten ausgewichen, dass ich das noch an einer Hand abzählen kann.

    Deswegen erteile ich auch weiterhin allem Denken, die Welt bräuchte einen Verkehrsflughafen Lübeck eine klare Absage: Nein, braucht die Welt nicht! Das sehen wir ja seit nun ungefähr 20 Jahren. Die in der örtlichen Monopolpresse abgedrucktem Jubelmeldungen, wenn man in Lübeck mal einen „Abweichler“ abgefertigt hat, würden sicher verstummen, wenn der Hof wirklich mal voll stünde, und es an Bord der Flugzeuge zu Aufständen käme, weil man nicht aus dem Flieger rauskommt, die Toiletten überlaufen, kein Wasser nachgefasst werden kann, usw. usw…..

    Sie erkennen also jetzt leicht, dass all das Gerede von einem brauchbaren und zulässigen Ausweichflughafen nahe an Hamburg alles nur ahnungsloses und in seiner Absicht durchschaubares Gerede ist.

    Und das alles weiß man auch in Hamburg. Ich glaube, die denken viel weniger an Lübeck als mancher in Lübeck es sich gerne einredet. Übrigens, wir haben schon 2016, und Hamburg läuft immer noch nicht über!

    Bleibt mir am Ende des Beitrages nur noch, meiner Hoffnung Ausdruck zu verleihen, dass die selbsternannten „Experten“ des PAL (auf das nächste Jahrbuch freue ich mich schon, hihi) diesen Beitrag als Sachargument einstufen und nicht als Ideologie. Wenn nicht, kann ich trotzdem noch gut schlafen…

    Gruß aus „Löwenstadt“, Claus Cordes

    1. Hallo Herr Cordes,

      danke mal wieder für die fundierte Klarstellung, die mir viel Arbeit erspart hat. Ich kann mich aus den letzten Jahren an einen Fall erinnern, wo eine größere Maschine wegen Schlechtwetter in Hamburg tatsächlich nach Lübeck ausgewichen ist, und das vermutlich, weil es gar nicht mehr anders ging. (Ich habe es aber nicht dokumentiert.)

      @Harald: sehen Sie sich auf flightradar24.com doch mal an, wie das aussieht, wenn mindestens ein halbes Dutzend Flugzeuge wie auf einer Perlenkette in mehr oder minder weitem Bogen aufgereiht zum Anflug auf Fuhlsbüttel ansetzen. Das sieht aus wie die Polonaise Blankenese. In Lübeck gibt es drei Vorfeldplätze, wie sollen diese sechs oder noch mehr Maschinen hier gleichzeitig abgefertigt werden, wenn Fuhlsbüttel dicht ist?

      Nein, dieses Märchen vom „Ausweichflughafen“ ist nachweislich auf dem Mist von Politikern gewachsen. Und das betrifft nicht nur Schlechtwetterlagen, sondern auch kurzfristige Engpässe in Hamburg aus Kapazitätsgründen, die es angeblich „schon jetzt“ gäbe. Hab‘ ich nichts von gemerkt (selbst, wenn in Hamburg mal wieder Sanierungsarbeiten an einer der beiden Landebahnen anstehen. Da gibt‘s trotzdem kaum Engpässe.)

      Und selbst langfristig macht das alles keinen Sinn: gesetzt den Fall, daß Fuhlsbüttel permanent überläuft (wenn ich mich recht erinnere, sollte das schon 2014 der Fall sein): selbst nach einem Ausbau würde Lübeck, konstantes Wachstum im Flugverkehr vorausgesetzt, innerhalb weniger Jahre selbst überlaufen.

      Gut, das hatten wir alles schon mal. Die Frage ist: behindern interessierte Kreise in Hamburg gezielt das Weiterkommen der lübschen Landewiese? Eine veritable Verschwörungstheorie, aber ich denke, da leisten die Hanselmännchen™ aus Lübeck ganze Arbeit, schon indem sie sich selbst maßlos überschätzen.

      Ich glaube, daß man sich in Hamburg über die armen Vettern vom Lande eher schieflacht. Die Lübecker vertrotteln das schon von selbst, da muß man gar nicht eingreifen.

    2. Hallo Herr Cordes, hallo Herr Klanowski,
      vielleicht habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt:
      Natürlich kann Lübeck von den Kapazitäten her nicht generell Ausweichflughafen für Hamburg sein.
      Ich erinnere mich aber an einen Tag, ich glaube im jahr 2014, an dem in Hamburg einige Maschinen standen, aus denen die Fluggäste wegen Sturm nicht aussteigen konnten, sie waren 2 Stunden in den Flugzeugen festgesetzt. In Lübeck konnte zeitgleich abgefertigt werden.
      Herr Cordes, natürlich betraf das keine Maschine Ihrer Gesellschaft, sondern sicher welche von Billigairlines, die nur eine Parkposition auf dem Vorfeld hatten, aber es war für die Fluggäste eine blöde Situation.
      Und darauf basierte meine Rechnung: Lieber ein paar Minuten weiter nach Lübeck fliegen, und dann nach gut einer Stunde mit dem Bus in Hamburg sein, als zwei Stunden im Flieger sitzen und das Vorfeld betrachten.
      Aber im Nachhinein gebe ich Ihnen recht: LBC hätte es wahrscheinlich nicht geschafft, die von mir erträumten Zeiten durchzuführen.
      Fazit: Hamburg bleibt Ausweichflughafen für Lübeck das klappt!!!!
      Wie Sie wissen, bin ich für einen Flughafen „Klein aber fein“ mit allen Facetten (inkl. Segelflug, vielleicht attraktiver Restauration für Familienausflüge usw) und ich glaube, vor einigen Jahren hätte das klappen können.
      Und da sind wir wieder bei dem „Management inkl. Beratern“, die nun mal alle irgendwelche Verbindungen zu Hamburg hatten und haben.
      Ich bleibe dabei, dass da unprofessionelle Leute am Werk waren,.
      Mit Strandkorbrennen war das nichts zu reißen.
      Wobei gute Events auch durchaus zu einem Flughafen passen können, wenn das professionell angepackt wird.

      1. Mit dem Konzept eines kleinen, aber feinen Flugplatzes hätte man Sie hier aber in den letzten 20 Jahren hochkant rausgeworfen! Groß, größer, am größten war das Motto. Nicht kleckern, sondern klotzen. Ryanair sollte mal bis zu 6 Mio. Passagiere pro Jahr bringen, ganz einfach so als Liebesdienst, weil man Lübeck so toll fände. Zu dem Zeitpunkt, Anfang der 2000er, fertigte Fuhlsbüttel gerade mal 10 Mio. Passagiere ab – ich hab‘s eben noch mal nachgesehen.

        Klar, da hat Hamburg schon etwas genauer hingesehen und zeitweise erwogen, Lübeck zum Billigflugableger von Fuhlsbüttel auszubauen. Man hat sich dagegen entschieden und, siehe da, man hatte recht. Heutzutage fliegt Ryanair ab Hamburg, nicht ab Lübeck. An der Elbe sitzen offenbar die klügeren Leute, und wenn ich bösartig wäre, würde ich hinzufügen, daß die nicht ganz so klugen ehemaligen Hamburger Mitarbeiter, die man dort gerne gehen ließ, im Laufe der Zeit von Lübeck abgeworben wurden. Das erklärt vielleicht einiges.

        Natürlich sind die Hamburger gerissene Geschäftsleute. Natürlich lassen sie Lübeck in dem vagen Glauben, daß sie die hiesige Landewiese vielleicht doch mal brauchen könnten. Offiziell war zuletzt von 2030 die Rede. Und wer bezahlt den Spaß bis dahin? Tja… jedenfalls nicht Hamburg bzw. die Flughafen Hamburg GmbH. Keine Verschwörung, nur Ohnsorg-Theater. Hat aber auch enormen ländlich-sittlichen Unterhaltungswert.

      2. Wenn man in Hamburg die Türen nicht öffnen kann, ist nicht zu erwarten, dass der Wind das dann in Lübeck möglich sein lässt. Ich habe mal drei Stunden mit den Passagieren an Bord in München gesessen, weil der Wind mit bis zu 70 Knoten blies – das ist dann eben höhere Gewalt, und wenn man das den Passagieren richtig erklärt, dann sehen die das auch ein.
        An die Variante „klein aber fein“ glaube ich auch nicht, die Fixkosten sind einfach zu hoch. Lübeck als Verkehrsflughafen ging nicht, geht nicht und wird nie gehen !

    3. Hallo Herr Cordes,
      warum müssen Sie nach einen
      eigentlich sachlichen Artikel wieder einen Pfeil auf den PRO-
      Airport-Lübeck abschießen. Ich
      lese erst und urteile danach.
      Vielleicht können auch Sie so ver-
      fahren.
      M.f.G
      Wolfgang Wilkens

      1. Also, ich freue mich auch schon auf das PAL-Jahrbuch. Weil ich gerne sehen würde, wem man diesmal die Schuld für die neuerliche Pleite zuschiebt. Bisher waren es immer die anderen, nie der fehlgeplante Flughafen. Aber ich helfe gerne aus – hier eine Umfrage zum Thema Schuldzuweisung.

        Übrigens gehe ich noch mal gerade die vorgehenden Jahrbücher von PAL durch und muß sagen, so viel teilweise perfiden Schwachsinn habe ich selten gelesen. Z.B. über die SGF sowie einen durch Ryanair verursachten Dachschaden in Groß Grönau – Tenor von PAL: die Anwohnerin ist laut Aussagen unseres eigenen (prust!) „Sachverständigen“ selbst schuld; siehe Jahrbuch 2009, S. 14ff – einen Link erspare ich Ihnen. Hätte die dumme alte Dame mal ihr moosbewachsenes Dach Ryanair-tauglich gemacht! Auf eigene Kosten oder was?

        So einen elenden, Anwohner geradezu verhöhnenden Quark habe ich außer bei PAL e.V. selten derart konzentriert auf einem Haufen gesehen, vor allem in den frühen Jahren; mal ganz abgesehen von der andauernden vereinstypischen Realitätsverleugnung. Nur meine persönliche Meinung!

        1. Ich teile Ihr Urteil, Herr Klanowski. Sollte ich die dort niedergeschriebenen Gedanken als Kunstflugprogramm nachfliegen („tanz‘ mal Deinen Namen!“), käme ich nicht ohne mehrere gestoßene und gerissene Rollen aus. Den Abschluß bildete dann Flachtrudeln, aus dem allerdings nicht alle Flugzeuge wieder herauskommen und deswegen hart auf den Boden der Tatsachen aufschlagen!

      2. Ganz einfach, Herr Wilkens, weil der Kommentar, auf den ich Bezug nahm, auch den PAL erwähnte, der sich selbst ja gerne als fach- und sachkundig ausgibt, selbst doch aber alles andere als ideologiefrei zu sein scheint. Daher auch die Prise Polemik, bei der ich mich noch in vornehmer Zurückhaltung geübt habe! Ich habe genug vom und über den PAL gelesen und mir erst dann ein sehr dezidiertes Urteil über diesen Verein gebildet, insofern auch den von Ihnen postulierten Ansprüchen vollauf genügt.

  2. hallo Herr Klanowski,
    hervorragend zusammengefasst, herzlichen Glückwunsch.
    Allerdings bin ich etwas verunsichert: ich schau so alle paar Wochen mal auf die Seite von Pro Airport Lübeck und da ist die Zeit stehen geblieben mit dem Satz:“Die aktuellen Diskussionen im Zusammenhang mit der erneuten Insolvenz des lübecker Flughafenbetreibers sind leider mehr von Ideologie als von Sachargumenten geprägt.“ Zitat Ende.
    Die schreiben ja auch immer einen Jahresbericht, bin mal gespannt, was da alles Positives erscheinen wird, von dem wir alle gar nichts wissen!!!!!!!
    Ironie aus.
    Fakt ist doch, dass vom ersten Moment an nie wirtschaftlich gedacht und gehandelt wurde, was man den jeweiligen Geschäftsführern und Beratern zum Vorwurf machen muss.
    Vor Jahren wär es vielleicht machbar gewesen, den Betrieb in kleinen gesunden Dimensionen durchzuführen, wozu auch ein Personalabbau schon vor Jahren gehört hätte.
    Man kann allerdings auch nicht umhin, zu vermuten, dass da eine gewisse Hamburg Connection kontraproduktiv am Flughafen erfolgreich gegen denselben gearbeitet hat. Wie sonst ist es zu erklären, das Maschinen, die Hamburg vorübergehend nicht anfliegen können, nach Bremen oder Hannover ausweiche? Natürlich trifft diese Entscheidung der Pilot, aber er würde sich sicher an Ratschlägen vom Hamburg Tower orientieren, wenn diese denn auf LBC hinweisen würden. Man will einen Airport Lübeck einfach nicht in der Nähe haben und wusste das geschickt von Hamburg aus zu steuern.
    Ein Investor mit geld reicht nicht, wenn er sich ohne eigenes Fachwissen auf die Aktivisten am Flughafen verlassen muss, das haben die letzten drei Jahre gezeigt.
    Dazu kommt: das Ding wird immer maroder und anfallende Kosten immer höher. Wahrscheinlich werden sich Heuschrecken auf die Grundstücke und Immobilien stürzen und weder Herr Pannen, noch Herr Saxe werden es erkennen, oder sie nehmen es einfach hin.

    Ein frohes und gesundes neues Jahr an alle.

Kommentare sind geschlossen.