Goldene Worte

Vorwort

„Es sollte zu Beginn der Planung von Großprojekten ein bürgerdemokratisches Verfahren geben, bei dem auch die Diskussion über Alternativen zugelassen ist. Planfeststellungsverfahren seien die „bürokratischste Form der Demokratie“, die Bürger könnten nur Einspruch gegen den vorgelegten Plan vorlegen. „Das können sie auch in einer Diktatur so machen.“

Heiner Geißler (CDU)

Die gute Nachricht zuerst: aus Fehlern kann man lernen. Und jetzt die schlechte: nicht jeder tut es. Insofern könnte diese Seite auch unter dem Motto „Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an“ stehen (das ursprünglich wohl nicht von Konrad Adenauer stammt, dem es gerne zugeschrieben wird, sondern von Robert Bosch, dem Gründer der Firma Bosch.)

Es ist niemals zu spät, vernünftig und weise zu werden; es ist aber jederzeit schwer, wenn die Einsicht spät kommt, sie in Gang zu bringen.

Immanuel Kant

Verspätete Rückzüge sind noch immer die verlustreichsten gewesen.

Der Große Bellheim, Folge 1

Dies ist keine komplette Geschichte des Lübecker Flughafens. Wer die Ereignisse der letzten Jahre nur am Rande verfolgt hat, wird vielleicht Schwierigkeiten haben, das eine oder andere Zitat einzuordnen. Daher ist soweit irgend möglich ein Link auf den Original-Artikel zum Nachlesen enthalten. Leider scheinen insbesondere einige ältere Artikel aber nicht mehr online zu abrufbar sein. Sollte ein Link inkorrekt sein, bitte ich um kurze Nachricht.

Beginnen wollen wir unser Zitaten-Schatzkästlein mit zwei der profiliertesten Lübecker Polit-Profis der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte, die ganz wesentlich dazu beigetragen haben, Lübeck in den derzeitigen Wohlstand zu führen. (Hüstel.)

WOLFGANG HALBEDEL

Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel bestätigte, dass Ryanair so genannte Marketing-Zuschüsse gefordert habe. Dabei sei es um mehrere 100 000 Euro gegangen. Halbedel: „Das wären jedoch keine verdeckten Subventionen, sondern branchenunübliche [sic!] Beihilfen.“

Lübecker Nachrichten, 02.11.2003

Wirtschaftssenator Halbedel (CDU) betonte, dass es für den Flughafen angesichts der desolaten Haushaltslage nur zwei Möglichkeiten gegeben habe: einen strategischen Partner zu gewinnen oder den Flughafen zu schließen.

Lübecker Nachrichten, 14.04.2005

„Wir haben die Variante gewählt, bei der wir noch Geld bekommen haben.“

Lübecker Nachrichten, 08.05.2005

Saxe und Halbedel sind zuversichtlich, dass Infratil und die Billigfluggesellschaft Ryanair an ihren Plänen für Blankensee festhalten werden. Halbedel: „Es gibt für beide keine Alternative im norddeutschen Raum.“

Lübecker Nachrichten, 27.07.2005

,,Es besteht keine Gefahr, dass Infratil aussteigt“, versichert Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU). Sobald die Ausbaugenehmigung vorliege, werde Infratil in Blankensee richtig Geld verdienen, erklärt Halbedel.

Lübecker Nachrichten, 28.05.2008

LN: Lübeck ist gerade schön billig?
Halbedel: Ja, aber das ist das Problem von Infratil. Die Neuseeländer müssen ihre Anteile verkaufen.
LN: Sie hören Ende März 2010 auf. Haben Sie bis dahin einen Spatenstich am Flughafen erlebt?
Halbedel: Davon gehe ich fest aus. Das wäre eine Erfüllung meiner Arbeit.

Lübecker Nachrichten, 08.03.2009

BERND SAXE

Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei die Stadt allein nicht in der Lage, der FLG [Flughafen Lübeck GmbH] das nötigte Kapitalvermögen für weiteres Wachstum bereitzustellen.

HL-Live, 14.04.2005

„Wenn in absehbarer Zeit zu erkennen ist, dass es mit dem Ausbau weitergeht, wird Infratil Lübeck nicht fallen lassen“, so Bernd Saxe. Auch die Fluggesellschaft Ryanair würde weiterhin zu Lübeck stehen.

Lübecker Stadtzeitung, 09.08.2005

„Ich habe die erste Maschine aus London begrüßt“, erinnert sich Saxe, „bei den Verträgen [mit Ryanair] war ich nicht dabei.“

Lübecker Nachrichten, 02.09.2006

Er habe nicht den Eindruck, ,,dass es eine dauerhafte Schieflage des Flughafens gibt“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD).

Lübecker Nachrichten, 28.05.2008

Muss der Airport Insolvenz anmelden? ,,Das ist eine Frage, die geklärt werden muss“, sagt Saxe.

Lübecker Nachrichten, 26.03.2010

NDR: Und wenn kein neuer Investor kommt?
Saxe: Das werden wir abwarten müssen, das kann ich Ihnen heute nicht beantworten.

NDR, Menschen und Schlagzeilen, März 2010

Wenn ich entscheide, es wird ausgebaut, dann wird ausgebaut.

Die Welt, 28.10.2010

Panorama: Wie hoch wird das Minus in diesem Jahr [2011] vom Flughafen Lübeck?
Saxe (atmet tief durch): Das kann ich Ihnen natürlich noch nicht sicher vorhersagen. Der Wirtschaftsplan geht davon aus, daß wir auch in diesem Jahr ein Defizit schreiben in der Flughafengesellschaft…
Panorama: Wie hoch?
Saxe: Hab‘ ich jetzt im Moment nicht präsent.
Panorama: Ich hab‘ nachgeschaut. 6,5 Millionen…
Saxe: (lacht hilflos)
Panorama: …steht im Wirtschaftsplan vom 3. August 2011.
Saxe: Das mag sein.
Panorama: Ein Rekordverlust.
Saxe: Ja, das ist richtig.

Panorama, 18.08.2011

Auch die offenbar durch den Prüfbericht des Aufsichtsrates aufgezeigten Subventionszahlungen [des Flughafens an Ryanair] wurden angesprochen. Auf die Frage, ob er zurücktreten müsse, antwortete Saxe: „Ich habe davon nichts gewusst.“

NDR Welle Nord, 10. November 2011

Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) verweigerte sich, als er eine ganz brisante Frage nur mit „Ja“ oder mit „Nein“ beantworten sollte: „Wird Lübeck ab 2013 weitere Millionen in den Flughafen stecken?“ Diese Frage könne er aus heutiger Sicht so nicht beantworten. „Ha, ha“, lachte ein Zuhörer recht bitter.

Lübecker Nachrichten, 21.10.2011

LN: Glauben Sie ernsthaft an einen Investor bis Ende 2012?
Saxe: Ich arbeite daran und glaube, dass wir Erfolg haben. Aber ich kann nicht in die Zukunft gucken, und eine Glaskugel gibt es auch nicht in meinem Büro.

Lübecker Nachrichten, 22.11.2011

Zwischendurch wenden wir uns der inzwischen recht beeindruckenden Galerie (teilweise ehemaliger) Flughafen-Geschäftsführer zu.

PETER STEPPE

„Unser Charterflugaufkommen wird sich gegenüber 1998 verdreifachen“, faßt Dr. Peter Steppe, Geschäftsführer der Flughafen GmbH, zusammen. Statt einer Maschine heben künftig drei bis vier Flieger wöchentlich ab. Anwohnerbeschwerden über Fluglärm habe es bisher nicht gegeben.

Stadtzeitung Lübeck, 10.08.1999

„Wir sind nicht so liquide, dass die Bank uns den Kredit einfach gibt.“

Lübecker Nachrichten, 23.04.2002

„Der Markt für so genannte Lowcost Carrier wird immer enger“, erklärt Steppe. Noch vor sechs Jahren hätten neue Fluggesellschaften nach der Liberalisierung des deutschen Luftraumes eine reelle Chance gehabt. Mittlerweile seien die Claims der Billig-Anbieter abgesteckt. Neben Ryanair, Easy Jet, Hapag Lloyd Express, German Wings, Germania und der Deutschen British Airways sei kaum noch Platz für weitere Fluggesellschaften. Steppe ist dennoch weiter auf der Suche nach „seriösen Standbeinen“.

Lübecker Nachrichten, 04.06.2003

„Unser Flughafenhonig entspricht den Bestimmungen der deutschen Honigverordnung und den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes. Meine Familie und ich essen ihn selbst regelmäßig.“

taz Hamburg, 04.07.2003

„Für alles, was hier gebaut wurde, haben wir gültige Genehmigungen gehabt.“

Lübecker Nachrichten, 18.07.2005

„Du konntest keinen Spaten in die Hand nehmen, ohne angezeigt zu werden“, erinnerte sich der dreifache Vater. Zwei Monate nach seinem Ausscheiden bekannte er nun: „Ich bin froh, aus der Schusslinie zu sein. Das war zermürbend.“

Lübecker Nachrichten, 14.02.2006

MATTHIAS SEIDENSTÜCKER

„Wir sind hier nicht auf Probe.“

Lübecker Nachrichten, 01.01.2006

„Wir sind ein langfristiges Engagement eingegangen.“

Lübecker Nachrichten, 05.09.2006

JOHANNES SCHARNBERG

„Flughafen-Ausbau gehört nicht zur Kernkompetenz einer Kommunalverwaltung.“

Lübecker Nachrichten, 09.03.2006

Es gebe überhaupt keine Anzeichen, dass Infratil sich zurückziehen wolle, sagt Johannes Scharnberg, 2. Geschäftsführer des Airports.

Lübecker Nachrichten, 27.02.2007

,,Der Flughafen ist nie insolvent gewesen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Scharnberg auf Anfrage. Zu Details will Infratil keine Stellung nehmen.

Lübecker Nachrichten, 28.05.2008

TOM WILSON

LN: Da sind wir wieder bei der einen Million Passagiere. Wann gibt es die denn?
Wilson: Ich glaube, in den nächsten zwei Jahren. Das schaffen wir auch ohne einen Flughafenausbau.

Lübecker Nachrichten, 12.08.2006

[I]t was assumed that, as an advisor to Infratil, I would leave Lübeck and return home to my family. However, after some discussion with the Mayor, I decided to stay on. There is absolutely no financial incentive for me to do so. I did this because I believed it was the right thing to do because I believe that Lübeck Airport and all those who benefit from its existence deserve the opportunity of a successful and prosperous future.

([Es] wurde angenommen, dass ich, als Berater Infratils, ebenfalls Lübeck verlassen werde, um zu meiner Familie zurückzukehren. Dennoch habe ich mich nach langen Gesprächen mit dem Bürgermeister dazu entschlossen, hier in Lübeck zu bleiben. Dies bringt für mich keine finanziellen Vorteile. Ich tat dieses, weil ich davon überzeugt bin, dass der Flughafen Lübeck und alle die, die vom Flughafen profitieren, eine erfolgreiche Zukunft des Flughafens verdient haben.)

Rede während der Bürgerschaftssitzung der Hansestadt Lübeck, 26.11.2009

JÜRGEN FRIEDEL

An den Ausbau der Frachtflüge in Blankensee denkt er [Friedel] nicht.

Lübecker Nachrichten, 22./23.04.2011

„In unserer Lage nehmen wir alle Optionen wahr“, sagt Lübecks Airport-Chef Jürgen Friedel. „Wir wollen uns Optionen auf die Zukunft nicht verbauen.“

Lübecker Nachrichten, 07.06.2011

Von den Geschäftsführern zu denen, die sie kontrollieren sollten… theoretisch. Das scheint in der Vergangenheit nicht so ganz geklappt zu haben.

SVEN SCHINDLER

Als der SPD-Politiker vor drei Jahren seinen Kontrolljob [im Flughafen-Aufsichtsrat] antrat, wurde ihm vom damaligen Flughafen-Chef Peter Steppe eine vierseitige Vereinbarung zwischen Airport und Ryanair in die Hand gedrückt. Schindler: „Da stand nur Banales drin.“ Von gesonderten Rabatten kein Wort.

Lübecker Nachrichten, 02.09.2006

Infratil halte selbst dann durch, wenn Ryanair sich noch weiter zurückziehe, ist Sven Schindler (SPD), Mitglied des Aufsichtsrates, überzeugt.

Lübecker Nachrichten, 27.02.2007

JÖRG HUNDERTMARK

Jörg Hundertmark, für die SPD bis 2003 im Kontrollgremium, kann die Berechnungen des Landgerichts nicht nachvollziehen. „Ich bin immer davon ausgegangen, dass Ryanair sogar mehr zahlt als andere Fluggesellschaften.“

Lübecker Nachrichten, 02.09.2006

Den SPD-Wirtschaftsexperten Jörg Hundertmark plagen Zweifel, ,,ob die genannten Zahlen jemals belastbar sind“.

Lübecker Nachrichten, 23.04.2009

Wirtschaftsexperte Jörn Hundertmark hält es für ,,großen Blödsinn“, einen Ausstieg aus dem Airport zu beschließen.

Lübecker Nachrichten, 25.06.2009

Zurück zu anderen Lübecker Lokalgrößen aus zugegebenermaßen kleineren Parteien.

THOMAS SCHALIES

Auch FDP-Fraktionsvize Thomas Schalies fordert, die „Geheimniskrämerei um den Flughafen muss endlich ein Ende haben“. Das heize die Gerüchteküche unnötig an und schade dem städtischen Airport nachhaltig.

Lübecker Nachrichten, 05.11.2003

„Vor diesem Hintergrund erscheint es völlig kontraproduktiv, jetzt öffentlich über eine Schließung des Flughafens nachzudenken, zumal eine den Steuerzahler entlastende Privatisierung des Unternehmens unmittelbar bevorsteht.“

Lübecker Stadtzeitung, 26.10.2004

Der Flughafen ist ein Sonderfall, er braucht eine Anschubfinanzierung.

Lübecker Nachrichten, 10.01.2010

FDP-Fraktionschef Thomas Schalies ist ebenfalls sauer. ,,Ich bin über alle Maßen verärgert über die neue Lage.“ Offensichtlich seien die Zahlen der Verwaltung zuvor nicht ,,sehr stichhaltig gewesen“.

Lübecker Nachrichten, 13.03.2010

Keine Frage, die aktuelle Entwicklung des Lübecker Flughafens bietet derzeit leider weit mehr Anlass zur Sorge als zu überschwänglicher Freude. Dies gilt für mich als juristischem Initiator des erfolgreichen Bürgerentscheides natürlich im besonderen Maße. Auch wenn ich nun weit davon entfernt bin, in das Lager der Flughafengegner zu wechseln, habe ich durchaus ein gewisses Verständnis dafür, wenn sich jetzt ausgewiesene Skeptiker des Weiterbetriebes des Regionalflughafens in Ihrer Ablehnung bestätigt fühlen.

Schalies bloggt, 28.07.2011

THOMAS RATCKE

FDP-Fraktionschef Thomas Rathcke … habe stets für den Flughafen gekämpft, doch wenn „Geschäfte zugunsten Ryanairs gemacht wurden, ist das schon ein Ding“.

Lübecker Nachrichten, 15.10.2011

RAIMUND MILDNER

Der parteilose Bürgermeister-Bewerber Raimund Mildner hält die West-Lösung dagegen langfristig für den einzig gangbaren Weg.

Lübecker Nachrichten, 21.07.2005

Solange wir nicht überhaupt mal ein bißchen Gefühl dafür haben, ob’s denn überhaupt einen [Investor] gibt, dann brauch‘ ich nicht noch 300 000 Euro oder noch mehr auszugeben, um einen zu suchen, den es gar nicht gibt. … Und es gibt ganz alte Gutachten darüber, wie viele Arbeitsplätze in der Region bei wie viel Millionen Passagieren wohl entstehen, aber das ist alles Teetje mit Utsichten. Da kann man nichts drauf geben.

Offener Kanal Lübeck, 28.05.2009 (Mitschnitt auf Anfrage erhältlich)

Auch die Bürger für Lübeck (BfL) halten ,,das Abwicklungskonzept für längst überfällig“, so BfL-Chef Raimund Mildner.

Lübecker Nachrichten, 20.10.2009

,,Dass der Flughafen sich rechnen kann, wird von dem neuen Konzept bestätigt“, freut sich Raimund Mildner, Fraktionschef der Bürger für Lübeck (BfL). Allen Bedenkenträgern rät Mildner, sich bei der Flughafengesellschaft über Zahlen zu informieren.

Lübecker Nachrichten, 24.12.2009

,,Ich persönlich hätte unter diesen Umständen das Bürgerbegehren nicht unterstützt“, wettert Raimund Mildner, Chef der Bürger für Lübeck (BfL). Er fordert personelle Konsequenzen. ,,Das geht so gar nicht. Die Zahlen sind völlig daneben“, ärgert er sich über die ungenauen Berechnungen aus dem Take-off-Konzept. Mildner: ,,Ich fühle mich massiv veräppelt.“

Lübecker Nachrichten, 13.03.2010

[I]ch persönlich bin soweit, daß ich all diesen Zahlen überhaupt nicht mehr glauben mag. … Ich kann dazu nur sagen, daß ich eigentlich davon ausgegangen war, daß die Zahlen des ersten „ Take-off-Konzepts“ belastbar gewesen wären. … War nix! Deswegen weiß ich auch nicht, ob die anderen Zahlen belastbarer sind. … Ich bin im Moment schlicht überfordert, meine eigene Einschätzung zu bekommen, was sind denn eigentlich wirklich die richtigen und wichtigen Zahlen.

Offener Kanal Lübeck, 25.03.2010 (Mitschnitt auf Anfrage erhältlich)

Wenn der Fall eintritt [daß kein „Investor“ gefunden wird], dann bleibt Lübeck auf den Verlusten sitzen. Es ist also schon ein gewisses Risiko, ein Vabanquespiel.

Ryanair hebt ab„, Hessischer Rundfunk, 2010

Bonus-Zitat über Dr. Mildner, obwohl aus einem anderen Zusammenhang:

Peter Sünnenwold (CDU) nannte Dr. Mildner (BfL) nun einen »Pudding, den man nicht an die Wand nageln kann«.

Travemünde Aktuell, 07.10.2009

LARS ULRICH

Lars Ulrich, verkehrspolitischer Sprecher der BfL, ist irritiert. Dass die Iren Geld vom Airport fürs Landen kriegen, wusste er auch nicht, obwohl er gute Kontakte zum Flughafen hat. Allerdings sagt er: „Solche Rabatte können kaufmännisch sinnvoll sein, wenn man Sorge hat, den Kunden zu verlieren.“

Lübecker Nachrichten, 15.10.2011

WERNER MARNETTE

Auch der scheidende Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hatte einer Übersubventionierung von Airports den Kampf angesagt. Nach dem von ihm erarbeiteten und erst vor wenigen Monaten verabschiedeten neuen Flughafenkonzept soll nur noch eine Anschubfinanzierung für Flughäfen erlaubt sein. ,,Genau das hätte auch in Lübeck passieren müssen. Die dauerhafte Subventionierung von Ryanair war ein Fehler, der aus dem verkehrspolitisch sinnvollen Projekt ein Millionengrab gemacht hat“, sagte Marnette.

Handelsblatt, 29.10.2009

Damit kommen wir zu einer nicht so bedeutsamen, dafür aber umso amüsanteren Quelle klassischer Zitate.

NICOLAUS LANGE

Verdeckte Subventionen an Ryanair wie im belgischen Charleroi sind Nicolaus Lange, Vorsitzender von „Check-In-Lübeck“, für Blankensee nicht bekannt. Er glaube aber, dass das irische Unternehmen sein weiteres Engagement in der Hansestadt an zusätzliche Bedingungen knüpfen werde. Lange: „Das werden wir mit aller Entschiedenheit bekämpfen.“ Es sei gefährlich, in Lübeck fast ausschließlich von einer Fluggesellschaft abhängig zu sein.

Lübecker Nachrichten, 02.11.2003

Nicolaus Lange will den Flughafen Blankensee auch trotz des Bau-Stopps nicht begraben. Der Vorsitzende des Flughafen-Fördervereins Check-In-Lübeck und Geschäftsführer der Lübecker Kaufmannschaft schaut nach vorne und ist überzeugt, dass der Flughafen mit Charterflügen und innerdeutschen Linienflügen eine Zukunft hat – auch ohne Startbahn-Verlängerung. „Es war verkehrt, nur auf ein Standbein, Ryanair, zu bauen. Das ist eine wackelige Angelegenheit“, so Lange.

Lübecker Nachrichten, 22.07.2005

,,Die Nachricht über einen angeblichen Ausstieg Infratils beruhte offensichtlich auf einem Kommunikationsproblem, Infratil hat zu keinem Zeitpunkt angekündigt, auszusteigen.“

Pressemitteilung Check-In-Lübeck e.V., Januar 2009

LN: Infratil hat bestätigt, dass es diese Ausstiegsgespräche gibt.
Lange: Ich würde es aber nicht Ausstiegsgespräche nennen. Sie sind es letztlich ja auch nicht gewesen.
LN: Glauben Sie, dass Infratil über den Oktober hinaus bleibt?
Lange: Da besteht eine gute Chance. Infratil hat jetzt Zeit, den gerichtsfesten Planfeststellungsbeschluss abzuwarten.
LN: Sind Sie sicher, dass es bis Oktober eine gerichtsfeste Ausbaugenehmigung gibt?
Lange: Ja. Die Umweltverbände verzichten auf Klagen. Ein Scheitern vor Gericht ist zu 80 bis 90 Prozent ausgeschlossen. Bis zum Oktober sind alle Klagen gegen den Ausbau abgeschmettert.
LN: Wer kauft heute noch einen Flughafen?
Lange: Da gibt es zahlreiche Interessenten.

Lübecker Nachrichten, 25.01.2009

Bürgermeisterkandidaten 2011

ALEXANDRA DINGES-DIERIG

3. Frage: Sollte Ryanair den Flughafen Lübeck zukünftig nicht mehr nutzen, wie stellen Sie sich den weiteren Betrieb vor?
Antwort:
Der Bürgerentscheid ist bis Ende 2012 unantastbar. Dann muss die Bürgerschaft über die Zukunft des Flughafens entscheiden. Ein weiterer Betrieb ohne Verluste wäre nach meiner jetzigen Informationslage nur als Kooperationspartner mit dem Flughafen Hamburg möglich.

Fragen der Piratenpartei an Lübecker Bürgermeisterkandidaten, 5. November 2011

Und beim Flughafen akzeptiere ich den Bürgerentscheid, sehe aber für die Zukunft nach jetzigen Informationen wenig Chancen. Wir brauchen einen Kooperationspartner, der Linien mitbringt. Sonst sieht es schlecht aus.

Lübecker Nachrichten, 8. November 2011, Druckausgabe, Lokalteil Lübeck, Seite 11

LN: War es ein Fehler, beim Thema Flughafen auf die  Wähler der Grünen zu schielen?
Dinges-Dierig: Nein. Beim Flughafen war ich immer der Meinung, dass er langfristig nicht von der Stadt betrieben  werden darf. Ich habe aber gelernt, dass das Wort Abwicklung in Lübeck belastet ist.

Lübecker Nachrichten, 22.11.2011

HARALD KLIX

Der Lübecker Flughafen ist für Klix ein „schwieriges Thema, weil wir da viel Geld reinbuttern“. Mal sei er für den Flughafen, mal gegen ihn, gesteht er ein. Aber der unabhängige [Bürgermeister-]Kandidat hat eine Idee, die aufhorchen lässt: Lübeck sollte eines Tages „eine eigene Fluglinie besitzen“, damit das Geld in der Stadt bleibe.

Lübecker Nachrichten, 16.10.2011

Harald Klix ist der Meinung, der Flughafen sei eine tolle Sache für die Stadt, veheddert [sic] sich aber in seiner Antwort, zum Amüsement des Publikums. Der Flughafen verschlingt Millionen. Soll Lübeck ihn weiterbetreiben? „Der Flughafen soll bleiben. Er ist wichtig nicht nur für die Stadt, sondern auch für das Land. Wenn wir Windkraftanlagen bauen, muss das Material ja auch herkommen – dazu braucht man Helikopter. Wir brauchen den Flughafen.“

Lübecker Nachrichten, 21.10.2011

Und ganz zum Schluß darf sich der Herr äußern, um den sich eigentlich alles dreht – der Boß von Ryanair.

MICHAEL O’LEARY

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