Selektive Wahrnehmung leichter Kürzungen

Stellen Sie sich vor, der Flughafen Lübeck feiert einen neuen Rekord, und keiner feiert mit. Es gibt keine Pressemitteilung (man konnte den Quark ja schon auswendig aufsagen: „Trotz Blablablubber steigert der Flughafen Lübeck kontinuierlich seine Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahr“.) Und auch die ansonsten chronisch euphorische lokale Monopolpresse bleibt – bislang jedenfalls – stumm, was die Passagierzahlen im April 2010 angeht. Verwunderlich? Nicht wirklich, denn die sind verheerend.

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Vom Umgang mit einem Bürgerentscheid – Teil II: Das Prinzip Froschkönig

Es lohnt sich, den Text des Bürgerentscheids zu studieren, den auszuführen die Lübecker Bürgerschaft in den nächsten zwei Jahren zweifellos verpflichtet ist:

Soll die Hansestadt Lübeck den Lübecker Flughafen … in Eigenregie ausbauen und nach erfolgtem Ausbau bis einschließlich 2012 weiterführen, auch wenn vorher kein privater Investor gefunden wird?

(Eine Anmerkung zur Frist: der Bürgerentscheid kann nach zwei Jahren von der Bürgerschaft kassiert werden, also Ende April 2012, nicht erst Ende 2012.)

Man weiß sicherlich, was die Initiatoren sich so ungefähr vorgestellt haben – nicht zuletzt aus einem Finanzierungsvorschlag, der sowohl die ihres Erachtens erforderlichen Aufwendungen dafür als auch eine mögliche Einnahmequelle (den Verkauf von Erbbaugrundstücken) enthält. Das ist jedoch völlig unerheblich.

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Vom Umgang mit einem Bürgerentscheid – Teil I: Die Possehl-Affäre

Die Lübecker Bürgerschaft steht vor einer neuen Situation – sie ist für die nächsten zwei Jahre an einen Bürgerentscheid gebunden, der den Weiterbetrieb und den Ausbau des Flughafens durch die Stadt vorschreibt. Erst Ende April 2012 könnte die Bürgerschaft gegenteilig entscheiden. Was macht sie bis zu dem Zeitpunkt?

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Wahlnachlese, Teil 2

Daß die Lübecker außerhalb der Stadtgrenzen mit dem krampfhaften Festhalten an ihrer städtischen Landewiese mit Würstchenbude, wie den Flughafen kürzlich jemand zutreffend genannt hat, immer öfter ungläubiges Kopfschütteln ernten, ist nichts neues.

Die Verwunderung hat mittlerweile sogar Dublin erreicht. Natürlich nicht die Ryanair-Zentrale, dort klopft man sich im Gegenteil vor Freude über die Lübecker auf die Schenkel, aber immerhin die Irish Times. Die kennt auch pikante Details, die zwar vor allem den Geschäftsbetrieb von Ryanair in Frankreich betreffen, aber hierzulande ebenso von Interesse sein dürften.

Etliche andere Beispiele aus dem europäischen Ausland geben im übrigen auch nicht gerade zu Optimismus Anlaß, ebensowenig die Äußerungen Ryanairs in Sachen Lübeck.

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Ryanair, Rasenmäher und Gartennazis

Nachdem klar war, daß der Bürgerentscheid zum Weiterbetrieb des Flughafens auf Kosten des Steuerzahlers knapp die erforderliche Stimmenzahl erreicht hatte, war dort Jubel angesagt:

Mitarbeiter stimmten den Reinhard-Mey-Song „Über den Wolken“ an.

Kaum übertrieben ausgedrückt handelt es sich dabei streckenweise um eine Verherrlichung akustischer Umweltverschmutzung:

Bis hier hör‘ ich die Motoren
Wie ein Pfeil zieht sie vorbei
Und es dröhnt in meinen Ohren
Und der nasse Asphalt bebt

Nicht nur akustisch, denn der Autor freut sich sogar über bunte chemische Kontaminationen, die normalerweise einen Alarmeinsatz der Umweltpolizei auslösen würden:

In den Pfützen schwimmt Benzin
Schillernd wie ein Regenbogen

Jeder hat das Recht auf eine derart masochistische Veranlagung, aber bitte nicht auf Kosten anderer, die sie nicht teilen. Den Kerosin-Film in meiner Regentonne finde ich echt nicht prickelnd, Dröhnen in meinen Ohren schon gar nicht.

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Wahlnachlese, Teil 1

Da beißt die Maus keinen Faden ab: der Bürgerentscheid zum Ausbau des Lübecker Flughafens wurde mit einer nach den geltenden Regeln ausreichenden Zahl an Ja-Stimmen angenommen. Das ist enttäuschend, aber zu akzeptieren. Die eigentliche Überraschung ist die geringe Wahlbeteiligung von nur 31,4%.

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Das (Flughafen-)Kasino an der See

Eine von Flughafen-Befürwortern gerne verbreite magische Zahl ist 75%. Zu drei Vierteln würde das Land Schleswig-Holstein die Ausbau-Rechnung übernehmen, so wird teilweise der Eindruck erweckt.

Das ist, wenn es so simpel behauptet wird, nicht nur eine doppelte Lüge, sondern wirft auch ein grelles Licht auf das, was man wohl nur noch als hochgradig verzweifelte Spielermentalität bezeichnen kann.

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