Die Macht der Millionäre – revisited

Beim Durchwühlen meines elektronischen Archivs stieß ich auf die NDR-Dokumentation „Die Macht der Millionäre“, die ich 2013 schon mal hier besprochen hatte. Leider ist sie aufgrund der brunzdummen, seinerzeit von Kommerzsendern betriebenen „Depublizierungspflicht“ für öffentlich-rechtliche Sender schon lange aus der NDR-Mediathek verschwunden.

Wenn Sie diese Doku damals nicht gesehen haben: dank YouTube können Sie das nachholen. Wenn Sie sie damals gesehen haben: sehen Sie sie wieder an! Es lohnt sich.

Es geht u.a. um die Hansestadt Lübeck, die am Finanz-Tropf von Stiftungen hängt, über deren Zuwendungen aber wenig demokratisch kein Parlament, sondern jeweils interne Stiftungsgremien entscheiden. Was in Ordnung wäre, handelte es sich um Extra- oder Luxus-Projekte „obendrauf“. Nur leider ist die Hanselstadt™ schon lange selbst für elementare Aufgaben auf Stiftungsgelder angewiesen, bis hin zur Sanierung von Schultoiletten. Ein Armutszeugnis im wahrsten Sinne des Wortes.

Außerdem begegnen einem Typen wie der Unternehmer, Marke Universalgenie, der immer besser weiß, was für die Gemeinde gut sei (so einen soll es auch in Lübeck-Blankensee geben); und der hilflose Kieler Bürgermeister, der sich selbst angesichts der eingestandenen „Marktmacht“ von Investoren – natürlich! – trotzdem nicht erpreßbar fühlt; der den Investor noch verteidigt, obwohl klar ist, daß er seinen Verpflichtungen nicht nachkommt (so einen Bürgermeister soll es auch in Lübeck geben).

In den behandelten Einzelfällen (Lübeck, Timmendorfer Strand, Kiel) mag der Sachstand heute ein anderer sein. Aber: das Prinzip ist, wie die jüngste Vergangenheit in Lübeck und Lauenburg gezeigt hat, immer das selbe.

Traurig.