Glasfaser-Gespenster

Als der Flughafen-„Investor“ Amar verschwand, hinterließ er nicht nur die Landewiese, sondern auch 11 ha Gewerbefläche südlich des Flughafens, die von seiner Firma 3Y Logistic und Projektbetreuung zwecks Errichtung eines Glasfaserwerk erworben wurden oder werden sollten. Kein Problem, sagt die Verwaltung der Hanselstadt™ Lübeck: Das Grundstück gehört immer noch ihr bzw. ihrem Beteiligungs-U-Boot KWL. So einfach scheint es aber doch nicht zu sein, wie sich jüngst im Bauausschuß herausstellte.

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Viel Lärm um nichts?

Ein erster Interessent für den insolventen Flughafen scheint seinen Hut öffentlich in den Ring geworfen zu haben: die Düsseldorfer Firma sbc, Ende 2012 schon Kandidat im Rennen um die Flughafenverschenkung. Zwar ist mir keine Stellungnahme der Firma bekannt, unterstützt wird sie jedoch (vermutlich nicht gegen ihren eigenen Willen) von Unternehmern, Mitarbeitern, Besuchern und Anwohnern, so Matthias Freitag, Eigentümer eines Reisebüros am Flughafen.

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Falsche Fährte

Gestern befaßte sich die NDR-Sendung Panorama 3 mit den  dubiosen Vorgängen um die Lübecker Landewiese, genauer gesagt: mit dem polnischen Phantom-Eigentümer und Geschäftsführer Adam Wagner. Neben einigen eher nebensächlichen neuen Details bewies der Beitrag aber, daß Herr Wagner einen Teil seines Auftrags – nämlich Verwirrung zu stiften, Zeit zu schinden und von den wirklich wichtigen Fragen abzulenken – immer noch erfüllt.

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Life’s little ironies

Das Leben kann so herrlich verrückt sein, vor allem, wenn man sich mit einem Pleiteflughafen in der Provinz befaßt. Wer hätte gedacht, daß eine eigentlich triviale Beobachtung aus dem Januar 2014 sich nur wenige Monate später als Vorzeichen einer massiven Fehlentwicklung hinter den Kulissen darstellen würde?

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War da was?

Nöö. Ach was. Ein verschwundener Investor, ein untergetauchter Geschäftsführer, ein eingesetzter Notgeschäftsführer, Insolvenzantrag, die Betreiberin der Landewiese schuldet der Stadt hunderttausende Euro… ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Und was sagen die meisten unserer lieben Lokalpolitiker? Alles in Ordnung, wir sind optimistisch und höchst beeindruckt vom Notgeschäftsführer – obwohl der nichts weiter tut als mit ollen Kamellen um sich zu schmeißen, als sei es Rosenmontag in Kölle.

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Lübecker Tollhaus

Ich dachte immer, der Amtssitz der Herrn Bürgermeisters und Tagungsort der Lübecker Bürgerschaft hieße Rathaus. Inzwischen erscheint mir Tollhaus als weitaus angebrachter. Wirklich ganz toll, was da gelaufen ist.

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Geheimer Schwanengesang

Langsam wird deutlich, um was es bei den Vorgängen um die Landewiese gehen könnte. Das Hamburger Abendblatt berichtet von einer „Geheimsitzung“ unter Leitung des Herrn Bürgermeisters und ratlosen Teilnehmern. (Warum lese ich so etwas eigentlich nicht in der hiesigen Monopolpresse?) Wer da allerdings im Geheimen beriet, wird nicht gesagt. Die gute Nachricht: es gibt angeblich keinen Plan B. Eine Insolvenz erscheint wahrscheinlich, und bei näherer Betrachtung ist das möglicherweise das für die Stadt optimale Szenario.

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Frühlingserwachen am Flughafen

Lange hatten wir sie vermißt, jetzt sprießen sie wieder: Schuldzuweisungen, Dolchstoßlegenden und Verschwörungstheorien. Warum ein Atomkraftwerk die hiesige Landewiese gekillt hat beispielsweise, das volle Programm eben! Als Begleitvegetation wuchern qualifizierte Erklärungen, warum Lübeck unbedingt eine Landewiese braucht.

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Das Osterei des Herrn Bürgermeisters

Es ist ein Gesetz in der Lübecker Lokalpolitik: immer wenn man denkt, es kann nicht irrer werden, wird es garantiert sofort irrer. Ein eben noch ergebenst beweihräucherter Flughafen-„Investor“ verschwindet unter Hinterlassung von Zahlungsausständen spurlos. Seine Firmen werden von einem Phantom übernommen, das keiner kennt – und schon gar nicht dessen Absichten. Hat man das nicht ahnen können? Zugegeben, in dieser Form nicht, aber daß die Landewiese in ihrem jetzigen Zustand selbst vom größten Finanzgenie nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, schon. Was hat die Hansestadt von der spätestens seit Herbst 2013 bestehenden Schieflage gewußt, was hätten die hiesigen Medien wissen können? Jede Menge.

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Aktenzeichen 3Y… ungelöst

Nicht so viel passiert heute. Der Höhepunkt: Fernsehteams aus der ganzen Welt drängeln sich vom Rathaus und hören dem Herrn Bürgermeister zu, wie er sagt, daß er nichts weiß. Das nehme ich ihm übrigens sofort ab. Er bestätigt aber indirekt, daß die finanzielle Schieflage der Flughafenbetriebsgesellschaft Yasmina noch drastischer ist als bisher bekannt.

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