Das Terminal des Polykrates

So. Ein Wochenende kollektiver (und lärmintensiver) aeronautischer Selbstbefriedigung der Fanboy-Gemeinde liegt hinter der Landewiese, auf der König Winfried Stöcker I. vom Blankensee zwei Tage lang Hof hielt und sein neues Spielzeug quasi-offiziell in Betrieb genommen hat, mit einem Rahmenprogramm übrigens, das – abgesehen von den präsentierten Flugzeugen – eher an eine drittklassige Dorfkirmes in Vorpommern erinnerte. (Ich war auf einigen solcher Veranstaltungen.)

Jetzt soll es ein neues Terminal für die Landewiese geben, was die versammelte Presse pflichtgemäß berichtet – natürlich ohne die Fragen zu stellen, die wirklich interessant wären. Denn ein Terminalneubau würde unweigerlich eine ganze Kette von notwendigen Folgemaßnahmen in Gang setzen, was aber niemand erwähnt.

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Tausend Jahre Quark

Wir werden uns in den nächsten zwei Wochen wohl noch auf mehr Reklame zum tausendjährigen Flughafenjubiläum einrichten müssen. Am Sonntag war das hiesige Monopolblatt dran, allerdings auf einer redaktionellen Doppelseite. Da wird einerseits die Vergangenheit der Landewiese nicht gerade bejubelt, andererseits das Märchen vom netten Onkel Winfried, der mal eben einen Flughafen kauft und damit die Region beglückt, nicht ernsthaft hinterfragt.

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Peinlich, peinlich

Jetzt bin ich aber echt enttäuscht: Flughafenübergabe an Prof. Stöcker ohne Feierstunde? Und das, wo Millionengeschenke an den „Investor“ in der Bürgerschaft kurz zuvor in geheimer Abstimmung mehrheitlich abgesegnet wurden, angeblich in wenigen Minuten? Der Vollständigkeit halber: Grüne und GAL stimmten dagegen. Man hat den Eindruck, die ganze Sache ist den meisten Beteiligten nur noch peinlich. Passend dazu sieht die Landewiese bei der Wahl zum Peinlichsten Flughafen Deutschlands derzeit ganz gut aus. Bronze ist in Reichweite.

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Stimmen die Zahlen der Verwaltung?

Sie erinnern sich sicher noch an den peinlichen Versuch der Verwaltung, sich die marode Landewiese auch noch im Nachhinein, nach drei abgesprungenen Investoren und zwei Insolvenzen, schönzurechnen. Die genaue Rechnung ist nicht bekannt, und ob sie je veröffentlicht werden wird, weiß ich nicht.

Die Zahlen sind eine Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Hauptausschuß der Bürgerschaft:

In welcher Höhe hat die Stadt seit dem Jahr 1997 Steuermittel für den Flughafen Lübeck aufgewendet (etwa für den Ausgleich von Defiziten, Verlustübernahmen gegenüber Investoren, Kosten für Bau- und Ausbaumaßnahmen, BeraterInnenhonorare, Anwalts- und Gerichtskosten)?

Kürzlich fanden sich in den LN einige Details, die die ganze Sache noch weiter verschwurbeln.

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Großes Kino: der Vorspann zu Stöck-Air-Port

Dieses Video wird zum Klassiker werden. In zwei Wochen, in zwei Monaten, zwei Jahren; wer weiß. Das Schleswig-Holstein-Magazin des NDR berichtet über Prof. Stöckers Pläne, die marode Landewiese zu übernehmen – und selbst der dafür vermutlich vorgesehene Geschäftsführer hat Zweifel, aber eine recht merkwürdige Begründung, wieso er doch dabei ist. Popcorn!!1!

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Klarstellung

Und wieder hört man das Politiker-Gerede von der fälligen „Renaturierung“, sollte die Landewiese geschlossen werden; das Gerede, die Fläche könne gar nicht anders als für Naturschutz genutzt werden. Das wurde bisher schon so oft wiederholt, daß es jeder als gegeben hinnimmt. In der Lokalpresse wurde das natürlich nie hinterfragt. Hier deswegen noch ’ne Karte.

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Ächz: Weiterkrebsen bis Februar?

Offenbar hat Landewiesen-Insolvenzverwalter Prof. Pannen genug Geld zusammengekratzt, um den Flugbetrieb nicht nur bis Ende Januar, sondern Ende Februar aufrechtzuerhalten. Das legt jedenfalls eine neue Notice to Airmen (NOTAM) bezüglich der Öffnungszeiten nahe, die am 18. Dezember 2015 herausgegeben wurde. Außerdem eine gute Nachricht von einem Hamburger Flughafen-Experten: ein Ryanair-Comeback in Lübeck ist eher unwahrscheinlich.

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„Privater“ Flugplatz Memmingen im Rückwärtsgang

Es war im Jahr 2012, als der Lübecker Bürgermeister verlauten ließ, er ermuntere

die regionale Wirtschaft, sich an dem Airport zu beteiligen.Vorbild sei der Flughafen im bayerischen Memmingen. Saxe: „Das kann ein Modell für Lübeck sein.“

LN Online, 10. August 2012

70 Firmen tragen den Airport in Memmingen. „Das wäre auch ein Modell für Lübeck“, rührt Flughafen-Chef Friedel die Werbetrommel. Euroimmun würde eine Million geben. …

Prof. Winfried Stöcker von Euroimmun ist fest überzeugt, „dass es in Blankensee so kommt wie in Memmingen“.

LN Online, 1. September 2012

Und was wurde aus diesem Modell eines von der lokalen Privatwirtschaft getragenen Regionalflughafens?

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