Was will Graf? Eine Analyse

Gut, vergessen wir mal das Geschwätz der Beteiligten von gestern, jedenfalls für einen Moment. Stattdessen versuche ich, die jüngsten Aussagen des Grönauer Bürgermeisters Graf in Sachen Flughafen zu analysieren (Bürgermeisterbrief II/2017, in Verbindung mit dem LN-Artikel „Airport: Klagt Groß Grönau doch nicht?“ – jetzt ohne Bezahlschranke). Ich bitte Sie, beide Artikel zu lesen, bevor Sie hier fortfahren. Urteilen Sie dann selbst.

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Lärmschutzkonfusion

Es gibt sie noch, die „Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigung durch Luftfahrzeuge – Verkehrsflughafen Lübeck“. Zwischen den letzten beiden Sitzungen lagen lediglich zweieinhalb Jahre! Wie heißt es offiziell so schön auf der Seite des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein: „Die Kommission tagt mindestens einmal im Jahr“. So, so. Auf der dortigen Seite finden Sie ganz unten übrigens Links zu allen Protokollen.

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EU-Kommission: Steuerzahler durften für Landewiese bluten

Schön, daß EU-Bürokraten gerade das Geldverbrennen an der lübschen Landewiese genehmigt haben. Das gibt der Nachlaber-Presse jede Menge Gelegenheit, totalen Dummfug zu verbreiten. Auch wenn der so stinkt, daß man sich die Nase zuhalten möchte.

Flughafen: Verdacht auf angebliche Beihilfen verworfen

Aua, aua, HL-Live. Wenn man’s nicht kapiert, sollte man vielleicht gar nichts schreiben. Etwas korrekter dpa via airliners.de:

EU-Wettbewerbshüter genehmigen Beihilfen für Flughafen Lübeck

Was denn nun, Beihilfen oder keine? Verdacht verworfen oder Subventionen genehmigt? Bei der inzwischen üblichen Schlamperei der meisten Medien wundert es nicht, daß sich der Herr Verwaltungschef eines „Sieges auf der ganzen Linie“ rühmen kann (LN-Online) – ja klar, denn er hat jetzt ja auch einen florierenden Flughafen in der Stadt, oder wie?

Merkbefreites, stinkendes Polit-blabla, das völlig am Kern der Sache vorbeigeht. Denn soviel sei verraten: natürlich wurden staatliche Beihilfen gezahlt; die Frage war lediglich, ob das mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Einklang stand. Und selbst wenn das nicht der Fall gewesen wäre: echte Konsequenzen hätte ein negativer Bescheid wenig bis keine gehabt. (Was man bedauern darf.)

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Thielemann ermahnt das Publikum

„Siegfried“ in der [Dresdner] Semperoper wurde ein Fest der Sänger und des Orchesters – gestört von angeheiterten Laboranten der Firma Euroimmun. … Die Euroimmun-Leute wurden am Sonntag exklusiv im Kellerrestaurant bewirtet: schon vor der Vorstellung und während der beiden Pausen. Offenbar hat das viele sehr aufgekratzt. Deren Benehmen anschließend war inakzeptabel.

Quelle: Thielemann ermahnt das Publikum, SZ Online, 24.01.2017

Wieso wundert mich das nicht? Wie der Herr, so’s Gescherr? Welches Verhalten können wir von Euroimmun und seinem Chef in Lübeck erwarten? Elefant im Porzellanladen, wie bisher?

Für eine Stellungnahme war am Montag niemand von der Firma erreichbar, obwohl diese im ICC an der Elbe feierte. „Sie können am Mittwoch wieder anrufen“, ließ die Sprecherin ausrichten.

Wenn wieder alle nüchtern sind? Fragen bitte an die Sächsische Zeitung. Ich zitiere hier nur einen Zeitungsartikel.

Schwerin – Lübeck – Hamburg: Unternehmer will Transrapid – Politiker halten das für einen Scherz | svz.de

Mehr Mut zu neuen Technologien hat der Firmengründer von Euroimmun, Prof. Winfried Stöcker, gefordert. Während eines Richtfestes in Dassow brachte er beispielsweise den Bau einer Magnetschwebebahn von Schwerin nach Lübeck bis Hamburg ins Gespräch. …

Für den Fall, dass Stöckers Vorschlag scherzhaft gemeint sein sollte, würde [Lübecks Bürgermeister] Saxe ebenso scherzhaft einen Gegenvorschlag bringen: „Als Flughafenbetreiber… wollte Herr Stöcker doch eher die Einrichtung einer täglichen Flugverbindung in Erwägung ziehen.“

Quelle: Schwerin – Lübeck – Hamburg: Unternehmer will Transrapid – Politiker halten das für einen Scherz | svz.de

Danke an den Hinweisgeber, ich hatte diese Perle glatt übersehen.

Die Welt ist wieder in Ordnung (?!)

Irgend etwas fehlte an der Landewiese. Der Flair der großen, weiten Welt wollte sich nicht so recht einstellen wie früher. Doch jetzt ist Schluß damit: es wehen wieder bunte Fahnen, zweifellos der erste Schritt auf dem Weg zum Weltflughafen.

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Stadt zahlt drauf, wie auch immer

Kurz einige Anmerkungen zu den finanziellen Aspekten der jüngsten Flughafen-Transaktion, die der Stadt nach Rechnungen der Verwaltung sogar Geld einbringt – auf welche Summen man verzichtet, wird dabei natürlich nicht erwähnt. Unterm Strich bleibt ein Minus für die Stadt; der Gewinner ist natürlich der neue Flughafenbetreiber.

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Flughafen-Verschenkung Hahn entgleist

Festhalten, jetzt wird’s völlig gaga. Nein, noch nicht in Lübeck, das kommt erst heute abend im nichtöffentlichen Teil der Bürgerschaftssitzung, sondern im Hunsrück – Motto: jetzt geht’s rund, sagte der Hahn, und flog in den Ventilator. Lübeck mag jedoch als warnendes Beispiel gedient haben, daß nicht jeder chinesische (oder sonstige) Flughafen-Investor seriös ist. Und so hat ein Journalist mal eben vor Ort nachgeguckt, wo die Firmen denn domizilieren, die die Flughafen „Frankfurt“-Hahn kaufen wollen.

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Everybody loves Hypnotoad

Der Verkauf des Flughafens an Euroimmun-Chef Winfried Stöcker findet in der Politik nicht überall Zustimmung“, schreiben die LN (Druckausgabe, Lokalteil HL, 17. Juni 2016, S. 20), und man meint, ein indigniertes, Unverständnis signalisierendes Kopfschütteln zwischen den Zeilen herauszulesen. Wie kann man bloß am neuen Landewiesen-Heilsbringer zweifeln? Ist das nicht schon Häresie?

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„Privater“ Flugplatz Memmingen kurz vor der Teilverstaatlichung

Nachdem im Forum von airliners.de über den Flughafen mit dem höchsten Unterhaltungswert diskutiert wurde, fand ich einen neuen Blick auf Memmingen angebracht, denn der dortige sogenannte „Allgäu-Airport“ taucht dort auch als Kandidat auf. Er ist ebenso ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn die lokale bzw. regionale Wirtschaft vorgibt, eine Landewiese auf eigene Kosten betreiben zu wollen.

Das sollten sich alle ansehen, die jetzt in Lübeck eine – wie auch immer geartete – regionale Lösung für den hiesigen Flughafen befürworten oder auch nur unter dem Motto „laßt die mal machen, solange der Steuerzahler nichts dazubezahlt“ abhaken. Das Fazit vorweg: in Memmingen ist dieses Modell grandios gescheitert, und der Steuerzahler blecht mal wieder.

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