Peinlich, peinlich

Jetzt bin ich aber echt enttäuscht: Flughafenübergabe an Prof. Stöcker ohne Feierstunde? Und das, wo Millionengeschenke an den „Investor“ in der Bürgerschaft kurz zuvor in geheimer Abstimmung mehrheitlich abgesegnet wurden, angeblich in wenigen Minuten? Der Vollständigkeit halber: Grüne und GAL stimmten dagegen. Man hat den Eindruck, die ganze Sache ist den meisten Beteiligten nur noch peinlich. Passend dazu sieht die Landewiese bei der Wahl zum Peinlichsten Flughafen Deutschlands derzeit ganz gut aus. Bronze ist in Reichweite.

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„Privater“ Flugplatz Memmingen kurz vor der Teilverstaatlichung

Nachdem im Forum von airliners.de über den Flughafen mit dem höchsten Unterhaltungswert diskutiert wurde, fand ich einen neuen Blick auf Memmingen angebracht, denn der dortige sogenannte „Allgäu-Airport“ taucht dort auch als Kandidat auf. Er ist ebenso ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn die lokale bzw. regionale Wirtschaft vorgibt, eine Landewiese auf eigene Kosten betreiben zu wollen.

Das sollten sich alle ansehen, die jetzt in Lübeck eine – wie auch immer geartete – regionale Lösung für den hiesigen Flughafen befürworten oder auch nur unter dem Motto „laßt die mal machen, solange der Steuerzahler nichts dazubezahlt“ abhaken. Das Fazit vorweg: in Memmingen ist dieses Modell grandios gescheitert, und der Steuerzahler blecht mal wieder.

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Bizarr und unbegreiflich

Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.

Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.

Douglas Adams, „Das Restaurant am Ende des Universums“

So ähnlich läuft das auch mit Konzepten für Regionalflughäfen. Die verschwinden auch gerne, allerdings mangels Erfolg, und werden regelmäßig durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. So gerade mal wieder geschehen in Parchim. Dort hat man die Pläne für einen Frachtflughafen wohl in die Tonne getreten und propagiert jetzt Einkaufstourismus. Oligarchen aus Arabien, China und Rußland sollen zu Tausenden (täglich!) einschweben und beim Luxus-Shopping Geldscheine regnen lassen. Ehrlich.

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Ein nicht so toller Bericht des Schleswig-Holstein-Magazins

Tja, ab und zu langt auch mal der NDR leicht daneben. So lief im Schleswig-Holstein-Magazin am 1. Februar ein Beitrag unter dem Titel „Investor für Lübecker Flughafen gesucht“, der Einiges zu wünschen übrig ließ. Im Wesentlichen dargestellt wurde das segensreiche (?) Wirken des Insolvenzverwalters Prof. Pannen, was alleine schon deshalb keine gute Idee war, weil er derzeit nichts Konkretes sagen will, kann oder darf.

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Tragschrauber, kleine Brötchen, und ein Sahnehäubchen

Über Weihnachten steht meist nur Vorproduziertes in den Zeitungen. Verständlich, es passiert ja nicht viel. Oft sind diese Artikel, pardon, reiner Müll, wie zum Beispiel dieser aus den Lübecker Nachrichten vom 24. Dezember 2015: „Mit dem Weihnachtsmann im Tragschrauber.“ Aber andernorts gibt es durchaus Interessanteres zu lesen, was die lübsche Landewiese angeht.

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„Privater“ Flugplatz Memmingen im Rückwärtsgang

Es war im Jahr 2012, als der Lübecker Bürgermeister verlauten ließ, er ermuntere

die regionale Wirtschaft, sich an dem Airport zu beteiligen.Vorbild sei der Flughafen im bayerischen Memmingen. Saxe: „Das kann ein Modell für Lübeck sein.“

LN Online, 10. August 2012

70 Firmen tragen den Airport in Memmingen. „Das wäre auch ein Modell für Lübeck“, rührt Flughafen-Chef Friedel die Werbetrommel. Euroimmun würde eine Million geben. …

Prof. Winfried Stöcker von Euroimmun ist fest überzeugt, „dass es in Blankensee so kommt wie in Memmingen“.

LN Online, 1. September 2012

Und was wurde aus diesem Modell eines von der lokalen Privatwirtschaft getragenen Regionalflughafens?

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„Letzte-Chance“-Wochen eröffnet… und eine weitere Pleite einer Regionalfluggesellschaft

Wie schön, jetzt geht das wieder los: Letzte Chance! Allerletzte Chance! Allleraller…. das Muster dürfte klar geworden sein. Bis zum nächsten Mal. Diesmal macht die Lübecker Kaufmannschaft die Dauerkonserve auf. Unterdessen hat die Fluggesellschaft Intersky Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Wie das zusammenhängt?

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Wochenendlektüre

Verschwundene chinesische Flughafeninvestoren (nicht hier!), eine neue Studie von Deutsche Bank Research, und eine Blankenseer Provinzposse zum Nachtisch. „Wochenendlektüre“ weiterlesen

Wie viel Flughafen braucht Bayern?

15 Millionen Euro Schulden. Zehn Prozent weniger Fluggäste im Jahr 2014. Trotzdem: Der „Allgäu Airport“ in Memmingen soll ausgebaut werden. Vivian Perkovic spricht mit mit Flughafengegnern und -befürwortern. Sie fragt nach, wie sinnvoll Regionalflughäfen wirklich sind.

Hier ansehen: http://br.de/s/1oidZSd

Achten Sie besonders auf dubiose Gutachten (die nicht mal vollständig veröffentlich werden)  und zweifelhafte Grundstücksgeschäfte. Und treffen Sie Geschäftsleute, die in ihrer Region vom angeblich segensreichen Wirken eines „Regionalflughafens“ nichts merken – im Gegensatz zu lärmgeplagten Anwohnern.

Hey, langsam könnte sich der NDR mal ein Beispiel nehmen und eine 45-Minuten-Sendung über unsere geliebte Landewiese Blankensee produzieren.

Steuergelder sollen auch hier noch fließen – erinnern Sie sich? 5,5 Mio. Euro, großspurig im Alleingang von einem leicht altersschwach wirkenden SPD-Funktionär jedem Flughafen-„Investor“ versprochen. Die Parteilämmer blökten unisono mit ihrem Führungsschaf.

Praktisch handelt es sich um einen Blankoscheck, denn das Geld darf u.a. auch für „Maßnahmen zum Erhalt der Betriebsgenehmigung“ verwendet werden, und das schließt so ziemlich alles ein.

Und für nette Geschäfte, in denen die Hanselstadt™ Lübeck genau die Grundstücke für teures Geld zurückkauft, die man dem Flughafen-„Investor“ zuvor geschenkt hat, ist bereits der vertragliche Boden bereitet.

 

Glückwunsch, Landewiese: Gewerbliche Passagiere halbiert

Passagierzahlen sind für die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation eines Flughafens ziemlich unerheblich, jedenfalls dann, wenn man sie isoliert betrachtet. Einen linearen Zusammenhang wie „doppelte Passagierzahl = doppelte Gewinne“ gibt es schon gar nicht, weder bei Flughäfen noch bei Fluggesellschaften. Daß Politiker, von denen viele generell keine Ahnung haben, trotzdem mit Passagierzahlen angeben, insbesondere wenn sie für das Strohfeuer den Steuerzahler haben blechen lassen, verwundert wenig. Doch auch so mancher Flughafen-Geschäftsführer prahlt, wenn‘s paßt, mit solchen Zahlen gerne wie mit der Länge seines, äh… Sportwagens. An der Landewiese droht diese Gefahr vorerst nicht: im Jahr 2014 schrumpfte die Zahl der abgefertigten gewerblichen Passagiere auf unter 170.000. Trotzdem ist die Bilanz aus Anwohnersicht nicht nur positiv, denn es wird nicht unbedingt leiser.

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