Auch das noch!

Auch das noch – sogar der Stadtverkehr fällt vom Glauben an die lübsche Luftfahrtlehre ab! So sah die Zielanzeige der Busse auf Linie 6 bis vor kurzem aus:

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Blankensee/Dorfplatz   
über Flughafen

Und jetzt? Nix Flughafen mehr. Nix Flieger-Symbol. So traurig :mrgreen: Die Realität hält Einzug – jetzt liest man:

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Blankensee
über St. Hubertus

Dagegen muß man doch etwas unternehmen! Hallo, FDP, Freie Wähler, BfL usw., wie wäre es mit einem neuen Bürgerentscheid – der Flughafen muß zurück auf die Zielanzeige des Stadtverkehrs? Oder zahlt Investor Prof. Dr. med. Stöcker ein Milliönchen dafür? Oder kauft er gleich den ganzen Stadtverkehr – und übernimmt die Verluste?

Da könnte er sich wirklich mal um die Allgemeinheit verdient machen, anstatt eine marode Landewiese für ein paar Unternehmer (wie ihn selbst) und elitäre Sportflieger offenzuhalten.

Aber nein, offenbar bezahlt Euroimmun nicht einmal die durchaus mögliche Anbindung des Firmensitzes Seekamp an die Linie 6 des Stadtverkehrs. (Diese Anbindung gab es sogar einmal, nur will der Stadtverkehr sie offenbar – zu Recht – nicht selbst finanzieren.)

Die Angestellten der Firma Euroimmun, die kein Flugzeug oder Auto haben, und für die ein Fahrrad auch keine Alternative darstellt, dürfen also den knappen Kilometer von/bis zur jetzigen Endhaltestelle „Blankenseer Dorfplatz“ zu Fuß zurücklegen. Ich jedenfalls sehe Mitarbeiter jeden Nachmittag dorthin pilgern.

Ein vorbildlicher Arbeitgeber, oder? Man sollte immer etwas genauer hinsehen.

Das Wort zum Sonntag

Kürzlich im Bus in Richtung Blankenseer Dorfplatz. Stadtverkehr Lübeck. Neben der Fahrzeugführerin sitzt ein Kollege – wohl als Einweiser für die neue Fahrerin. Jedenfalls unterhalten sich beide ständig. Ich sitze eine Reihe dahinter in Hörweite. Wir nähern uns der Haltestelle „Flughafen“. Jemand weiter hinten im Wagen hat (irrtümlich) den Stop-Knopf betätigt. Die Fahrerin hält am Flughafen, öffnet die Tür und blickt fragend zum Kollegen. Seine Antwort kommt sofort, ohne sich nach hinten umzusehen:

„Ach, fahr weiter. Hier steigt garantiert niemand aus.“

Flughafenausbau geht zügig voran

Der internationale Stadtmöblierer und Außenwerber Wall AG ist seit Dezember 2011 neuer Vertragspartner der Hansestadt Lübeck und damit für 15 Jahre für die Stadtmöblierung sowie Außenwerbung im Stadtgebiet zuständig. Dazu gehören auch 380 neue Fahrgastunterstände (FGU, vulgo: Wartehäuschen) für den Stadtverkehr Lübeck. Mit dem Bau des wichtigsten FGU wurde gerade begonnen – Sie ahnen es, es ist der am Flughafen. Um das Warten etwas zu verkürzen, hier schon mal mein Entwurf für die Ansprache des Herr Bürgermeisters im Rahmen der zweifellos geplanten feierlichen Einweihungszeremonie.

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