Transparenz-Käseglocke Hanselstadt™ (Teil 1)

Die Vereine Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und Mehr Demokratie e.V. hatten kürzlich frohe Kunde für Schleswig-Holsteiner. Einer neuen Rangliste zufolge sei das Land das zweittransparenteste, gleich hinter Hamburg. Die Zielsetzung der Untersuchung wird wie folgt beschrieben:

Jede Person hat das Recht auf staatliche Informationen – doch die Umsetzung dieses Rechts unterscheidet sich innerhalb Deutschlands. Wir haben erstmalig die Informationsfreiheits- und Transparenzgesetze in den deutschen Bundesländern miteinander verglichen.

Hamburg erfüllt mit 69% über zwei Drittel der Transparenzkriterien, Schleswig-Holstein mit 66% kaum weniger. Das hiesige Informationszugangsgesetz enthalte „viele gute Regelungen“. Wenn jedoch eine bockige lokale Verwaltung partout nicht mitspielen will, nützen diese Regelungen leider überhaupt nichts. Doch das spielt in so einer Untersuchung keine Rolle.

Sie ahnen es: die Rede ist von der Hanselstadt™ Lübeck. Wie durch eine übergestülpte Anti-Transparenz-Käseglocke ist sie vom Rest des Landes abgeschnitten, und in einem solchen Behältnis stinkt es ab und zu auch mal kräftig.

„Transparenz-Käseglocke Hanselstadt™ (Teil 1)“ weiterlesen

Anlaßloser Gefälligkeitsjournalismus in Zeiten des Karnevals

Im nunmehr fast abgelaufenen Monat Februar ließen sich zwei Medien über die Lübecker Landewiese aus. Doch das ist schon falsch ausgedrückt. Es wurde nämlich kritiklos lediglich das nachgeplappert, was das leitende Personal der Landewiese bzw. ihr (Teil-)Eigentümer an diffusen Phantasien verbreitet. Keine Fakten, nur Ankündigungen und leider keine ernsthaften Nachfragen. Dabei gab es, da praktisch nichts passiert war, nicht einmal einen Anlaß für derartige Berichte.

„Anlaßloser Gefälligkeitsjournalismus in Zeiten des Karnevals“ weiterlesen

EU-Kommission: Steuerzahler durften für Landewiese bluten

Schön, daß EU-Bürokraten gerade das Geldverbrennen an der lübschen Landewiese genehmigt haben. Das gibt der Nachlaber-Presse jede Menge Gelegenheit, totalen Dummfug zu verbreiten. Auch wenn der so stinkt, daß man sich die Nase zuhalten möchte.

Flughafen: Verdacht auf angebliche Beihilfen verworfen

Aua, aua, HL-Live. Wenn man’s nicht kapiert, sollte man vielleicht gar nichts schreiben. Etwas korrekter dpa via airliners.de:

EU-Wettbewerbshüter genehmigen Beihilfen für Flughafen Lübeck

Was denn nun, Beihilfen oder keine? Verdacht verworfen oder Subventionen genehmigt? Bei der inzwischen üblichen Schlamperei der meisten Medien wundert es nicht, daß sich der Herr Verwaltungschef eines „Sieges auf der ganzen Linie“ rühmen kann (LN-Online) – ja klar, denn er hat jetzt ja auch einen florierenden Flughafen in der Stadt, oder wie?

Merkbefreites, stinkendes Polit-blabla, das völlig am Kern der Sache vorbeigeht. Denn soviel sei verraten: natürlich wurden staatliche Beihilfen gezahlt; die Frage war lediglich, ob das mit dem EU-Wettbewerbsrecht in Einklang stand. Und selbst wenn das nicht der Fall gewesen wäre: echte Konsequenzen hätte ein negativer Bescheid wenig bis keine gehabt. (Was man bedauern darf.)

„EU-Kommission: Steuerzahler durften für Landewiese bluten“ weiterlesen

Same procedure as least year

Die Fakten ganz kurz vorweg. Wenn Sie am 1. Januar gegen 15 Uhr ein ziemlich lautes Flugzeug gehört haben, das in Lübeck-Blankensee abhob: es war die Fokker 70 der niederländischen Regierung mit der Kennung PH-KBX. Gelandet war die Maschine bereits am 30. Dezember, aber nicht in Lübeck, sondern in Hamburg (laut flightradar24.com). Am Neujahrstag kam sie lediglich zu einer Zwischenlandung nach Lübeck, um Passagiere aufzunehmen und fast sofort wieder abzudüsen – Ziel: Amsterdam.

„Same procedure as least year“ weiterlesen

Stöcker-Versteher ante portas

Es begab sich aber zu der Zeit, daß aus einem der großen Pressehäuser der Republik wieder ein Kundschafter in die Hanselstadt™ aufbrach, dem König von Blankensee zu huldigen. Thomas Hahn ist keineswegs der erste von überregionalen Medien ausgesandte Stöcker-Versteher. Für die Süddeutsche Zeitung kam er mit der Aussage König Winfrieds des Ersten zurück: „Ich bin kein normaler Unternehmer.“ Ach? Dann hätten wir das ja schon mal geklärt.

„Stöcker-Versteher ante portas“ weiterlesen

Flughafen-Altlasten sprechen sich langsam herum

Daß ich das noch erleben darf 😉 HL-Live weist darauf hin, daß die Hanselstadt™ aus den „ersten Jahren“ des Landewiesen-Billigflugexperiments „noch Schulden in Höhe von 24.924.697,45 Euro“ hat. „Allein die Zinsen kosten in diesem Jahr über eine Million Euro“ (Flughafen-Abenteuer kostet immer noch Millionen, HL-Live, 3. November 2016). Den eigentlichen Witz hat man dort aber übersehen.

„Flughafen-Altlasten sprechen sich langsam herum“ weiterlesen

Schwerin – Lübeck – Hamburg: Unternehmer will Transrapid – Politiker halten das für einen Scherz | svz.de

Mehr Mut zu neuen Technologien hat der Firmengründer von Euroimmun, Prof. Winfried Stöcker, gefordert. Während eines Richtfestes in Dassow brachte er beispielsweise den Bau einer Magnetschwebebahn von Schwerin nach Lübeck bis Hamburg ins Gespräch. …

Für den Fall, dass Stöckers Vorschlag scherzhaft gemeint sein sollte, würde [Lübecks Bürgermeister] Saxe ebenso scherzhaft einen Gegenvorschlag bringen: „Als Flughafenbetreiber… wollte Herr Stöcker doch eher die Einrichtung einer täglichen Flugverbindung in Erwägung ziehen.“

Quelle: Schwerin – Lübeck – Hamburg: Unternehmer will Transrapid – Politiker halten das für einen Scherz | svz.de

Danke an den Hinweisgeber, ich hatte diese Perle glatt übersehen.

Jahrestag

Just jährte sich der Tag, an dem klar wurde, daß die Honoratioren der alten und ehrwürdigen Hanselstadt™ Lübeck, Senator Schindler eingeschlossen, von einer chinesischen Gauklertruppe bis auf die Knochen blamiert wurden (Beitragsbild: Verschenkung der Landewiese an PuRen im August 2014 ). Die Landewiese Lübeck wurde 2014 mit großen Vorschußlorbeeren und auf Vermittlung von Personen aus der Lauenburger CDU an ein angeblich milliardenschweres Unternehmen aus dem Reich der Mitte verschenkt. Am 30. September 2015 mußte der verbleibende deutsche Geschäftsführer, der wohl nicht weniger naiv war als die Hanselmännchen und -frauchen, Insolvenz anmelden. Der chinesische „Investor“ ließ sich nicht mehr blicken, und erwartete Geldköfferchen blieben aus. Rückblickend ist es geradezu unglaublich, welchen Mist unsere Lokalpolitiker unter Ausschaltung jeglichen gesunden Menschenverstandes tatsächlich geglaubt haben – Motto: je größer, je unglaublicher, desto besser!

„Jahrestag“ weiterlesen

Operation Sparflugplatz

Nach der Übernahme der Landewiese durch die Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG stellte sich der Firma zunächst vermutlich die Frage, wie der Flugbetrieb so weit wie möglich einzuschränken sei. Das klingt nur so lange paradox, wie man die Kosten gewisser Flugverkehre übersieht.

Soll man beispielsweise die Landewiese an Sommerabenden bis Mitternacht offenhalten, nur weil eventuell die ein oder andere Maschine wegen Gewitters in Hamburg nach Lübeck ausweicht? Oder an Herbstabenden bei Nebel?

Solche Landungen, die oft als Existenzberechtigung für die lübsche Landewiese herhalten sollten, konnte man in den letzten Jahren, und eigentlich schon immer, an den Fingern beider Hände abzählen. Jetzt sind sie sogar explizit ausgeschlossen.

„Operation Sparflugplatz“ weiterlesen

Seiten: Früher 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Später